Po­li­tik soll­te um Glaub­wür­dig­keit be­müht sein

El­tern wer­fen der SPD Wäh­ler­täu­schung bei den Ki­ta-bei­trä­gen vor. Auch die de­so­la­te Fi­nanz­la­ge wur­de von der Lan­des­re­gie­rung ver­schwie­gen.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - LESERBRIEF­E -

Die Lan­des­re­gie­rung er­zeugt nicht nur bei den El­tern Frust, eben­so auch bei Ki­ta-trä­gern und Ge­mein­den, denn sie er­setzt den Trä­gern kei­nes­wegs die aus­fal­len­den El­tern­bei­trä­ge 1:1, und was den Trä­gern fehlt, sol­len sie sich von den Ge­mein­den ho­len, die sich na­tür­lich da­ge­gen weh­ren.

Kras­ses Bei­spiel ist die jüngs­te Bei­trags­be­frei­ung der Nied­rig­ver­die­ner, wo­für die Lan­des­re­gie­rung den Trä­gern nur lä­cher­lich ge­rin­ge Aus­gleichs­zah­lun­gen leis­tet. Sol­len sie sich doch, was fehlt, von den Ge­mein­den ho­len, so das Mi­nis­te­ri­um. Die Ge­mein­den aber neh­men das nicht hin und wer­den kla­gen.

So se­hen sich die Trä­ger der Kin­der­ta­ges­stät­ten (wie­der mal) als den letz­ten, den die Hun­de bei­ßen, wes­halb sich im­mer mehr fra­gen, war­um sie sich das über­haupt an­tun.

Hans-ot­to Ger­lach Berk­holz-mey­en­burg

Wahl­ver­spre­chen sind eben doch nur Ver­spre­cher. Oder wie es Alt­kanz­ler Kon­rad Ade­nau­er aus­drück­te: „Was geht mich mein Ge­schwätz von ges­tern an.“

Rot-rot ist seit der Wen­de an der Macht in Bran­den­burg, und in­zwi­schen wer­den es im­mer mehr Bür­ger­initia­ti­ven und Pro­tes­te. Oh Wun­der, die AFD be­kommt ein Vier­tel der Stim­men. Die Kon­se­quenz aber ist: Es wird ei­nen Bund mit ei­ner Wind­rad-par­tei ge­ben. Mein Vor­schlag: erst Al­ter­na­ti­ven schaf­fen, dann al­te Tech­no­lo­gi­en ab­schaf­fen. Ich wer­fe mei­ne al­ten Schu­he erst weg, wenn ich neue ha­be. Ha­rald Schö­del Wer­neu­chen

„Es gibt kei­ne Re­ser­ven für po­li­ti­sche Vor­ha­ben“. Das ist das Re­sü­mee der Haus­halts­ab­tei­lung des bis­her links ge­führ­ten Bran­den­bur­gi­schen Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums, nach­dem die Lin­ken noch un­mit­tel­bar vor der Land­tags­wahl den Bür­gern die be­vor­ste­hen­de Ki­ta-bei­trags­be­frei­ung und das 365-Eu­ro-ti­cket für Schü­ler an­non­ciert hat­ten.

Schon vor dem Be­schluss zum Dop­pel­haus­halt 2019/2020 hat­te die Op­po­si­ti­on da­vor ge­warnt. Was ha­ben die bis­he­ri­gen Re­gie­rungs­par­tei­en SPD und Lin­ke vor der Land­tags­wahl nicht al­les ver­spro­chen und pla­ka­tiert. Bei­spie­le sind Brit­ta Stark und Ralf Christof­fers so­wie Diet­mar Wo­id­ke.

Bei die­ser pre­kä­ren Fi­nanz­la­ge, die von den Wahl­ver­spre­chen ja völ­lig ab­weicht, soll­te wohl end­lich über die Ab­lö­sung des

Mi­nis­ter­prä­si­den­ten nach­ge­dacht wer­den. Scham­lo­se Ver­spre­chun­gen im Wis­sen um die tat­säch­li­che Fi­nanz­la­ge soll­ten nicht noch mit dem Mi­nis­ter­prä­si­den­ten­amt be­lohnt wer­den.

Und die Grü­nen hät­ten vor der Wahl auch schon dar­auf hin­wei­sen sol­len, dass sie nach der Wahl den Ar­beit­neh­mern, die stän­dig pen­deln müs­sen, die Ben­zin­prei­se zu Las­ten der Pend­ler­pau­scha­le (die der Grü­nen-vor­sit­zen­de nicht mal kennt) er­hö­hen wol­len/ wer­den.

Wer Grün wählt, wählt rot, ob er will oder nicht. Und da wun­dern sie sich, dass die frus­trier­ten Bür­ger ex­tre­mis­tisch wäh­len, wohl ah­nend, dass das auch nichts bringt. Po­li­tik soll­te doch wohl stets um Glaub­wür­dig­keit be­müht sein.

Bernd C. Schuh­mann Bernau

Fo­to: pixabay

Auch wenn die Bei­trags­frei­heit in Bran­den­bur­ger Kin­der­ta­ges­stät­ten in den nächs­ten Jah­ren kom­men soll, ist nicht ge­klärt, wer die Lü­cke schließt, die durch die aus­ge­fal­le­nen El­tern­bei­trä­ge ent­steht.

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