Vom Bar­nim bis nach Berlin

Hel­mut Bre­der­eck aus Freu­den­berg be­treibt sei­ne Fir­ma mit Sohn Marius

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - MEISTERFEI­ER 2019 - Von An­ju­ta Klau­ke

Freu­den­berg. Der Meis­ter­brief hängt an der Wand. Im Bü­ro von Hel­mut Bre­der­eck (62 Jah­re) aus Freu­den­berg fin­den sich Com­pu­ter, Ak­ten, Te­le­fon, di­ver­se Schreib­uten­si­li­en. Nur hier und da lie­gen ein paar tech­ni­sche Ge­rä­te. Bre­der­eck ist seit 25 Jah­ren Elek­tro­in­stal­la­teur-hand­werks­meis­ter.

Die Fir­ma in­stal­liert und war­tet un­ter an­de­rem Elek­tro­in­stal­la­tio­nen in Schu­len und Ki­tas, baut Brand­mel­de-, Si­cher­heits- und ver­schie­de­ne Steu­er­an­la­gen.

Ge­lernt hat er Bmsr-tech­ni­ker im PCK Schwedt. Dann ar­bei­te­te er bei der ZBE in Wer­neu­chen, war un­ter an­de­rem für die War­tung von Pum­pen­sta­tio­nen zu­stän­dig. 1985 erb­te Hel­mut Bre­der­eck sein El­tern­haus in Freu­den­berg. „Ich bin in Freu­den­berg auf­ge­wach­sen, ha­be zwi­schen­durch in Wei­mar ge­lebt und bin dann wie­der hier­her ge­kom­men“, er­zählt er.

Nach der Wen­de be­gann er im Wes­ten Ber­lins zu ar­bei­ten. „Ganz klar, es gab gu­tes Geld“, er­in­nert sich Bre­der­eck. 1993 star­te­te die Meis­ter­aus­bil­dung.

Nach dem Ab­schluss blieb Bre­der­eck noch als Meis­ter im An­ge­stell­ten­ver­hält­nis in der Ber­li­ner Fir­ma. „Das war wich­tig. Denn Theo­rie ist das ei­ne, Pra­xis

das an­de­re“, sagt er. Wie er­stellt man An­ge­bo­te am Com­pu­ter, wie schreibt man Rech­nun­gen, wie kommt man an Auf­trä­ge?

2003 wag­te er den Sprung in die Selbst­stän­dig­keit und grün­de­te in Freu­den­berg sei­ne Elek­tro­in­stal­la­ti­ons­fir­ma im ei­ge­nen Haus. Das war ei­ne gro­ße Um­stel­lung – al­les al­lein zu stem­men: Ar­bei­ten, An­ge­bo­te

schrei­ben, Ar­bei­ten, Rech­nun­gen stel­len... „Ich war von mor­gens bis abends un­ter­wegs“, er­in­nert er sich. Die ers­ten Jah­re wa­ren schwie­rig. Aber: „Ich wuss­te, das es funk­tio­niert.“

Heu­te hat Bre­der­eck vier An­ge­stell­te, die in der Haupt­stadt Berlin und im Bar­nim un­ter­wegs sind. Dar­un­ter sein Sohn Marius, den er selbst aus­ge­bil­det und der schon den Meis­ter­brief in der Ta­sche hat. Und das klappt? „Ja, meis­tens“, so Hel­mut Bre­der­eck schmun­zelnd, „Ich bin für das Bü­ro mit al­lem Drum und Dran zu­stän­dig, er für die Ar­beit drau­ßen vor Ort. Da kann ich mir mei­ne Zeit ein­tei­len und ha­be ein paar Frei­hei­ten. Haupt­sa­che, den La­den im Griff ha­ben.“Als Va­ter ist er stolz dar­auf, dass sein Sohn mit­zieht und er ei­nen Nach­fol­ger hat. Ans Auf­hö­ren denkt der Sil­ber­meis­ter noch nicht. „Zum größ­ten Teil macht es mir ja im­mer noch Freu­de.“

Bre­der­eck emp­fiehlt jun­gen Leu­ten, die sich für ei­ne hand­werk­li­che Aus­bil­dung, egal in wel­cher Bran­che, in­ter­es­sie­ren, in ent­spre­chen­den Be­trie­ben ein Prak­ti­kum zu ma­chen und sich mit dem Me­tier auch zu be­schäf­ti­gen. Sei­ne An­ge­stell­ten und er be­schäf­ti­gen sich re­gel­mä­ßig mit neu­en Pro­duk­ten auf dem Markt. „Da muss man drin­gend am Ball blei­ben“, weiß der Freu­den­ber­ger.

Was rät er aus ei­ge­ner Er­fah­rung Leu­ten auf dem Weg in die Selbst­stän­dig­keit? „Das Ar­beits­spek­trum als klei­ne Fir­ma nicht ganz so eng an­set­zen, sich als fle­xi­bel er­wei­sen. Dann meh­re­re Auf­trag­ge­ber ha­ben, mit de­nen man re­gel­mä­ßig zu­sam­men­ar­bei­tet. Und durch­aus auch öf­fent­li­che Auf­trag­ge­ber nut­zen“, so Hel­mut Bre­der­eck.

Foto: An­ju­ta Klau­ke

Im Griff: Hel­mut Bre­der­eck küm­mert sich um An­ge­bo­te, Abrech­nun­gen und ähn­li­ches im Bü­ro.

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