Sur­fen und die Um­welt scho­nen

„Grü­ne“An­bie­ter von Netz­diens­ten ver­wen­den nur Ökostrom, an­de­re kom­pen­sie­ren den Treib­haus­gas-aus­stoß.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - RATGEBER -

Wer bei Eco­sia

ei­nen Such­be­griff ins Ein­ga­be­feld tippt, lässt Bäu­me in Äthio­pi­en wach­sen. Zu­min­dest, wenn man der Eco­sia-wer­bung glaubt. Die „grü­ne“Goog­le-al­ter­na­ti­ve ist ei­ner der An­bie­ter im Netz, die mit ei­nem nach­hal­ti­gen Image um Kun­den buh­len. Die Mail­ser­vices Pos­teo und Mail­box wer­ben mit Ökostrom, Mail­box-mit­ar­bei­ter nut­zen laut de­ren Web­site be­ruf­lich Bahn oder Car-sha­ring.

Mar­ke­ting­stra­te­gie oder ein Ge­winn für die Um­welt? Sol­che Fir­men sei­en ein Bei­spiel da­für, dass „um­welt­scho­nen­de Kon­zep­te markt­fä­hig sind“, sagt Ma­ri­na Köhn, ei­ne In­for­ma­ti­ke­rin in der Be­ra­tungssstel­le Gre­en-it des Um­welt­bun­des­amts (UBA).

Auch Gre­en­peace schätzt die Stra­te­gi­en grü­ner In­ter­net­diens­te als sinn­voll ein. Die Or­ga­ni­sa­ti­on bie­tet im Cli­cking Cle­an Re­port auch ei­nen Über­blick, wel­che In­ter­net­un­ter­neh­men die größ­ten Um­welt­sün­der sind.

Strom­fres­ser Youtu­be & Co.

Die größ­ten Strom­fres­ser im Netz sind Strea­m­ing­diens­te. „Wir wis­sen, dass das An­se­hen von Fil­men über Vi­deo­st­rea­m­ing, Youtu­be und ähn­li­che Vi­deo­platt­for­men für et­wa 70 bis 80 Pro­zent des ge­sam­ten Da­ten­ver­kehrs ver­ant­wort­lich ist“, sagt Köhn.

Dem um­welt­be­wuss­ten Ver­brau­cher hel­fen un­ter an­de­rem La­bel, die auf Ökostrom, al­so auf nach­hal­ti­ge Strom­er­zeu­gung hin­wei­sen. Man er­kennt In­ter­net­an­bie­ter, E-mail-di­enst­leis­ter, Hos­ter oder Such­ma­schi­nen, die ih­ren Strom kom­plett aus er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en oder ver­gleich­ba­ren Co2-neu­tra­len Qu­el­len be­zie­hen, am Ökostrom-la­bel „Grü­ner Strom“oder „ok-po­wer“.

Das La­bel „The Gold Stan­dard“gibt es für ei­ni­ge Di­ens­te, die ih­ren Treib­haus­gas­aus­stoß mit Aus­gleichs­zah­lun­gen kom­pen­sie­ren. Und wer auf Ener­gie­ef­fi­zi­enz, al­so Strom­spa­ren setzt, darf mit dem La­bel „Blau­er En­gel“wer­ben.

Nicht dau­ernd News che­cken

Das Pro­blem: Wenn Un­ter­neh­men nicht of­fen­siv da­mit wer­ben, ist für Ver­brau­cher kaum nach­zu­voll­zie­hen, wo der Strom her­kommt – genau­so we­nig, in­wie­fern Nach­hal­tig­keits­ver­spre­chen auch tat­säch­lich ein­ge­löst wer­den. Die Ex­per­ten sind sich aber ei­nig dar­in, dass die Ver­läss­lich­keit sol­cher Wer­be­ver­spre­chen grund­sätz­lich hoch ein­zu­schät­zen ist.

Laut dem Gre­en­peace-spre­cher Ni­k­las Schinerl ist au­ßer­dem da­von aus­zu­ge­hen, dass die Be­trei­ber rein aus öko­no­mi­schen Grün­den ein In­ter­es­se an spar­sa­mem Strom­ver­brauch ha­ben. Und auch die User kön­nen et­was tun: Zum Bei­spiel brau­chen sie nicht al­le paar Mi­nu­ten das Smart­pho­ne nach neu­en Nach­rich­ten zu che­cken.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.