Ddr-dik­ta­tur hat die Men­schen ver­än­dert

Man konn­te im Os­ten Deutsch­lands ganz gut le­ben, wenn man an die Idea­le des Staa­tes glaub­te.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - LESERBRIEF­E - Bea­te Blechin­ger Fre­ders­dorf

Zu „Die Un­to­te“(Aus­ga­be vom 7. Ok­to­ber):

Ja, man konn­te in der DDR ganz gut le­ben: wenn man an den Sieg des So­zia­lis­mus glaub­te, wenn man den Mar­xis­mus-le­ni­nis­mus als ein­zi­ge wis­sen­schaft­li­che und wah­re Wel­t­an­schau­ung ak­zep­tier­te, wenn man nicht ei­nem „Aber­glau­ben“wie ei­ner christ­li­chen Re­li­gi­on an­hing, wenn die Kin­der in das vor­ge­ge­be­ne Sche­ma pass­ten, wenn man durch ent­spre­chen­de Be­zie­hun­gen Zu­gang zu „Bück­wa­re“hat­te, wenn man in ei­ner miet­ge­stütz­ten Neu­bau­woh­nung mit kos­ten­lo­sem war­men Was­ser wohn­te. Dass es aber für Tei­le der Be­völ­ke­rung nor­mal war, dass Men­schen, de­ren ein­zi­ges Ver­bre­chen da­rin be­stand, nicht in der DDR le­ben zu wol­len, an der Gren­ze ab­ge­knallt wur­den wie toll­wü­ti­ge Hun­de, weist dar­auf hin, dass mehr als 50 Jahre Dik­ta­tur die Moral­vor­stel­lun­gen der Men­schen ver­än­dern. Das wirkt bis heu­te nach.

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