Bit­te­re Nie­der­la­ge für die Hand­bal­le­rin­nen

Bran­den­burg­li­gist HSC 2000 kas­siert beim VFB Do­ber­lug-kirch­hain ei­ne bit­te­re 24:25 (12:13)-Nie­der­la­ge. Zwi­schen­zeit­lich füh­ren die Frank­fur­te­rin­nen be­reits mit vier To­ren.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - VORDERSEIT­E - Von Chris­to­pher Kra­nich

Die Sport­le­rin­nen vom Frank­fur­ter Bran­den­burg­li­gis­ten HSC 2000 lie­fer­ten beim VFB Do­ber­lug-kirch­hain ei­ne en­ga­gier­te Leis­tung und muss­ten sich ganz knapp mit 24:25 ge­schla­gen ge­ben. Die Ent­schei­dung fiel erst kurz vor Schluss.

Gan­ze fünf Se­kun­den ha­ben den Hand­ball­frau­en des HSC 2000 für den zwei­ten Punkt in der Frem­de oder wahr­schein­lich so­gar zum zwei­ten Sai­son­sieg ge­fehlt. Beim 24:25 in Do­ber­lug-kirch­hain muss­ten sich die Frank­fur­te­rin­nen ein­mal mehr hauch­dünn ge­schla­gen ge­ben. Die Wor­te „ver­pass­te Be­loh­nung“sind bei den Hsc-frau­en all­ge­gen­wär­tig und war sel­ten so pas­send.

Die ers­te Halb­zeit ver­lief sehr aus­ge­gli­chen und kein Team schaff­te es, sich ent­schei­dend ab­zu­set­zen. Eli­sa Win­kow­ski er­öff­ne­te den Tor­rei­gen nach 163 Se­kun­den, als sie sich en­er­gisch in der Mit­te durch­tank­te. Dem 1:0 folg­te nicht mal ei­ne Zei­ge­rum­dre­hung spä­ter das zwei­te Tor durch Bea­tri­ce Zacha­ri­as, was die Ger­ber­städ­te­rin­nen ih­rer­seits mit drei To­ren in Fol­ge zum 2:3 aus Hsc-sicht dreh­ten. So wech­sel­te die Füh­rung wäh­rend des ers­ten Durch­gangs ins­ge­samt fünf­mal und kei­ne Mann­schaft konn­te sich mit mehr als zwei To­ren be­frei­en. Auf­fäl­lig war, dass die Schieds­rich­ter auf bei­den Sei­ten nicht im­mer nach­voll­zieh­ba­re pro­gres­si­ve Schwer­punk­te setz­ten. So wur­den un­zäh­li­ge Kopf­tref­fer aus kur­zer Dis­tanz nicht ge­ahn­det, wäh­rend nor­ma­le Zwei­kämp­fe mit Zeit­stra­fen beid­sei­tig ver­se­hen wur­den. In die Ka­bi­ne ging es mit 13:12.

In der Halb­zeit­pau­se for­der­te Frank­furts Trai­ner Micha­el Schus­ter, wei­ter so kon­zen­triert und kon­se­quent in der Ab­wehr zu ar­bei­ten und im An­griff in die sich bie­ten­den Lü­cken zu sto­ßen. Die­ser For­de­rung ka­men die Spie­le­rin­nen auch so­fort nach. Wäh­rend die Ver­tei­di­gung wei­ter­hin stark ar­bei­te­te und sich auf Tor­hü­te­rin Ani­ta Tu­mas­zyk im Ge­häu­se ver­las­sen konn­te, fan­den sie im An­griff im­mer bes­ser gu­te Ein­wurf­mög­lich­kei­ten, die auch ver­wer­tet wur­den. So ge­lang es den Oder­städ­te­rin­nen nach gut 40 Mi­nu­ten erst­mals mit drei To­ren in Füh­rung zu ge­hen (19:16).

