Deut­sches Team er­wischt Ham­mer­grup­pe

Bun­des­trai­ner Löw freut sich auf Frank­reich und Por­tu­gal. Spie­ler kri­ti­sie­ren Mo­dus.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - SPORT -

Bu­ka­rest. Joa­chim Löw, Di­dier De­schamps und Fer­nan­do San­tos nah­men den Em-po­kal in ih­re Mit­te und flachs­ten noch auf der Büh­ne der Bu­ka­res­ter Mes­se­hal­le über den Worst Ca­se, den die drei Na­tio­nal­trai­ner ei­gent­lich un­be­dingt ver­mei­den woll­ten. „Wir drei ha­ben ge­schmun­zelt und an­ge­deu­tet, dass im Som­mer ei­ni­ges auf uns zu­kommt“, sag­te Löw am Tag nach der Em-aus­lo­sung, ehe er mit ei­nem gu­ten Ge­fühl die Heim­rei­se an­trat.

Beim Ge­dan­ken an die Aus­lo­sung muss­te der ent­spann­te Bun­des­trai­ner er­neut lä­cheln, da­bei hät­te die Ze­re­mo­nie mit „Los­fee“Phil­ipp Lahm 195 Ta­ge vor dem Start­schuss der pan­eu­ro­päi­schen EM 2020 un­glück­li­cher nicht ver­lau­fen kön­nen. „To­des­grup­pe“– mit die­sem Wort be­schrie­ben fran­zö­si­sche und por­tu­gie­si­sche Zei­tun­gen das, was dem deut­schen Team, Welt­meis­ter Frank­reich, Eu­ro­pa­meis­ter Por­tu­gal mit Su­per­star Cris­tia­no Ro­nal­do und dem noch un­be­kann­ten Play-of­fsie­ger in der Vor­run­de er­war­tet.

„Das ist die Ham­mer­grup­pe schlecht­hin“, sag­te Löw. „Das zieht al­le in den Bann. Da ist je­der bru­tal ge­for­dert, je­de Mann­schaft muss wahr­schein­lich übers Li­mit ge­hen, um sich durch­zu­set­zen.“Und je län­ger der 59-Jäh­ri­ge über das Los sin­nier­te, des­to zu­frie­de­ner wur­de er. „Ich ver­spü­re Freu­de, denn das sind High­light-par­ti­en.“Ei­ni­ge sei­ner Spie­ler wa­ren da­ge­gen we­ni­ger be­geis­tert und zwei­fel­ten so­gar of­fen den kom­pli­zier­ten Aus­lo­sungs­mo­dus an. „Du ge­winnst die Qua­li-grup­pe und hast dann den Welt­meis­ter 2018, Eu­ro­pa­meis­ter und Welt­meis­ter 2014 – das ist schon et­was frag­wür­dig“, sagt Le­on Go­retz­ka. Auch sein Münch­ner Team­kol­le­ge Jos­hua Kim­mich emp­fand das als merk­wür­dig. Zum Ver­gleich: Erz­ri­va­le Nie­der­lan­de, der von der deut­schen Mann­schaft in der Em-qua­li­fi­ka­ti­on ab­ge­fan­gen wur­de, be­kommt es in Grup­pe C mit der Ukrai­ne, Ös­ter­reich und ei­nem Play-off-sie­ger zu tun.

Fuß­ball­fie­ber ent­fa­chen

Die Kri­tik greift aber zu kurz, schließ­lich er­mög­licht der Mo­dus dem deut­schen Team drei Vor­run­den-heim­spie­le

in Mün­chen. Der drei­ma­li­ge Eu­ro­pa­meis­ter star­tet am 16. Ju­ni ge­gen die Fran­zo­sen in die EU­RO, vier Ta­ge spä­ter geht es ge­gen Por­tu­gal. Das letz­te Grup­pen­spiel fin­det am 24. Ju­ni statt. „Mit die­sem Los“, sagt Dfb-prä­si­dent Fritz Kel­ler, „kann man so­fort Fuß­ball-fie­ber in Deutsch­land ent­fa­chen.“

Wäh­rend Por­tu­gals Trai­ner San­tos sein Team als Ti­tel­kan­di­dat ein­stuft, woll­te Frank­reichs Welt­meis­ter-trai­ner De­schamps von ei­ner Fa­vo­ri­ten­rol­le nichts wis­sen. „Wir ha­ben al­le das­sel­be Ziel: Die Vor­run­de wenn mög­lich als Ers­ter zu über­ste­hen.“Doch selbst ein drit­ter Platz könn­te für das Ach­tel­fi­na­le rei­chen, weil die vier bes­ten Grup­pen­drit­ten ei­ne Run­de wei­ter kom­men. sid

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