Mit Ge­duld ans Ziel

Vor der Sai­son wech­sel­te Ro­bert And­rich aus Hei­den­heim zum 1. FC Uni­on. Im Ge­spräch blickt er auf sei­ne An­fän­ge zu­rück und schaut auf das Stadt­du­ell mit Her­tha BSC.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - SPORT -

Auf der Su­che nach mehr Spiel­zeit wech­sel­te Ro­bert And­rich vor fünf Jah­ren von der zwei­ten Mann­schaft von Her­tha BSC zu Dy­na­mo Dres­den in die 3. Li­ga. Mitt­ler­wei­le ist der 25-Jäh­ri­ge mit dem 1. FC Uni­on Ber­lin in der Bun­des­li­ga an­ge­kom­men und aus dem Team von Urs Fi­scher nicht mehr weg­zu­den­ken. Lu­kas Gry­bow­ski und Tho­mas Sa­bin spra­chen mit ihm.

Herr And­rich, Sie sind ge­bür­ti­ger Pots­da­mer. Ha­ben beim FV Tur­bi­ne Pots­dam an­ge­fan­gen, sind aber früh zu Her­tha BSC ge­wech­selt. Sym­pa­thi­siert man in der Ju­gend dann schon eher mit Her­tha als Uni­on?

Wenn man in der Ju­gend dort Pro­fi ist, ist man viel­leicht auch schon Fan der Män­ner­mann­schaft, aber das hat sich dann auch ein we­nig ver­än­dert. So rich­tig Fan war ich von kei­ner Mann­schaft. Bay­ern war schon cool, weil da da­mals auch schon ein paar coo­le Spie­ler ge­spielt ha­ben. Aber so rich­tig Fan, dass ich auch mal aus­wärts mit­ge­fah­ren bin, war ich nie.

Mit 21 Jah­ren wech­sel­ten Sie zu Dy­na­mo Dres­den. Nach zwei Jah­ren wei­ter zu We­hen Wies­ba­den und dann zum FC Hei­den­heim. Hat­ten Sie am An­fang Schwie­rig­kei­ten, auf sich al­lein ge­stellt zu sein?

In Dres­den war ich zwar al­lein, aber da war der Weg für mei­ne El­tern zum Glück nicht so weit. In Wies­ba­den ha­be ich re­la­tiv schnell mei­ne Frau ken­nen­ge­lernt, dann sind wir zu­sam­men­ge­zo­gen, und ich war schnell nicht mehr al­lein. Nach Hei­den­heim kam sie mit, aber klar lernt man am An­fang im­mer wei­ter, für sich sel­ber zu sor­gen, und das kann für die per­sön­li­che Ent­wick­lung auch sehr wich­tig sein.

Al­so ha­ben Sie es nie­mals be­reut, Her­tha da­mals ver­las­sen zu ha­ben?

Im Nach­hin­ein nicht. Am An­fang war es schon hart, denn man ist lan­ge dort und dann muss man weg. Aber im End­ef­fekt ge­hört es im Fuß­ball da­zu, und es ist al­les so in Ord­nung.

Wann wur­de Ih­nen be­wusst, dass im Som­mer der rich­ti­ge Schritt ist, um nach Hau­se zu­rück­zu­keh­ren und dann auch Bun­des­li­ga zu spie­len?

Es war nicht so, dass ich im­mer im Hin­ter­kopf hat­te, dass ich nach Ber­lin zu­rück muss. Das ist na­tür­lich das i-tüp­fel­chen. Es hat im Som­mer ein­fach al­les gut ge­passt, Uni­on ist auf­ge­stie­gen, und die Ge­sprä­che wa­ren schon im­mer so ein biss­chen vor­han­den und ver­lie­fen gut.

Jetzt geht es für Sie ge­gen Bay­ern Mün­chen, dann im Po­kal wie­der ge­gen Frei­burg und dann kommt es zum Stadt­der­by ge­gen Her­tha BSC. Ist man da im Kopf schon beim Ber­lin-du­ell?

Auf je­den Fall den­ken wir erst ein­mal an Mün­chen und da­nach an Frei­burg. Das sind zwei wich­ti­ge Spie­le. Wir ha­ben ge­gen Bay­ern nichts zu ver­lie­ren und wol­len so viel wie mög­lich mit­neh­men und dann im Po­kal ei­ne Run­de wei­ter­kom­men. Da­nach wer­den wir re­ge­ne­rie­ren und gu­cken, wie wir Her­tha an­ge­hen.

Gab es schon vie­le Ti­cket­wün­sche von Fa­mi­lie und Freun­den?

Ei­gent­lich noch kei­ne.

Ist es denn schon Ge­sprächs­the­ma in der Ka­bi­ne oder wird das Spiel kom­plett aus­ge­blen­det?

Wir ha­ben noch gar nicht drü­ber ge­spro­chen. Ich kann mir vor­stel­len, dass in der Wo­che da­vor über­all dar­über ge­spro­chen wird, und es wird ver­sucht, noch ein biss­chen mehr Feu­er rein­zu­brin­gen. Bei je­dem Der­by wird da­vor al­les ein biss­chen auf­ge­pusht, aber das Wich­tigs­te wird sein, dass man da ei­nen küh­len Kopf be­wahrt und sich nicht an­sta­cheln lässt und über­mo­ti­viert ins Spiel geht.

Was hät­te ein Der­by­sieg für ei­nen Stel­len­wert?

Es wä­re bes­ser als ei­ne Nie­der­la­ge (lacht). Wenn wir ge­win­nen, wä­re das na­tür­lich über­ra­gend, aber es geht ja da­nach wei­ter. Wir sind froh, dass wir ge­gen Frei­burg ge­won­nen ha­ben, und ver­su­chen auch ge­gen Bay­ern was zu ho­len.

Sie sind mit 94,8 Ki­lo­me­tern bis­her die dritt­meis­ten in der Li­ga ge­lau­fen. Wa­ren Sie in der Ju­gend schon so lauf­stark?

Das weiß ich gar nicht, in der Ju­gend hat man ja nie ei­ne Ki­lo­me­ter­zahl ge­habt. In der drit­ten Li­ga gab es das, glau­be ich, auch noch nicht. Aber wenn ich in der zwei­ten Li­ga 90 Mi­nu­ten ge­spielt ha­be, war ich im­mer vor­ne da­bei.

Kommt es beim Spiel ge­gen Her­tha vor al­lem auf die Lauf­be­reit­schaft und Ein­satz­be­reit­schaft je­des Ein­zel­nen an?

Auf je­den Fall. Ich den­ke, das wird in je­dem Spiel ver­langt, aber in die­sem be­son­ders, weil es noch ei­ne an­ge­spann­te­re Si­tua­ti­on ist. Des­we­gen den­ke ich, dass es wich­tig sein wird. Es wird wahr­schein­lich ein sehr in­ten­si­ves Spiel, und da müs­sen wir dann den Tick mehr Zwei­kämp­fe ge­win­nen und auch mehr lau­fen.

con­trast­pho­to/o. Beh­rendt Fo­to:

Fes­te Uni­on-grö­ße: Ro­bert And­rich

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