Al­ler­dings be­wies das Schieds­rich­ter­duo in der glei­chen Mi­nu­te we­nig Fin­ger­spit­zen­ge­fühl und gab so­wohl El­ke Röh­nert vom VFB als auch An­nekath­rin Zacha­ri­as von den Gäs­ten bei ei­ner „Al­ler­welts­ak­ti­on“je zwei Mi­nu­ten – was zur Fol­ge hat­te, dass die Frank­fur­te­rinn nach ih­rer drit­ten Zeit­stra­fe früh­zei­tig du­schen durf­te. Die mit oh­ne­hin nur neun Spie­le­rin­nen an­ge­reis­te

Hsc-mann­schaft hat­te da­mit fast 20 Mi­nu­ten nur noch ei­ne Wech­sel­mög­lich­keit.

Am Sonn­tag beim HSC Pots­dam

Den­noch wehr­ten sich die Gäs­te und er­höh­ten so­gar auf 21:17. Es wur­de nun noch ein­mal span­nend, denn die Kräf­te schwan­den fünf Mi­nu­ten vor dem En­de beim HSC beim Stand von 24:22 aus Gäs­te­sicht. So tra­fen die Dop­pel­städ­te­rin­nen 43 Se­kun­den vor dem En­de zum 24:24-Aus­gleich. Im letz­ten An­griff der Par­tie zeig­te Fortu­na dann, dass sie es heu­te nicht mit den Oder­städ­te­rin­nen hielt. Wäh­rend der letz­te Ball von Bea­tri­ce Zacha­ri­as vom Pfos­ten nicht ins Tor, son­dern ge­nau in die Ar­me der ge­schla­ge­nen

Tor­hü­te­rin An­ja Barth her­aus­sprang und sie Va­len­ti­na Sey­fet­di­no­va auf die Rei­se schick­te, stell­te die 20-Jäh­ri­ge das Spiel völ­lig auf den Kopf und ließ ihr Team und die 150 Zu­schau­er in der Hal­le ju­beln.

Trai­ner Micha­el Schus­ter war nach dem Spiel de­pri­miert: „Es tut mir für mei­ne Mann­schaft ein­fach nur Leid. Sie hat heu­te wie­der al­les ge­ge­ben und steht er­neut mit lee­ren Hän­den da. Das hat sie heu­te nicht ver­dient. Wie schon in Bel­zig be­kom­men wir Se­kun­den vor dem En­de den Aus­gleich oder heu­te so­gar noch den k.o. Es ist ein­fach är­ger­lich, dass wir uns für un­se­ren Auf­wand nicht end­lich be­loh­nen. Wir wer­den un­se­ren Weg aber wei­ter ge­hen und hart für die nächs­ten Punk­te kämp­fen.“

Be­reits am kom­men­den Wo­che­n­en­de ha­ben die Frau­en des HSC 2000 die nächs­te Ge­le­gen­heit da­zu. Beim Auf­stei­ger HSC Pots­dam tre­ten sie am Sonn­tag um 16 Uhr an und wol­len sich dann mit ei­nem hof­fent­lich brei­te­ren Ka­der wie­der selbst be­loh­nen.

Bea­tri­ce Zacha­ri­as trifft beim letz­ten An­griff der Par­tie nur den Pfos­ten.

HSC 2000 Frankfurt: Ani­ta Tu­mas­zyk – An­nekath­rin Zacha­ri­as (6), Bea­tri­ce Zacha­ri­as (5), Eli­sa Win­kow­ski (5/1), No­ra Tüb­bi­cke (3),Na­di­ne We­ge­ner (2), Ju­lia Kup­per (1), Ni­col Leu­sch­ner (1), Jas­min Hen­schel (1/1)

Schieds­rich­ter: Andrea Woll­gast und Jörg Woll­gast – Sie­ben­me­ter: HSC 6/2, Do­ber­lug 4/4 – Zeit­stra­fen: HSC 4 und ein­mal Rot, Do­ber­lug 6 und ein­mal Rot – Zu­schau­er: 150

Fo­to: Micha­el Benk

Eli­sa Win­kow­ski steu­er­te fünf Tref­fer für die Frank­fur­te­rin­nen bei.

Har­ri Pla­ne­ta (1931–2019)

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