Mehr als 10 000 Jobs fal­len weg

Der Spar­kurs von Chef Ola Käl­le­ni­us ist hart. Die Ef­fi­zi­enz soll ge­stei­gert wer­den.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - WIRTSCHAFT - Tho­mas Veit­in­ger

Der Au­to­bau­er Daim­ler hat am Frei­tag be­kannt ge­ge­ben, bis En­de 2022 min­des­tens 10 000 Stel­len zu strei­chen. „Die Zahl wird welt­weit fünf­stel­lig sein“, sag­te Per­so­nal­vor­stand Wil­fried Porth in ei­ner kurz­fris­tig an­ge­setz­ten Te­le­fon­kon­fe­renz. Vor zwei Wo­chen hat­te Ge­samt­be­triebs­rats­chef Micha­el Brecht vom Ab­bau von 1100 Ma­na­ger-stel­len ge­spro­chen. Daim­ler-vor­stand Ola Käl­le­ni­us kün­dig­te Ein­spa­run­gen von 1,4 Mil­li­ar­den Eu­ro an, ließ die Zahl der weg­fal­len­den Jobs je­doch of­fen.

Die­se In­for­ma­ti­on blieb das Un­ter­neh­men auch dies­mal schul­dig. Wo auf der Welt wann wel­che Stel­len weg­fal­len, wird wohl erst in ei­ni­ger Zeit be­kannt ge­ge­ben. Daim­ler er­klär­te, man ha­be sich mit dem Ge­samt­be­triebs­rat „auf Eck­punk­te ge­ei­nigt, um die Kon­zern­struk­tur zu ver­schlan­ken und da­mit Ef­fi­zi­enz und Fle­xi­bi­li­tät zu stei­gern“. Es wer­de die na­tür­li­che Fluk­tua­ti­on ge­nutzt, um frei­wer­den­de Ar­beits­plät­ze ab­zu­bau­en. Die Mög­lich­kei­ten zur Al­ters­teil­zeit will der Kon­zern er­wei­tern und in Deutsch­land auch ein Ab­fin­dungs­pro­gramm an­bie­ten, um Stel­len in der Ver­wal­tung zu re­du­zie­ren.

„Wir wer­den die Maß­nah­men so so­zi­al­ver­träg­lich wie mög­lich ge­stal­ten“, sag­te Porth. In den Ge­schäfts­fel­dern Au­to, Trans­por­ter, Lkw und Bus ist in Deutsch­land ein Schutz vor be­triebs­be­ding­ten Kün­di­gun­gen bis En­de 2029 ver­ein­bart. Im Aus­land könn­te Daim­ler da­ge­gen Mit­ar­bei­ter ein­fa­cher kün­di­gen. zehn Pro­zent der Ma­nage­ment­stel­len sol­len welt­weit weg­fal­len.

Ne­ben den „Maß­nah­men zur Ver­schlan­kung“, so Daim­ler, ha­be man sich auf die Sen­kung wei­te­rer Per­so­nal­kos­ten ge­ei­nigt. „Da­zu wird es un­ter an­de­rem An­ge­bo­te an die Be­leg­schaft ge­ben, die wö­chent­li­che Ar­beits­zeit zu re­du­zie­ren.“Aus­lau­fen­de Ar­beits­ver­trä­ge von Zeit­ar­beits­kräf­ten in der Ver­wal­tung sol­len nur noch „sehr re­strik­tiv“ver­län­gert wer­den. Sehr ein­ge­schränkt las­sen Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter und das Un­ter­neh­men be­fris­te­te 40-St­un­den-ver­trä­ge der Stamm­be­leg­schaft

zu. Und schließ­lich wer­de man sich auch von ei­ni­gen „lieb ge­wor­de­nen Din­gen aus der Ver­gan­gen­heit“tren­nen müs­sen, sag­te Porth. Als Bei­spiel nann­te er den An­we­sen­heits­bo­nus für Mit­ar­bei­ter oh­ne Fehl­ta­ge.

Wie der „Spie­gel“be­rich­tet, kri­ti­sie­ren die Ar­beit­neh­mer trotz der Ei­ni­gung auf die Eck­punk­te den Vor­stand. „Seit Wo­chen lässt uns das Ma­nage­ment im Un­kla­ren, wie es bei Daim­ler wei­ter­geht“, sag­te Be­triebs­rats­chef Micha­el Brecht dem Nach­rich­ten­ma­ga­zin. „Wir dis­ku­tie­ren nur über Spar­maß­nah­men, die Zu­kunfts­plä­ne ge­hen da­bei völ­lig un­ter.“Daim­ler brau­che end­lich ei­ne Vor­wärts­stra­te­gie.

Die Zahl der Mit­ar­bei­ter stieg in die­sem Jahr von 299 000 auf welt­weit knapp 305 000 Mit­ar­bei­ter, gut 178 000 da­von in Deutsch­land.

Not­wen­di­ge Tren­nung von lieb ge­wor­de­nen Din­gen aus der Ver­gan­gen­heit. Wil­fried Porth Per­so­nal­vor­stand

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