SPORTMÄZEN UND IN­VES­TOR

Flie­sen­le­ger­meis­ter Alexander Wolf tritt auch als In­ves­tor im Woh­nungs­bau auf

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - MEISTERFEI­ER 2019 - Von René Matsch­ko­wi­ak

Flie­sen­le­ger war nicht der ers­te Be­rufs­wunsch von Alexander Wolf. Trotz­dem hat er sich in den ver­gan­ge­nen 25 Jah­ren zu ei­nem der be­kann­tes­ten Fir­men­chefs in sei­ner Zunft hoch­ge­ar­bei­tet.

Frank­furt. „Nein, Flie­sen­le­ger war nicht mein ers­ter Be­rufs­wunsch“, sagt Alexander Wolf mit ei­nem La­chen. Trotz­dem hat er sich in den letz­ten 25 Jah­ren zu ei­nem der be­kann­tes­ten Fir­men­chefs in sei­ner Zunft hoch­ge­ar­bei­tet.

„Ei­gent­lich woll­te ich Tisch­ler wer­den“, schaut er zu­rück. Das war im Jahr 1987. Da­mals konn­te man frei­lich nicht ein­fach wäh­len, was man sich für ei­ne be­ruf­li­che Zu­kunft vor­stell­te. Ein­zig Bau­tisch­ler wa­ren da­mals im Aus­bil­dungs­an­ge­bot, schaut Wolf zu­rück. Das hie­ße für ihn haupt­säch­lich Kü­chen-durch­rei­chen und Fens­ter in Neu­bau­blö­cke ein­bau­en. „Nicht das, was ich viel­leicht das gan­ze Le­ben ma­chen woll­te“, so Alexander Wolf. Da­mals je­den­falls half sein Va­ter et­was nach. Das hei­mi­sche Bad wur­de ge­ra­de sa­niert und ein Flie­sen­le­ger war äu­ßerst schwer zu be­kom­men. Ge­nau das Rich­ti­ge be­fand der Va­ter und auch Alexander Wolf fand Ge­fal­len an die­ser Idee. Selbst nach Aus­bil­dung, Ar­mee­zeit und der Wen­de gab es kei­nen Bruch in der Bio­gra­fie, wie bei vie­len an­de­ren. „Mein Be­trieb war im­mer noch da und so schloss ich von 1992 bis 1994 gleich ei­ne Meis­ter­aus­bil­dung an.“Schon am 4. Ok­to­ber im Jah­re 1994 war Alexander Wolf selbst­stän­dig. Mit 24 Jah­ren. Das Be­son­de­re an ihm ist si­cher­lich, dass er sich nicht nur um sein Ge­schäft küm­mer­te, son­dern auch ge­sell­schaft­lich viel ge­ben konn­te. Als Mä­zen im Sport ist er vie­len Frank­fur­tern be­kannt.

Jah­re­lang un­ter­stütz­te er ver­schie­de­ne Fuß­ball­mann­schaf­ten. Jetzt hat er sich dem Hand­ball­sport ver­schrie­ben und ist

ei­ner der Spon­so­ren des FHC. Au­ßer­dem un­ter­stützt er die Frank­fur­ter Rin­ger des RSV Han­se 90 schon seit über zwan­zig Jah­ren. Auch der Rad­sport ist in sein Blick­feld ge­rückt. „Was Dan Radtke hier in Frank­furt mit dem FRC 90 ver­an­stal­tet, da­vor kann man nur den Hut zie­hen“, so sei­ne Mei­nung. Schließ­lich wur­den un­ter der Re­gie des eins­ti­gen Rad­sport­pro­fis der Frank­fur­ter Krei­sel und die Oder­land­rund­fahrt zum Pu­bli­kums­ma­gne­ten.

Fast lo­gisch, dass an der Ban­de dann auch Alexander Wolfs Fir­men­lo­go als Spon­sor auf­taucht. Au­ßer­dem ist er lang­jäh­ri­ger Ober­meis­ter der Flie­sen­le­ger-in­nung und ein ve­he­men­ter Kämp­fer für die Wie­der­ein­füh­rung der Meis­ter­pflicht in sei­nem Hand­werk.

„Es geht na­tür­lich auch um Qua­li­tät, aber be­son­ders um die Nach­wuchs­ge­win­nung. Be­trie­be,

die kei­ne Meis­ter­be­trie­be sind, dür­fen nicht aus­bil­den, des­we­gen kommt im­mer we­ni­ger Nach­wuchs nach“, er­klärt er. Das könn­te so­weit füh­ren, dass das Hand­werk ir­gend­wann aus­stirbt. Das will frei­lich kei­ner. Er selbst bil­det na­tür­lich auch aus und hat bis­her in sei­ner Fir­ma auch kei­nen Azu­bi­man­gel fest­ge­stellt. „Ich ha­be schon im­mer aus­ge­bil­det und viel­leicht spricht sich das rum“, über­legt er.

Im Mo­ment sind drei Azu­bis ver­schie­de­ner Lehr­jah­re in sei­ner Fir­ma be­schäf­tigt, vie­le blei­ben auch da­nach bei ihm. Selbst die Fir­men-nach­fol­ge hat er schon ge­re­gelt. „Dass Pro­blem ist, das vie­le da­mit zu spät an­fan­gen“, fin­det er. „Das dau­ert oft Jah­re“, hat er fest­ge­stellt. Mit Sa­scha Eu­len­ber­ger hat er ei­nen gu­ten Fach­mann ge­fun­den. „Er hat bei mir als Schü­ler­prak­ti­kant an­ge­fan­gen“, lä­chelt er. Da­nach kam Fe­ri­en­ar­beit, Aus­bil­dung

und zu gu­ter Letzt, hat er ihm die Meis­ter­aus­bil­dung fi­nan­ziert. „Ich se­he die Nach­fol­ge­re­ge­lung nicht so sehr als po­li­ti­sches Pro­blem. Viel­mehr ist es so, dass vie­le Fir­men­chefs nicht be­reit sind, Ver­ant­wor­tung ab­zu­ge­ben“, be­fin­det er.

Die­sen Vor­wurf braucht er sich frei­lich nicht zu ma­chen. Mitt­ler­wei­le tritt Alexander Wolf im­mer öf­ter auch als In­ves­tor im Woh­nungs­bau auf. Bei sei­nem neu­es­ten Pro­jekt sind ge­ra­de die Un­ter­schrif­ten ge­leis­tet wor­den. So in­ves­tiert er 3,2 Mil­lio­nen Eu­ro in ei­ne An­la­ge für be­treu­tes Woh­nen im Süd­ring, das spä­ter durch die Ar­bei­ter­wohl­fahrt (AWO) be­trie­ben wird. Sei­ne Flie­sen­le­ger sind in­des un­ter an­de­rem im Ge­sund­heits­cam­pus im Kli­ni­kum Mar­ken­dorf be­schäf­tigt. Ein gro­ßer Auf­trag, der über meh­re­re Jah­re geht, freut sich der Sil­ber­meis­ter. Al­so: auf die nächs­ten 25 Jah­re!

Foto: René Matsch­ko­wi­ak

Bei sei­nem neu­es­ten Woh­nungs­bau­pro­jekt in­ves­tiert er 3,2 Mil­lio­nen Eu­ro in ei­ne An­la­ge für be­treu­tes Woh­nen in Frank­furt, die spä­ter durch die Ar­bei­ter­wohl­fahrt be­trie­ben wird.

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