Im­mer ein Lä­cheln im Ge­sicht

Eis­bä­ren-tor­wart Se­bas­ti­an Dahm ist ei­ne wah­re Froh­na­tur. Seit sei­nem Wech­sel im Som­mer nach Berlin kommt der Dä­ne im­mer bes­ser zu­recht.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - SPORT - Von Gunnar Gün­ter

Da staun­ten die Fans. Eis­bä­ren-schluss­mann Se­bas­ti­an Dahm hat­te nach dem Shu­tout (kein Ge­gen­tor) ge­gen die Roos­ters aus Iser­lohn die Freu­de über­mannt. Bei ei­nem So­lo­auf­tritt mit den di­cken Tor­wart-ma­trat­zen an den Bei­nen dreh­te er Sitz­pi­rou­et­ten und sprang über das Eis, als müs­se er wie ein Eis­kunst­läu­fer ho­he No­ten er­zie­len. Der blon­de Dä­ne scheint oh­ne­hin die ge­bo­re­ne Froh­na­tur.

Der 32-Jäh­ri­ge Fa­mi­li­en-va­ter hat für die Fans und Jour­na­lis­ten im­mer ein freund­li­ches „Hal­lo“üb­rig. Dahm trägt des­halb nicht dick auf, wenn er ver­rät: „Ich ver­su­che, auch im Spiel im­mer zu lä­cheln. Wenn du näm­lich ein La­chen im Ge­sicht hast, zeigst du dem Geg­ner, dass du al­les un­ter Kon­trol­le hast.“Se­bas­ti­an Dahm kam 1987 in Ko­pen­ha­gen als Sohn ei­nes dä­ni­schen Va­ters und ei­ner deut­schen Mut­ter zur Welt. Er be­sitzt des­halb auch den deut­schen Pass, was den Eis­bä­ren zu Gu­te kommt.

Der Tor­wart fällt nicht un­ter die Aus­län­der-re­ge­lung. Dahm spricht gut deutsch, aber das hängt nur be­dingt mit sei­ner Mut­ter zu­sam­men. „In Dä­ne­mark ler­nen wir schon ab vier Jah­ren die deut­sche Spra­che“, er­klärt Dahm. Na­tür­lich spricht er nach fünf Jah­ren in der nord­ame­ri­ka­ni­schen Ju­nio­ren­li­ga und Ver­ei­nen wie Bloo­m­ing­ton und Alas­ka per­fekt eng­lisch. „Ich spre­che gern mit den Men­schen in de­ren Lan­des­spra­che. Ich füh­le mich da­durch in dem Land, wo ich spie­le, im­mer et­was zu Hau­se.“

Ge­mein­sam mit sei­ner Ehe­frau und der ge­mein­sa­men Toch­ter wohnt er in­zwi­schen im Be­zirk Fried­richs­hain. „Die Groß­stadt Berlin ge­fällt mir, ob­wohl ich hier viel wei­te­re We­ge als in den ver­gan­ge­nen bei­den Jah­ren in Iser­lohn ha­be“, sagt der Eis­bä­ren-schluss­mann, der sich selbst ger­ne als Tür­ste­her be­zeich­net. „Ich las­se nur un­gern ei­nen durch.“

Mit Skep­sis nach Berlin

Zum ers­ten Mal auf das Eis wag­te er sich mit fünf Jah­ren in sei­ner Hei­mat­stadt Ko­pen­ha­gen beim SK Ro­do­v­re. Weil bei ei­nem Ju­gend­spiel ein­mal ein Tor­wart fehl­te, ent­schloss er sich für ei­ne Eishockey-lauf­bahn. Bei den Schwe­den von den Mal­mö Red­hawks ver­such­te er im Al­ter von 15 bis 19 Jah­ren das Tor sau­ber zu hal­ten, ehe es ihn nach Nordamerik­a zog. In Berlin emp­fing den dä­ni­schen Na­tio­nal­tor­wart, der be­reits bei sechs Welt­meis­ter­schaf­ten auf dem Eis stand, zu­nächst Skep­sis. Die­se ist in­zwi­schen je­doch längst ver­flo­gen. „Ich kann mei­ne Leis­tung gut ein­schät­zen. Ich wer­de die Eis­bä­ren-fans nicht ent­täu­schen“, ver­spricht er.

Trai­ner Ser­ge Au­bin scheint zu­dem be­geis­tert: „Dahm zeig­te in den ver­gan­ge­nen Wo­chen schon meh­re­re gu­te Spie­le. Ich freue mich sehr für ihn, dass er oh­ne Ge­gen­tor ge­blie­ben ist.“Auch Tor­wart-trai­ner Se­bas­ti­an El­wing will kein kri­ti­sches Wort über sei­nen Schütz­ling hö­ren. Für El­wing spielt die mit­tel­mä­ßi­ge Fang­quo­te nur be­dingt ei­ne Rol­le. „Man kann ei­nen Tor­wart nicht mit ei­nem an­de­ren ver­glei­chen, weil die Si­tua­tio­nen im­mer ver­schie­den sind. Dahm macht sei­ne Sa­che gut und wird im­mer bes­ser.“

Der Dä­ne fällt nicht un­ter die Aus­län­der-re­ge­lung.

Foto: Tho­mas Hahn/imago images

Fo­kus auf den Puck: Se­bas­ti­an Dahm ist mitt­ler­wei­le voll in Berlin an­ge­kom­men.

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