Für die Zu­kunft ge­wapp­net

Die Kö­pe­ni­cker sind für die kom­men­den Jah­re gut auf­ge­stellt. Le­dig­lich der Sta­di­on­aus­bau zö­gert sich noch bis En­de 2020 hin­aus.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - SPORT - Von Lu­kas Gry­bow­ski

Ei­ne Sa­che wie­der­hol­te Dirk Zing­ler, Prä­si­dent des 1. FC Uni­on Berlin, im­mer wie­der auf der Mit­glie­der­ver­samm­lung am Mitt­woch­abend: „Wir de­fi­nie­ren uns nicht über Zah­len, son­dern über den sport­li­chen Er­folg. Nur mit nach­hal­ti­gem sport­li­chem Er­folg kann man auch wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­tät ge­win­nen und sich wie­der sport­lich wei­ter­ent­wi­ckeln.“

Und der sport­li­che Er­folg ist bei den Kö­pe­ni­cker nach drei Sie­gen in Fol­ge in der Fuß­ball-bun­des­li­ga ge­ge­ben. „Uns fällt nichts ein­fach zu, wir ar­bei­ten je­den Tag da­für, aber ha­ben noch gar nichts er­reicht.“Doch die­se Ar­beit ho­no­rie­ren auch die Fans, denn das Sta­di­on An der al­ten Förs­te­rei ist bei je­dem Spiel aus­ver­kauft. Die Ber­li­ner er­rei­chen so vie­le Ti­cket­an­fra­gen, dass sie die Kar­ten in ei­nem Los­ver­fah­ren an Mit­glie­der ver­ge­ben. So stieg die An­zahl der Ver­eins­mit­glie­der in­ner­halb der ver­gan­ge­nen 12 Mo­na­te von 21 394 auf 34 681. „Das Mit­glie­der­wachs­tum lässt gar nicht nach, und der Boom freut uns na­tür­lich sehr.“Und er­gänz­te: „Wir wol­len, dass un­ser Weg in den Pro­fi­fuß­ball von ei­ner brei­ten Ge­mein­schaft ge­tra­gen wird, und je­des Mit­glied ist ei­ne Be­stä­ti­gung un­se­res We­ges.“

Sta­di­on­ver­bo­te an­ge­kün­digt

Da­bei kam er auch auf die Vor­fäl­le beim Der­by ge­gen Her­tha BSC zu spre­chen, als ver­mumm­te Uni­on Fans nach dem Spie. das Feld stürm­ten. „Es ist na­tür­lich in­ak­zep­ta­bel. Wir sind mit der Fan­sze­ne in Kon­takt, und es wird kei­ne Pau­schal­ver­ur­tei­lung ge­ben. Ich bin für maß­vol­les Han­deln, aber für die Tä­ter wird es Hau­sund Sta­di­on­ver­bo­te ge­ben. Uns steht aus­rei­chend Vi­deo­ma­te­ri­al zur Ver­fü­gung.“

Da­mit zu­künf­tig noch mehr Zu­schau­er in der Al­ten Förs­te­rei Platz fin­den, soll das Sta­di­on schnellst­mög­lich um 15 000 Plät­ze

auf 37 012 er­wei­tert wer­den. Der der­zei­ti­ge Zeit­plan se­he vor, ei­nen Fest­stel­lungs­be­schluss über das vor­ge­zo­ge­ne Be­bau­ungs­plan­ver­fah­ren im Som­mer 2020 zu be­kom­men und das Pla­nungs­recht zu ha­ben. Dann bräuch­te man cir­ca wei­te­re sechs Mo­na­te, um aus Pla­nungs­recht Bau­recht zu ma­chen, und En­de 2020 wird ei­ne Ent­schei­dung ge­trof­fen, was ge­macht wird. Im Zu­ge die­ser Sta­di­o­ner­wei­te­rung soll dann auch das Ge­län­de ge­kauft wer­den. Der Bau­be­ginn für das neue Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trum soll bis zum Som­mer 2020 star­ten. „Wir wer­den die In­ves­ti­tio­nen in den Nach­wuchs er­hö­hen. Un­ser Ziel muss es sein, Spie­ler in der Start­elf zu ha­ben, die aus der ei­ge­nen

Ju­gend kom­men“, er­klärt Dirk Zing­ler.

Wenn man ei­nen Blick auf die Bi­lanz das ab­ge­lau­fe­nen Ge­schäfts­jah­res blickt, fällt ei­nem das ne­ga­ti­ve Ei­gen­ka­pi­tal ins Au­ge. „Un­se­re Stil­len Re­ser­ven über­stei­gen das ne­ga­ti­ve Ei­gen­ka­pi­tal aber um ein Viel­fa­ches. Je­de Bank gibt uns lie­bend ger­ne Kre­di­te. Der Sta­di­on­aus­bau wird nicht an der Fi­nan­zie­rung schei­tern“, be­ru­higt der 55-Jäh­ri­ge. Und stellt klar: „Die­se Zah­len sind für mich nur Mit­tel zum Zweck. Wir sind kein Wirt­schafts­un­ter­neh­men, son­dern ein Fuß­ball­ver­ein.“Die Ver­mö­gens­sei­te sei viel hö­her als in der Bi­lanz aus­ge­wie­sen. „Denn wir sind ei­ner der we­ni­gen Ver­ei­ne, der sich Ei­gen­tü­mer ih­res Sta­di­ons und ih­rer Rech­te nennt.“

Das Ziel sei es, sich lang­fris­tig in der Bun­des­li­ga zu eta­blie­ren und um das zu er­rei­chen, müs­se man wei­ter mu­tig in­ves­tie­ren und hart ar­bei­ten.

Mehr als 10 000 neue Mit­glie­der

Fo­to: Andre­as Gora/dpa

Seit 15 Jah­ren im Amt: Uni­ons Prä­si­dent Dirk Zing­ler ist po­si­tiv über­rascht von der sport­li­chen Ent­wick­lung der Mann­schaft und stolz, dass der Ver­ein in der Bun­des­li­ga an­ge­kom­men ist.

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