Der Ex-lin­ke-ab­ge­ord­ne­te Tors­ten Krau­se wur­de vom Be­trugs­vor­wurf frei­ge­spro­chen.

Der Ex-land­tags­ab­ge­ord­ne­te stand im Ver­dacht, sich Fahrt­kos­ten er­schli­chen zu ha­ben.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - BRANDENBUR­G -

Im Pro­zess ge­gen den ehe­ma­li­gen Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Tors­ten Krau­se (Lin­ke) we­gen Fahrt­kos­ten­be­trugs hat das Amts­ge­richt Pots­dam den 38-Jäh­ri­gen frei­ge­spro­chen. Es sei nicht zwei­fels­frei fest­zu­stel­len, dass sich Krau­se mit ei­ner be­wusst fal­schen An­ga­be sei­nes Wohn­orts in Ly­chen (Ucker­mark) Fahrt­kos­ten­pau­scha­len in Hö­he von 72 000 Eu­ro von der Land­tags­ver­wal­tung er­schli­chen ha­be, er­klär­te die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin, Chris­ti­ne Rühl, am Frei­tag in ih­rer Ur­teils­be­grün­dung. „Da­her gilt: im Zwei­fel für den An­ge­klag­ten.“

Die Staats­an­walt­schaft hat­te für Krau­se ei­ne ein­jäh­ri­ge Haft­stra­fe auf Be­wäh­rung so­wie die Ein­zie­hung des an­geb­lich er­schwin­del­ten Gel­des ge­for­dert. Die Ver­tei­di­gung hat­te auf Frei­spruch plä­diert. Die Staats­an­wäl­tin kün­dig­te nach dem Ur­teil an, ei­ne Be­ru­fung zu prü­fen.

Mehr als 20 Zeu­gen ge­hört

Kei­ner der vom Ge­richt ge­hör­ten mehr als 20 Zeu­gen ha­be er­klärt, dass er Krau­se nicht in Ly­chen ge­se­hen ha­be oder dass er den 38-Jäh­ri­gen gar nicht ken­ne, sag­te die Rich­te­rin in der Be­grün­dung. „Wie oft man an sei­nem Wohn­ort sein muss, um sa­gen zu kön­nen, dass dies der Wohn­ort sei, weiß nie­mand zu sa­gen.“Da­zu ge­be es auch kei­ne Vor­schrift des Land­tags.

Die An­kla­ge hat­te Krau­se vor­ge­wor­fen, dass er von 2005 bis 2012 beim Land­tag Ly­chen als Wohn­ort vor­ge­täuscht ha­be, ob­wohl er tat­säch­lich in Pots­dam und Ber­lin ge­lebt ha­be. Da­mit ha­be er sich mo­nat­lich rund 1000 Eu­ro er­schwin­delt. Krau­se hat­te vor Ge­richt er­klärt, dass er in Ly­chen ge­wohnt und dort auch Man­da­te in der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung und im Kreis­tag der Ucker­mark wahr­ge­nom­men ha­be.

Die Er­mitt­lun­gen wa­ren 2012 nach ei­ner an­ony­men Anzeige ein­ge­lei­tet wor­den. Im Mai 2018 hat­te das Amts­ge­richt schließ­lich auf An­trag der Staats­an­walt­schaft ei­nen Straf­be­fehl ge­gen Krau­se er­las­sen. Die­ser lau­te­te auf zehn Mo­na­te zur Be­wäh­rung und Ein­zie­hung des an­geb­lich un­recht­mä­ßig er­lang­ten Gel­des. Krau­se hat­te da­ge­gen Ein­spruch ein­ge­legt und sich von sei­ner Tä­tig­keit als Bü­ro­lei­ter der da­ma­li­gen Ge­sund­heits­mi­nis­te­rin Dia­na Gol­ze (Lin­ke) be­ur­lau­ben las­sen.

Foto: dpa

Tors­ten Krau­se

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