Wirt­schaft for­dert mehr Gen­tech­nik

Ver­bän­de drän­gen we­gen des Kli­ma­wan­dels auf neue Re­ge­lun­gen.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - VORDERSEIT­E - Ni­na Jeg­lin­ski

Berlin. Die Spit­zen­ver­bän­de der Agrar- und Er­näh­rungs­wirt­schaft wol­len mehr gen­tech­nisch er­zeug­te Pflan­zen an­bau­en. An­dern­falls kön­ne man mit der aus­län­di­schen Kon­kur­renz nicht mit­hal­ten und sei dem Kli­ma­wan­del aus­ge­lie­fert. Grü­ne und Um­welt­ver­bän­de wie­sen die För­de­rung zu­rück.

Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EUGH) hat­te vor gut ei­nem Jahr ge­ur­teilt, dass al­le mit neu­en Züch­tungs­me­tho­den wie CRISPR/CAS9 er­zeug­ten Pflan­zen pau­schal als gen­tech­nisch ver­än­der­te Or­ga­nis­men (GVO) ein­zu­stu­fen sind. Mit CRISPR/ Cas9 kön­nen ge­zielt ein­zel­ne Ge­ne von Or­ga­nis­men ver­än­dert wer­den.

Die Bi­lanz der Pflan­zen­züch­ter ein Jahr nach dem Ur­teil sei er­nüch­ternd, be­rich­ten die Ver­bän­de. Die An­wen­dung neu­er Züch­tungs­me­tho­den wür­de pau­schal als GVO ein­ge­stuft, die „viel­ver­spre­chen­den Tech­ni­ken sei­en für die mit­tel­stän­disch ge­präg­te Bran­che de fac­to nicht mehr an­wend­bar“.

Die Grü­nen re­agie­ren ver­hal­ten auf den Vor­schlag. „Gen­tech­nik muss selbst­ver­ständ­lich re­gu­liert wer­den, egal ob alt oder neu“, sag­te Ha­rald Eb­ner, Gen­tech­nik-ex­per­te der Grü­nen im Bun­des­tag. Der Bund für Um­welt und Na­tur­schutz (BUND) kri­ti­siert den Vor­stoß eben­falls: „Der Ruf nach CRISPR/CAS9 zeigt vor al­lem, dass der kon­ven­tio­nel­len Agrarund Er­näh­rungs­in­dus­trie die Ant­wor­ten aus­ge­hen“, sag­te Bund-re­fe­ren­tin Da­nie­la Wan­ne­ma­cher.

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