Frank­furt ver­kün­det Jahr des Kin­des

98 000 Eu­ro, die im Rah­men des Run­den Ti­sches Kin­der­ar­mut für 2019 noch zur Ver­fü­gung stün­den, wer­den nun ins kom­men­de Jahr über­tra­gen.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - VORDERSEIT­E - Von Li­sa Mahl­ke

2020 will die Stadt mehr für jun­ge Bür­ger tun. Da­für soll ei­ne neue Kin­der­char­ta sor­gen. Ei­nen klei­nen Er­folg gibt es schon: 98 000 Eu­ro, die für die Be­kämp­fung von Kin­der­ar­mut für 2019 in den Haus­halt ein­ge­stellt wur­den, wer­den ins kom­men­de Jahr über­tra­gen.

Die Frank­fur­ter Kin­der­char­ta soll im kom­men­den Jahr zen­tra­les The­ma wer­den. OB Re­né Wil­ke will, so wie er An­fang die­ses Jah­res die Zu­zugs­kam­pa­gne der Stadt vor­stell­te, beim Neu­jahrs­emp­fang 2020 die Kin­der­char­ta in den Mit­tel­punkt stel­len. An die­ser ar­bei­ten seit meh­re­ren Mo­na­ten die Mit­glie­der der gleich­na­mi­gen Un­ter-ar­beits­grup­pe des Run­den Ti­sches Kin­der­ar­mut, der vor ei­nem Jahr das ers­te Mal zu­sam­men­trat.

Da­mals wur­de be­schlos­sen, dass in den Dop­pel­haus­halt 2019/2020 pro Jahr 100 000 Eu­ro für Ar­mut­s­prä­ven­ti­on ein­ge­stellt wer­den. Bei der jüngs­ten Sit­zung des Ju­gend­hil­fe­aus­schus­ses hieß es dann je­doch, dass da­von bis­lang le­dig­lich 2000 Eu­ro für den Fe­ri­en­pass aus­ge­ge­ben wur­den. Ei­ni­ge Aus­schuss­mit­glie­der zeig­ten sich be­sorgt dar­über, was mit dem rest­li­chen Geld im lau­fen­den Jahr pas­siert. Ja­na Piet­ack, Lei­te­rin des Ju­gend­am­tes, er­klär­te nun, dass es ei­ne Ei­ni­gung mit der Käm­me­rin ge­be, das Geld ins nächs­te Jahr zu über­tra­gen.

Die Char­ta, ein Kin­der-grund­ge­setz, soll ei­ne Leit­li­nie für die

Stadt wer­den, in der es um die Ach­tung, Be­ach­tung und Um­set­zung der Rech­te der Kin­der geht und die die Grund­hal­tung der Stadt Kin­dern ge­gen­über aus­zeich­net – für ein kin­der­freund­li­ches Frank­furt. Ge­plant ist, dass die Kin­der­char­ta auch durch die Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung be­schlos­sen wird. „Der Wunsch ist, dass ir­gend­wann in je­dem Un­ter­neh­men, in je­der Ein­rich­tung die Kin­der­char­ta aus­hängt“, sagt Ja­na Piet­ack.

Ide­en­samm­lung ge­star­tet

Vor­aus­sicht­lich im April 2020 wird der drit­te Run­de Tisch ta­gen. Bis En­de des ers­ten Quar­tals soll die För­der­richt­li­nie ste­hen, die be­schreibt, wel­che Pro­jek­te über­haupt för­der­fä­hig sind. Die Ar­beits­grup­pe Kin­der­char­ta wird bis da­hin wei­ter an der Kon­kre­ti­sie­rung die­ser ar­bei­ten; die Grup­pe Mo­ni­to­ring er­stellt ei­nen ge­samt­städ­ti­schen Ka­ta­log zu Hand­lungs­be­dar­fen beim The­ma; es wer­den Be­fra­gun­gen durch­ge­führt. Am En­de steht ei­ne Ver­ga­be­kom­mis­si­on, die über die Ver­wen­dung der Mit­tel ent­schei­det.

Schon jetzt sind Ak­teu­re an­ge­hal­ten, Pro­jekt­ide­en ein­zu­rei­chen. Da­zu rief OB Wil­ke ver­gan­ge­ne Wo­che beim Ju­gend­hilfetag auf, an dem et­wa 170 Ki­talei­ter, Fach­kräf­te aus der Ver­wal­tung, Osz-schü­ler, Er­zie­her und an­de­re Päd­ago­gen teil­nah­men. Denn die Kin­der­char­ta soll „zum Le­ben er­weckt“– ei­ne Be­we­gung – wer­den und nicht nur ein Stück Pa­pier sein, wie Ja­na Piet­ack be­tont. Be­vor es an die Öf­fent­lich­keit ging, sa­ßen Fach­ak­teu­re, ver­schie­de­ne Be­rei­che der Stadt­ver­wal­tung und die Trä­ger­schaft der Bil­dungs­ein­rich­tun­gen am Run­den Tisch. Auch dort ent­stan­den be­reits vie­le Ide­en.

Kom­plet­ter Be­trag kommt an

Das Geld soll nicht, weil es eben vor­han­den ist, ein­fach ver­teilt, son­dern be­darfs­ge­recht aus­ge­ge­ben wer­den – und zwar je­weils die kom­plet­ten 100 000 Eu­ro. Denn die Per­so­nal- und Sach­kos­ten för­dert das Land. Von Au­gust bis De­zem­ber ste­hen 27 000 Eu­ro vom Land zur Ver­fü­gung, „wir wol­len ei­nen Fol­ge­an­trag für 2020 stel­len“, sagt Ja­na Piet­ack. Seit 1. Au­gust gibt es au­ßer­dem die Stel­le der Pro­zess­ko­or­di­na­to­rin des Run­den Ti­sches „Zu­kunfts­und Bil­dungs­chan­cen für Kin­der – Ak­tiv ge­gen Kin­der­ar­mut in der Stadt Frank­furt (Oder)“.

Was Ja­na Piet­ack aber auch be­tont: „Es ist nicht so, dass tol­le Ide­en nicht be­ar­bei­tet wer­den, nur weil der Pro­zess noch nicht be­en­det ist.“Wer sich um För­de­rung be­wer­ben will, kön­ne et­wa auch auf das Bun­des­pro­gramm De­mo­kra­tie le­ben oder Bünd­nis für Bran­den­burg zu­rück­grei­fen.

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