Wie die drei Af­fen

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - LESERBRIEF­E -

Zu „Das größ­te Pro­blem der Po­li­zei ist die un­tä­ti­ge Jus­tiz“(Aus­ga­be vom 19./20. Ok­to­ber):

Es ist ty­pisch für die­ses Land, dass ein Pfar­rer und nicht et­wa ein Po­li­ti­ker die Fehl­ent­wick­lun­gen und Miss­stän­de auf­zäh­len muss. Der Pfar­rer hat die Po­li­zei vie­le Jah­re be­glei­tet, er war dicht dran und kann sich ein Ur­teil er­lau­ben. Die Po­li­zei leis­tet täg­lich die ge­sell­schaft­li­che „Drecks­ar­beit“und wird von ei­ner „un­tä­ti­gen Jus­tiz“im Stich ge­las­sen.

Die Po­li­tik ver­hält sich beim The­ma Jus­tiz wie die drei Af­fen – nichts se­hen, nichts hö­ren, nichts sa­gen. Die Um­fra­gen be­stä­ti­gen, dass die Bür­ger das Ver­trau­en in die Jus­tiz ver­lo­ren ha­ben, trotz­dem wer­den die Ur­tei­le bzw. „Nich­tur­tei­le“im Na­men des Vol­kes ver­kün­det. Der Herr Rich­ter, der kürz­lich sei­ne Kol­le­gen ge­nau des­halb öf­fent­lich an­ge­pran­gert hat, wird wohl in der Ver­sen­kung ver­schwin­den.

Ro­man Stähr

Oder­berg

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