Stau­big wie die Wüs­ten ih­rer Hei­mat

Die Us-in­sti­tu­ti­on Gi­ant Sand kommt wie­der ein­mal für ei­ni­ge Kon­zer­te nach Deutsch­land. Im Ber­li­ner Bi­nuu prä­sen­tiert die Band al­te Songs im neu­en Ge­wand.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - WO?HIN! - ROCK / POP / JAZZ - Von Bo­ris Kru­se

Ei­gent­lich ist Gi­ant Sand längst viel mehr als nur ei­ne Band. Sie hal­fen seit ih­rem De­büt­al­bum „Val­ley Of Rain“von 1985 nicht nur, die Gren­zen zwi­schen Coun­try, Folk, Hea­vy-rock, In­de­pen­dent und Punk ein­zu­rei­ßen. Sie ha­ben auch et­li­che er­folg­rei­che Ne­ben­pro­jek­te her­vor­ge­bracht wie zum Bei­spiel The Band Of Bla­cky Ran­chet­te und die noch ein­mal deut­lich po­pu­lä­re­ren Cale­xi­co, so­dass sie heu­te eher das Epi­zen­trum ei­ner mu­si­ka­li­schen Sze­ne sind.

Die Grup­pe aus dem Us-bun­des­staat Ari­zo­na ver­wan­delt qua­si die dor­ti­ge So­no­ra-wüs­te in Mu­sik: Ih­re Songs, ob Bal­la­den oder wüs­te Rock­num­mern, klin­gen meist nach stau­bi­ger Wüs­te, nach end­lo­sen Stra­ßen und gna­den­los hei­ßer Son­ne. Ur-ame­ri­ka­nisch eben. Die per­fek­te mu­si­ka­li­sche Un­ter­ma­lung ei­nes Road­mo­vies könn­te von Gi­ant Sand kom­men. Ge­grün­det wur­de die Grup­pe be­reits Mit­te der 70er-jah­re als Gi­ant Sand­worm. Front­mann und Band­grün­der

Ho­we Gelb, Jahr­gang 1956, war über all die Jah­re das ein­zi­ge kon­stan­te Mit­glied der Band und noch da­zu Haupt-song­schrei­ber.

Un­längst sind Ho­we Gelb und Co. auf den seit ei­ni­gen Jah­ren be­lieb­ten Trend auf­ge­sprun­gen, al­te Al­ben noch ein­mal neu ein­zu­spie­len und dann im Rah­men aus­ge­dehn­ter Tour­ne­en li­ve zu spie­len. Zu­letzt ha­ben sie sich das zwei­te Al­bum der Band, „Bal­lad Of A Thin Li­ne Man“von 1986, noch ein­mal vor­ge­knöpft. Zu­vor war schon das De­büt­al­bum dran.

Da­bei soll­te ei­gent­lich längst Schluss sein mit der Band. Gelb hat­te sich noch 2016 et­was kryp­tisch da­hin­ge­hend ge­äu­ßert, dass 30 Jah­re ge­nug sei­en. Im sel­ben

Jahr war zu­dem un­ter sei­nem Na­men ein Al­bum mit Kla­vier­stü­cken er­schie­nen, „Fu­ture Stan­dards“. Aber der Mann, der im Lau­fe sei­ner Kar­rie­re in ver­schie­de­nen Bands und Pro­jek­ten ins­ge­samt rund 60 Al­ben ver­öf­fent­licht hat, trom­mel­te dann doch noch mal ei­ne For­ma­ti­on un­ter dem gro­ßen Na­men zu­sam­men.

Ihr Ber­li­ner Pu­bli­kum darf nun ge­spannt sein auf die ak­tu­el­le Be­set­zung der Band, die sich aus jün­ge­ren wie äl­te­ren Mu­si­kern zu­sam­men­setzt – und auf ge­reif­te In­ter­pre­ta­tio­nen des be­währ­ten Song­ma­te­ri­als.

Mitt­woch (27.11.), 20 Uhr, Bi­nuu, Berlin-kreuz­berg, Ti­ckets: 030 61101313

Seit den 1980er-jah­ren ver­ban­den sie Coun­try mit Al­ter­na­ti­ve-rock.

Foto: promo

Un­ge­krön­ter Kö­nig des Ame­ri­ca­na-rock: Ho­we Gelb (2. v. l.) mit der ak­tu­el­len Be­set­zung von Gi­ant Sand

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