Ke­nia-kre­dit sorgt er­neut für Kri­tik

Die Lin­ke hält der Ko­ali­ti­on au­ßer­dem ei­ne man­gel­haf­te Ar­beits­mo­ral in den Aus­schüs­sen des Par­la­ments vor.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - BRANDENBUR­G -

Pots­dam.

Der Mil­li­ar­den­kre­dit der neu­en Ke­nia-ko­ali­ti­on stößt bei Op­po­si­ti­on und Ex­per­ten auf Skepsis. Das wur­de in ei­ner An­hö­rung im Land­tags-haus­halts­aus­schuss am Don­ners­tag deut­lich. Der Ju­rist Karl Al­brecht Schacht­schnei­der mel­de­te er­heb­li­che ver­fas­sungs­recht­li­che Be­den­ken an. „Es müs­sen kon­kre­te Pro­jek­te sein für Son­der­ver­mö­gen“, sag­te er. „Da­von kann hier kei­ne Re­de sein.“Das Par­la­ment wird nach sei­ner An­sicht nicht aus­rei­chend ein­ge­bun­den. Wenn das Haus­halts­recht miss­ach­tet wer­de, „ist es ein Stück Ent­de­mo­kra­ti­sie­rung“. Der Fi­nanz­fach­mann To­bi­as Hent­ze vom In­sti­tut der deut­schen Wirt­schaft (IW) kri­ti­sier­te, der Ge­setz­ent­wurf sei sehr weit ge­fasst.

Vier­zehn zu­sätz­li­che Pos­ten

Kri­tik von der Op­po­si­ti­on gab es im Fi­nanz­aus­schuss auch für die Schaf­fung von 14 neu­en Stel­len in der Lan­des­re­gie­rung. Ge­samt­kos­ten pro Jahr: ei­ne Mil­li­on Eu­ro. Un­ter den Stel­len sind zwei Staats­se­kre­tärs­pos­ten so­wie wei­te­re Mit­ar­bei­ter im In­nen- und im Ge­sund­heits­res­sort. Fi­nanz­mi­nis­te­rin Ka­trin Lange (SPD) be­grün­de­te die Aus­ga­ben mit dem „hö­he­ren Ab­stim­mungs­be­darf“der Drei­er-ko­ali­ti­on. Ron­ny Kret­sch­mer (Lin­ke) kon­ter­te, der Lan­des­haus­halt sei „kein Selbst­be­die­nungs­la­den für Par­tei­in­ter­es­sen“. Phi­lip Ze­sch­mann (Freie Wäh­ler) warf der Ko­ali­ti­on vor, mal eben zwei Ne­ben-staats­kanz­lei­en zu schaf­fen.

Man­gel­haf­te Ar­beits­mo­ral?

Schließ­lich muss­te sich Ko­ali­ti­on am Don­ners­tag noch we­gen man­gel­haf­ter Ar­beits­mo­ral rü­gen las­sen. Die Lin­ke be­schwert sich näm­lich in ei­nem Brief an das Land­tags­prä­si­di­um dar­über, dass in den jetzt an­ste­hen­den kon­sti­tu­ie­ren­den Aus­schuss­sit­zun­gen kei­ne Sachthe­men be­han­delt wer­den sol­len. „Für uns ist es völ­lig in­ak­zep­ta­bel, dass drei Mo­na­te nach der Wahl kei­ne in­halt­li­chen Ta­ges­ord­nungs­punk­te be­ra­ten wer­den und die Ab­ge­ord­ne­ten aus­schließ­lich für die Wahl der Vor­sit­zen­den und der Stell­ver­tre­tun­gen durchs Land fah­ren sol­len“, heißt es in dem Brief. Die letz­ten Sit­zun­gen der Fach­aus­schüs­se sei­en nun fast ein hal­bes Jahr her. Die Lin­ke lis­te­te elf Punk­te auf, über die drin­gend dis­ku­tiert wer­den müs­se – von Tes­la über Berg­bau­fol­ge­schä­den bis zur Not der Obst­bau­ern, den Wald­schä­den, zwei Sui­zi­den von Un­ter­su­chungs­häft­lin­gen und ei­nem um­strit­te­nen Po­li­zei­ein­satz in der So­zi­al­be­hör­de von Mär­kisch-oder­land. dpa/mat

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