Stu­di­en ver­tei­di­gen Preis­bin­dung

Ge­setz­li­che Re­ge­lung ga­ran­tiert die Viel­falt und Qua­li­tät des Buch­an­ge­bo­tes in Deutsch­land.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - KULTUR -

Die Buch­preis­bin­dung ge­währ­leis­tet laut zwei Stu­di­en für den Bör­sen­ver­ein des deut­schen Buch­han­dels die Viel­falt und Qua­li­tät des Buch­an­ge­bo­tes in Deutsch­land. „Die Preis­bin­dung ga­ran­tiert ein eng­ma­schi­ges Netz an Buch­hand­lun­gen, die wich­ti­ge Or­te der Li­te­ra­tur­ver­mitt­lung und un­ver­zicht­ba­rer Ver­triebs­ka­nal ge­ra­de für klei­ne und mit­tel­gro­ße Ver­la­ge sind“, sag­te am Frei­tag der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Bör­sen­ver­eins, Alexander Ski­pis, in Ber­lin.

Seit fast 150 Jah­ren gibt es für Bü­cher in Deutsch­land ge­bun­de­ne Prei­se. Kun­den zah­len über­all den sel­ben Preis – egal ob in ei­ner klei­nen Sor­ti­ments­buch­hand­lung, in ei­nem Buch­kauf­haus oder über das In­ter­net. Die­se Re­ge­lung war zu­letzt durch ei­ne Ent­schei­dung des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­ho­fes zur Arz­nei­mit­tel­preis­bin­dung und ein Gut­ach­ten der Mo­no­pol­kom­mis­si­on un­ter Druck ge­ra­ten. Im ver­gan­ge­nen De­zem­ber be­kann­te sich der Bun­des­tag de­mons­tra­tiv zum Er­halt die­ser Re­ge­lung.

Ei­ne For­scher­grup­pe um den Gie­ße­ner Volks­wirt­schaft­ler Ge­org Götz und den Os­na­brü­cker Han­dels- und Wirt­schafts­recht­ler Andreas Fuchs hat­te Aus­wir­kun­gen und Le­gi­ti­mi­tät der Buch­preis­bin­dung un­ter­sucht. Ih­re Stu­di­en un­ter­strei­chen, dass die Buch­preis­bin­dung ei­ne gro­ße Rol­le für ei­ne brei­te Buch­han­dels­land­schaft und die Ver­brei­tung des Kul­tur­gu­tes Buch spie­le und zu­gleich Qua­li­tät und Viel­falt des Buch­an­ge­bo­tes för­de­re. Sie sor­ge zu­dem da­für, dass ei­ne gro­ße Viel­falt von Ti­teln jen­seits der Best­sel­ler ge­kauft wür­den.

Fuchs un­ter­strich, dass die Buch­preis­bin­dung im Ein­klang mit dem eu­ro­päi­schen Wett­be­werbs­recht ste­he. Aus­län­di­schen Ver­sand­un­ter­neh­men wer­de der Zu­gang zum deut­schen Buch­markt nicht er­schwert.

Laut Stu­di­en sorg­te die Ab­schaf­fung der Buch­preis­bin­dung in Groß­bri­tan­ni­en und Nord­ir­land da­für, dass die Zahl der un­ab­hän­gi­gen Buch­hand­lun­gen von 1995 bis 2001 um rund zwölf Pro­zent ge­sun­ken sei. In Deutsch­land ha­be es le­dig­lich ei­nen Rück­gang von drei Pro­zent ge­ge­ben.

Foto: dpa

Ge­setz­lich ge­re­gelt: In Deutsch­land zah­len Kun­den über­all den sel­ben Buch­preis.

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