Dro­gen in Sham­poof­la­schen

Sechs Män­ner sol­len Ha­schisch in ein Ber­li­ner Ge­fäng­nis ge­schmug­gelt ha­ben.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - BERLIN - Dpa

Berlin.

Weil sie an Dro­gen­schmug­gel in ein Ber­li­ner Ge­fäng­nis be­tei­ligt ge­we­sen sein sol­len, ste­hen ein Rechts­an­walt und fünf wei­te­re Män­ner vor dem Land­ge­richt. Der 70 Jah­re al­te An­walt soll laut An­kla­ge zwei­mal be­reit ge­we­sen sein, in Sham­poof­la­schen ver­steck­tes Ha­schisch in die Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Moabit zu brin­gen. Ein­mal sei es ge­lun­gen. Auch die Män­ner, die das Rauschgift ver­steckt so­wie in der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt (JVA) in Emp­fang ge­nom­men ha­ben sol­len, sind an­ge­klagt.

Zu Pro­zess­be­ginn am Don­ners­tag kün­dig­ten meh­re­re Ver­tei­di­ger an, dass sich ih­re Man­dan­ten zur Sa­che ein­las­sen wer­den. Ein Ver­tei­di­ger des 70-Jäh­ri­gen sag­te am Ran­de, der An­walt wer­de die

Vor­wür­fe wie im Er­mitt­lungs­ver­fah­ren zu­rück­wei­sen.

Zu dem mut­maß­li­chen Schmug­gel soll es im Som­mer 2016 ge­kom­men sein. Ein 34-jäh­ri­ger, da­mals in­haf­tier­ter An­ge­klag­ter und sein An­walt hät­ten ver­ab­re­det, Be­täu­bungs­mit­tel in die JVA Moabit für Drit­te zu schleu­sen, heißt es in der An­kla­ge. Sie hät­ten Kom­pli­zen be­auf­tra­gen wol­len, Dro­gen in Hy­gie­ne­ar­ti­keln zu ver­ste­cken und die­se mit ei­nem ak­tu­el­len Kas­sen­bon für ent­spre­chen­de Wa­ren in der Kanz­lei des 70-Jäh­ri­gen ab­zu­ge­ben – „nebst ei­ner Ent­loh­nung in Hö­he von 50 bis 100 Eu­ro“, so die An­kla­ge.

Ein 28-Jäh­ri­ger soll dann ei­ne Fla­sche Sham­poo mit 50 Gramm Ha­schisch prä­pa­riert ha­ben, die der Ju­rist im Ju­li 2016 bei ei­nem An­walts­be­such sei­nem Man­dan­ten über­reicht ha­ben soll. Der wie­der­um ha­be die Dro­gen an­schlie­ßend an ei­nen Mit­häft­ling und Mit­tä­ter wei­ter­ge­reicht.

Im zwei­ten Fall hät­ten zwei 33und 29-jäh­ri­ge An­ge­klag­te ver­sucht, über den an­ge­klag­ten An­walt 100 Gramm Ha­schisch in die JVA zu schmug­geln. Der Plan sei je­doch noch vor dem ge­plan­ten Be­such ge­schei­tert, weil die Fla­schen nicht dicht ge­we­sen sei­en.

Ein Ver­tei­di­ger des An­walts sag­te am Ran­de, sein Man­dant ha­be kei­ne Dro­gen in die JVA ge­bracht und auch nicht ge­wusst, dass so et­was ge­sche­hen soll­te. Der Pro­zess wird am 25. No­vem­ber fort­ge­setzt.

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