Uni­on will Be­triebs­rent­ner ent­las­ten

Noch in die­sem Jahr soll der um­strit­te­ne Kran­ken­kas­sen­bei­trag sin­ken – aber nur in Ma­ßen. Al­les an­de­re wür­de sehr teu­er.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - VORDERSEIT­E - Von Die­ter Kel­ler

Be­zie­her von Be­triebs­ren­ten kön­nen auf ab­seh­ba­re Zeit auf ei­ne Ent­las­tung bei den Kran­ken­kas­sen­bei­trä­gen hof­fen: Noch vor Weih­nach­ten könn­ten sich CDU, CSU und SPD im Bun­des­tag dar­auf ei­ni­gen, heißt es in Uni­ons­krei­sen. Es läuft dar­auf hin­aus, dass die be­ste­hen­de Frei­gren­ze von 155,75 Eu­ro im Mo­nat in ei­nen Frei­be­trag um­ge­wan­delt wird. Das könn­te zu ei­ner Ent­las­tung von bis zu 350 Eu­ro im Jahr füh­ren.

Seit An­fang 2004 müs­sen Be­triebs­rent­ner von ih­ren lau­fen­den Be­zü­gen nicht, wie zu­vor, nur den hal­ben Bei­trag zur Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung ab­füh­ren, son­dern den gan­zen. Das gilt auch für Di­rekt­ver­si­che­run­gen, bei de­nen die Bei­trä­ge häu­fig zum gro­ßen Teil vom Ver­si­cher­ten und nicht vom Ar­beit­ge­ber ge­leis­tet wur­den. Wird der Ver­trag auf ei­nen Schlag aus­ge­zahlt, wird so ge­rech­net, als wür­de die Aus­zah­lung auf zehn Jah­re ver­teilt. Fol­ge: Sie fällt fast zehn Pro­zent nied­ri­ger aus.

Die Neu­re­ge­lung gilt auch für be­ste­hen­de Ver­trä­ge, die un­ter der An­nah­me ei­ner ge­rin­ge­ren Be­las­tung ab­ge­schlos­sen wur­den. Das hat vie­le Se­nio­ren ver­bit­tert. Des­halb will der Ver­ein Di­rekt ver­si ch erungs ge­schä­dig­te un­ter an­de­rem vor­dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in Karls­ru­he de­mons­trie­ren. Es hat­te die Re­ge­lung 2010 weit­ge­hend ak­zep­tiert.

Schon bis­her gab es die Frei­gren­ze: Wer we­ni­ger Be­triebs­ren­te be­kommt, zahlt gar kei­nen Kas­sen­bei­trag. Wer nur ei­nen Cent dar­über liegt, wird für die kom­plet­te Sum­me zur Kas­se ge­be­ten. Wird dies in ei­nen Frei­be­trag um­ge­wan­delt, kommt je­der in den Ge­nuss und wird nur für Be­trä­ge dar­über be­las­tet. Dies soll 1,2 Mil­li­ar­den Eu­ro im Jahr kos­ten. Die Rück­kehr zum hal­ben Bei­trags­satz wä­re mit fast drei Mil­li­ar­den Eu­ro viel teu­rer.

Fi­nan­ziert wer­den soll dies aus dem Ge­sund­heits­fonds, über den die Kran­ken­kas­sen ihr Geld be­kom­men. Er hat der­zeit ei­ne Li­qui­di­täts­re­ser­ve von 9,7 Mil­li­ar­den Eu­ro. Ist sie auf­ge­braucht, müss­te der Bund mit Steu­er­mit­teln ein­sprin­gen.

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