Kom­pro­miss nicht in Sicht

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - BRANDENBUR­G - Kommentar Ul­rich Thies­sen zum Streit um das In­sek­tenster­ben

Ei­nes muss man den Land­nut­zern las­sen: Sie sind smart. Nicht nur, dass sie ver­sucht ha­ben, mit ei­ner ei­ge­nen Volks­in­itia­ti­ve zum In­sek­ten­schutz der we­sent­lich ri­gi­de­ren Kon­kur­renz der Um­welt­ver­bän­de den Wind aus den Se­geln zu neh­men. Sie ver­mark­ten sich auch pro­fes­sio­nell – bis da­hin, dass sie am Di­ens­tag falsch adres­sier­te Un­ter­schrif­ten­lis­ten an die Ge­gen­sei­te über­ga­ben. Au­ßer­dem klingt ihr Ap­pell, das ge­sam­te The­ma In­sek­tenster­ben mit all sei­nen Fa­cet­ten ge­mein­sam im Land­tag zu dis­ku­tie­ren, sym­pa­thisch. Ir­gend­wie wer­den die Frak­tio­nen, vor al­lem die der breit auf­ge­stell­ten Ke­nia-ko­ali­ti­on, schon für Kom­pro­mis­se sor­gen: ein biss­chen we­ni­ger Pes­ti­zi­de, vie­le Ab­sichts­er­klä­run­gen und et­was mehr Geld, so könn­te es lau­fen, wenn es nach Bau­ern, Fi­schern und Wald­be­sit­zern geht.

Die Um­welt­ver­bän­de fah­ren da­ge­gen auf Kon­fron­ta­ti­ons­kurs: die be­sorg­te Ge­sell­schaft ge­gen die gift­sprit­zen­den Bau­ern, de­nen mit knall­har­ten Ge­set­zen Ein­halt ge­bo­ten wer­den muss! Mit den üb­li­chen Mit­teln des Land­ta­ges – ei­ner An­hö­rung und ei­ner Plenar­sit­zung mit Ent­schlie­ßungs­an­trä­gen – ist der Kon­flikt nicht zu be­wäl­ti­gen. Hier ist der neue Land­wirt­schafts­und Um­welt­mi­nis­ter ge­fragt, mit ei­ge­nen Vor­schlä­gen die be­rech­tig­ten In­ter­es­sen bei­der in Ein­klang zu brin­gen.

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