Ein­fach ver­ant­wor­tungs­los

Es ist er­schre­ckend, wie sim­pel sich die Die­be am Welt­kul­tur­er­be be­die­nen kön­nen.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - LESERBRIEF­E - Ernst Ja­ger Pan­ketal Pe­ter Har­bach Groß Schö­ne­beck

Zu „Son­der­er­mitt­ler fahn­den nach Dresd­ner Ju­we­len­die­ben“(Aus­ga­be vom 26. No­vem­ber):

Für mich ist es er­schre­ckend, wie ein­fach sich Die­be am Welt­kul­tur­er­be be­die­nen kön­nen. Nach dem Raub sag­te die Ge­ne­ral­di­rek­to­rin der Kunst­samm­lung, dass man den Wert fi­nan­zi­ell nicht be­mes­sen kön­ne. Den­noch kur­sie­ren wil­de Zah­len von Mil­lio­nen und Mil­li­ar­den. In un­se­rer heu­ti­gen Ge­sell­schaft zählt nur das Geld. Das weckt Be­gehr­lich­kei­ten nicht nur für Die­be. Hier sind es hö­her an­ge­bun­de­ne Kräf­te, die es mög­lich ma­chen, un­ge­hin­dert Alarm­an­la­gen und Si­cher­heits­glas zu be­zwin­gen und un­er­kannt zu ver­schwin­den.

Ich fin­de es im­mer kri­ti­scher, was in un­se­rer Ge­sell­schaft so ab­läuft. Be­son­ders kri­tisch fin­de ich die Hal­tung von Ver­ant­wort­li­chen, die sich über ho­he Ein­kom­men freu­en, aber of­fen­sicht­lich kei­ner­lei Ver­ant­wort­lich­keit ver­spü­ren.

In ei­nem Un­rechts­staat wie der DDR wä­ren al­le Ver­ant­wort­li­chen für den Ein­bruch in das Grü­ne Ge­wöl­be so­fort ent­las­sen und ver­mut­lich ein­ge­sperrt wor­den – und das wä­re mei­ner An­sicht nach gut so ge­we­sen.

Heu­te aber dür­fen die­se Leu­te Er­klä­run­gen ab­ge­ben und sich wun­dern, was da so pas­siert ist. Das sind Di­let­tan­tis­mus und Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit pur.

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