Fort­schritt­li­cher Ka­te­chis­mus

Der frü­he­re Papst Jo­seph Ratz­in­ger hat Aus­sa­gen ge­trof­fen, die ihn nicht als kon­ser­va­tiv er­schei­nen las­sen.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - LESERBRIEF­E -

Zu „Ratz­in­ger, der kon­ser­va­ti­ve Kir­chen­fürst“(Aus­ga­be vom 30./31. Ok­to­ber):

Ich ha­be nicht den Ein­druck ge­won­nen, dass Jo­seph Ratz­in­ger „sehr kon­ser­va­tiv“war. Im­mer­hin war er Chef­re­dak­teur des „Ka­te­chis­mus der Ka­tho­li­schen Kir­che“, als er noch nicht Papst war. Die­ser Ka­te­chis­mus ist in sei­nen Aus­sa­gen ei­gent­lich fort­schritt­lich ein­zu­schät­zen. Hier ei­ne Aus­wahl: „Ei­ne Theo­rie, die den Pro­fit zur al­lei­ni­gen Re­gel und zum letz­ten Zweck al­ler wirt­schaft­li­chen Tä­tig­keit macht, ist sitt­lich un­an­nehm­bar“. „Die Kir­che hat in der Hand­lungs­wei­se des Ka­pi­ta­lis­mus den In­di­vi­dua­lis­mus und den ab­so­lu­ten Pri­mat der Markt­ge­set­ze über die mensch­li­che Ar­beit ab­ge­lehnt“.

Die­se Aus­wahl mö­ge ge­nü­gen, um zu zei­gen, dass Jo­seph Ratz­in­ger be­stimmt nicht kon­ser­va­tiv war. Götz Brandt Eg­gers­dorf

Foto: dpa

Jo­seph Ratz­in­ger in sei­ner Zeit als Papst Be­ne­dikt XVI

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