Bit­te recht gru­se­lig!

An Hal­lo­ween zie­hen wie­der zahl­rei­che Vam­pi­re, He­xen und Zom­bies los. Auch in die­sem Jahr gibt es ei­ni­ge Trends. Fünf Fra­gen rund um das Spuk-fest.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - BLICK IN DIE WELT - dpa Von Lu­ca Stett­ner

Schau­ri­ge Ver­klei­dun­gen, grin­sen­de Kür­bis­köp­fe, Sü­ßig­kei­ten bis zum Um­fal­len – Hal­lo­ween-fans fie­bern seit Wo­chen auf den Don­ners­tag hin. Mit der Dro­hung „Sü­ßes oder Sau­res“wer­den wie je­des Jahr vie­le Kin­der und Ju­gend­li­che von Haus zu Haus zie­hen. Gru­sel-muf­fel hin­ge­gen ver­na­geln dann Tür und Tor, hal­ten den Brauch für ei­ne ame­ri­ka­ni­sche Spin­ne­rei. An Hal­lo­ween schei­den sich al­so im dop­pel­ten Sin­ne die Geis­ter. Doch wo­her stammt der Brauch ei­gent­lich? Und wel­che Trends gibt es in die­sem Jahr? Fünf Fra­gen und Ant­wor­ten zum Hal­lo­ween-fest am Don­ners­tag.

1 Wel­chen Ur­sprung hat Hal­lo­ween?

Das ist his­to­risch nicht ein­deu­tig zu be­ant­wor­ten. Klar ist: Das Wort Hal­lo­ween kommt von „All Hal­lows’ Eve“. Da­mit ist der Abend vor dem christ­li­chen Fest Al­ler­hei­li­gen ge­meint. Hal­lo­ween ist al­so am 31. Ok­to­ber, dem Re­for­ma­ti­ons­tag. Ur­sprüng­lich war das Brauch­tum ver­mut­lich vor al­lem im ka­tho­li­schen Ir­land ver­brei­tet. Nach ak­tu­el­lem Stand der For­schung brach­ten iri­sche Aus­wan­de­rer das Fest dann im 19. Jahr­hun­dert in die USA. Von dort ge­lang­te der Brauch nach Eu­ro­pa zu­rück. Weit ver­brei­tet ist die An­nah­me, dass es rund 2000 Jah­re zu­rück­rei­chen­de Be­zü­ge zu heid­ni­schen und kel­ti­schen Tra­di­tio­nen wie dem Sam­hain­fest ge­be. Mit die­sem Fest hät­ten sich die Kel­ten in der Nacht auf den 1. No­vem­ber mit Mas­ken, Tän­zen und To­ten­kult

vom Som­mer ver­ab­schie­det. Dass Hal­lo­ween auf die­ses Fest zu­rück­geht, gilt in­zwi­schen als wi­der­legt.

2 Wo­her stammt der Brauch, La­ter­nen aus Kür­bis­sen zu schnit­zen?

Von ei­ner iri­schen Sa­ge. Der zu­fol­ge hat­te der Bö­se­wicht Jack Old­field den Teu­fel rein­ge­legt und müs­se des­halb nie in die Höl­le. Doch als er starb, sei er im Him­mel ab­ge­wie­sen wor­den. Auch in die Höl­le konn­te er nicht. Der Teu­fel ha­be Mit­leid be­kom­men und ihm ei­ne glü­hen­de Koh­le aus dem Höl­len­feu­er ge­schenkt. Jack ha­be sie in ei­ne aus­ge­höhl­te Rü­be ge­steckt. Seit­her wand­le sei­ne ver­damm­te See­le am Vor­abend von Al­ler­hei­li­gen mit die­ser La­ter­ne durch die Dun­kel­heit. Ablei­tung der Le­gen­de: ein bren­nen­des Stück Koh­le in ei­ner Rü­be kön­ne Teu­fel und Geis­ter ab­hal­ten. In den USA lös­te schließ­lich der Kür­bis die Rü­be als „Jack O‘lan­tern“(deutsch: Jack mit der La­ter­ne) ab. Heu­te ist das Kür­bis-schnit­zen auch hier­zu­lan­de be­liebt.

