Ge­gen die al­ten Kol­le­gen

Für Ma­ri­us Wolf ist die Par­tie ge­gen Dort­mund ein be­son­de­re – er ist von den West­fa­len aus­ge­lie­hen.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - SPORT -

Ber­lin.

Ein biss­chen An­lauf­zeit hat Ma­ri­us Wolf ge­braucht. In­zwi­schen ist der flin­ke Mit­tel­feld­spie­ler, aus der Mann­schaft von Fuß­ball-bun­des­li­gist Her­tha BSC kaum noch weg­zu­den­ken. Er gilt als po­ly­va­lent, spiel­te zu­letzt nicht of­fen­siv, son­dern als rech­ter Au­ßen­ver­tei­di­ger. Und er geht kei­nem Zwei­kampf aus dem Weg. Ge­nau die­se Wett­kampf­här­te schät­zen sie in Ber­lin. Wolf murrt nicht, er macht ein­fach. Und ver­sucht, die um ihn her­um mit­zu­rei­ßen.

Mit die­sen Merk­ma­len ist er der rich­ti­ge Mann für den neu­en Trai­ner. Auch Jür­gen Klins­mann tritt seit Mitt­woch als Mo­ti­va­tor an, der den Ab­sturz der auf Rang 15 lie­gen­den Ber­li­ner ab­brem­sen und die Wen­de zum Gu­ten schaf­fen soll – al­so zum Klas­sen­er­halt. Der 24 Jah­re al­te Wolf wird al­so auch am Sonn­abend bei der Pre­mie­re von Klins­mann in der Start­elf ste­hen – aus­ge­rech­net ge­gen Bo­rus­sia Dort­mund. Von den West­fa­len ist er nach Ber­lin aus­ge­lie­hen. Da­bei hofft der 1,88-Me­ter-hü­ne mit dem blon­dier­ten Haupt­haar, dass die Ver­pflich­tung von Klins­mann, der Mann­schaft den er­hoff­ten Schub gibt.

„Mit ihm ist ei­ne an­de­re Er­fah­rung da­bei. Das spürt man und wird uns wei­ter­brin­gen. Al­le kön­nen da­von pro­fi­tie­ren“, glaubt Wolf, dass der ehe­ma­li­ge Bun­des­trai­ner schnell die rich­ti­gen Stell­schrau­ben fin­det. „Ich den­ke, es ist wich­tig, dass wir an­neh­men und ver­in­ner­li­chen, was der Trai­ner uns vor­gibt. Und dass wir ei­ne an­de­re Ein­stel­lung auf dem Platz zei­gen, nicht so wie es ge­gen Augs­burg war.“Den Trai­ner­wech­sel be­dau­ert er, sieht ihn aber auch als Chan­ce. „Na­tür­lich ist es scha­de, dass An­te Co­vic nicht mehr da ist. Er war mensch­lich ein top Typ. Wir hät­ten uns ge­wünscht, dass es bes­ser ge­lau­fen wä­re. Lei­der ist der Fuß­ball so. Wir dür­fen jetzt nicht zu­rück­bli­cken, son­dern müs­sen nach vor­ne schau­en, um ge­gen Dort­mund di­rekt et­was mit­zu­neh­men.“

Kei­ne Re­van­che­ge­füh­le

Die Par­tie ge­gen die wan­kel­mü­ti­gen West­fa­len ist für des­sen Trai­ner Lu­ci­en Fav­re schon ei­ne Art End­spiel, aber auch für den ge­bür­ti­gen Co­bur­ger Wolf ei­ne be­son­de­re Be­geg­nung. Un­ter dem Schwei­zer kam er kaum zu Ein­sät­zen. Gleich­wohl drängt es ihn nicht da­nach, es Fav­re zei­gen zu wol­len. „Das war da­mals in Dort­mund, aber jetzt bin ich hier. Ich will spie­len und ge­win­nen, egal ge­gen wen. Wir wol­len es als Mann­schaft al­len zei­gen, das wir es auch kön­nen.“Dass es trotz der of­fen­sicht­li­chen Dort­mun­der Un­si­cher­heit nicht leicht wird, dar­an glaubt auch Wolf. „Die Mann­schaft hat ei­ne Rie­sen­qua­li­tät. Das wird ein schwe­res Spiel für uns. Ich ha­be gro­ße Lust ge­gen die al­ten Kol­le­gen zu spie­len.“

Wenn die Re­de auf al­te Trai­ner kommt, fällt bei Wolf im Üb­ri­gen schnell der Na­me Ni­ko Ko­vac. Von ihm ha­be er in Frank­furt, ei­ner sei­ner be­reits fünf Pro­fis­ta­tio­nen, am meis­ten ge­lernt. Soll­te die Bo­rus­sia ihn am Sai­soen­de nicht zu­rück­for­dern, könn­te er un­ter dem Kroa­ten vi­el­leicht wie­der ar­bei­ten. Der ehe­ma­li­ge Bay­ern-trai­ner gilt als Hert­has Wunsch­kan­di­dat ab der Sai­son 2020/21. uwe

Fo­to: dpa

Ma­ri­us Wolf

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