3 Wie gut läuft das Ge­schäft mit den Hal­lo­ween-sü­ßig­kei­ten?

„Un­ser Ver­kauf lief gut. Be­son­ders be­liebt wa­ren klei­ne Gum­mi­bä­ren-ge­hir­ne“, sag­te Wil­ma Ei­sert. Sie ist In­ha­be­rin des Frucht­gum­mi-ge­schäfts Bä­ren­land in Ulm. In ih­rem Shop bot sie au­ßer­dem schar­fe Gum­mi­bä­ren-to­ten­köp­fe und Gru­sel­mi­schun­gen aus Gum­mi­bä­ren wie Ske­let­ten, Spin­nen und Kür­bis­sen an. Die­se Mi­schung sei be­reits drei Ta­ge vor Hal­lo­ween aus­ver­kauft ge­we­sen. Ein we­ni­ger gu­tes Bild zeich­net ei­ne Stu­die des Markt­for­schers Niel­sen. Dem­nach ga­ben die Ver­brau­cher in Deutsch­land im Jahr 2017 rund zehn Mil­lio­nen Eu­ro für Hal­lo­ween-sü­ßig­kei­ten aus und kauf­ten rund 1700 Ton­nen da­von. Das wa­ren 20 Pro­zent we­ni­ger als im Vor­jahr. Im Ge­samt­markt der Sai­son-sü­ßig­kei­ten kam Hal­lo­ween nur auf zwei Pro­zent. Zah­len zum ver­gan­ge­nen Jahr will Niel­sen dem­nächst be­kannt ge­ben.

4 Wel­che Ko­s­tü­me sind die­ses Jahr be­son­ders an­ge­sagt?

Rie­si­ge Gru­sel-mas­ken, ab­ge­schnit­te­ne Glied­ma­ßen vol­ler Kunst­blut – die Ko­s­tü­me wer­den im­mer aus­ge­fal­le­ner. „Es geht un­glaub­lich um Fa­cet­ten­reich­tum. Mit Schmin­ke, Kon­takt­lis­ten oder Kunst­blut kann man viel ma­chen“, er­klärt Björn Lin­dert, Ge­schäfts­füh­rer des Ko­s­tüm-ge­schäfts Dei­ters mit 30 Fi­lia­len in ganz Deutsch­land. Grund­sätz­lich geht als Ver­klei­dung al­les, was gru­se­lig ist – von der He­xe bis zum Vam­pir oder Zom­bie. Da­zu ge­he ein Trend zu Fi­gu­ren aus Film und Fern­se­hen – wie et­wa Ar­thur Fleck aus dem neu­en Thril­ler „Jo­ker“. Mit dem bis­he­ri­gen Hal­lo­ween-ge­schäft ist Lin­dert zu­frie­den. Tipp an al­le Bast­ler: Mit ein biss­chen Ge­schick und Krea­ti­vi­tät lässt sich ein Ko­s­tüm auch rasch selbst er­stel­len.

5 Dro­hen Kin­dern und Ju­gend­li­chen bei Strei­chen Kon­se­quen­zen?

Aus ei­nem nicht bö­se ge­mein­ten Streich wer­de häu­fig un­ge­woll­te Sach­be­schä­di­gung, warnt die Po­li­zei. „Wer zu Hal­lo­ween mit Zahn­pas­ta das Au­to der Nach­barn be­schmiert und da­bei be­schä­digt, der muss mit ei­ner Stra­fe rech­nen, auch wenn es nur als Scherz ge­plant war“, sag­te Ha­rald Schmidt, Ge­schäfts­füh­rer der Po­li­zei­li­chen Kri­mi­nal­prä­ven­ti­on der Län­der und des Bun­des. Ei­ne Geld­stra­fe oder so­gar ei­ne Frei­heits­stra­fe von bis zu drei Jah­ren dro­he bei ei­ner „ge­mein­schäd­li­chen Sach­be­schä­di­gung“. Die be­geht un­ter an­de­rem, wer Park­bän­ke oder Hal­te­stel­len­häus­chen de­mo­liert. Es gibt aber auch ver­gleichs­wei­se harm­lo­se Strei­che. „Es ist dann ein Spaß, wenn al­le Be­tei­lig­ten dar­über la­chen kön­nen“, so Schmidt. Kin­der könn­ten bis zum 14. Le­bens­jahr straf­recht­lich nicht be­langt wer­den, weil sie noch nicht schuld­fä­hig sei­en, er­klär­te er. Aber be­reits Sie­ben­jäh­ri­ge könn­ten für ent­stan­de­ne Schä­den zur Ver­ant­wor­tung ge­zo­gen wer­den – oder bei Ver­let­zung der Auf­sichts­pflicht die El­tern.

Foto: Shut­ter­stock

Zom­bie-hän­de, Kür­bis-frat­zen, Gr­ab­stei­ne – Hal­lo­ween ist das wohl schau­rigs­te Fest des Jah­res.

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