Krea­ti­ve Ge­nuss­kul­tur vor gran­dio­sen Ku­lis­sen

Das eat! Berlin bie­tet an elf Ta­gen 72 Ver­an­stal­tun­gen, dar­un­ter drei in Potsdam. Fins­ter­wal­der Koch ist zu Gast im Spio­nage­mu­se­um.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - WIRTSCHAFT REGIONAL - Von Kers­tin Bech­ly

Bei Cri­me&di­ne im Ber­li­ner Wes­tin Grand geht es ve­ge­ta­risch zu, Zwei-ster­ne-koch Tim Raue lädt sich in sein Re­stau­rant den als bes­ten Koch der Ma­le­di­ven aus­ge­zeich­ne­ten Ab­dul­lah So­bah zum pa­ra­die­si­schen Ko­chen ein und beim Ge­nuss-abend im Volt er­war­tet Be­su­cher ein Blind Date mit Kö­chen und Win­zern.

Nicht nur die The­men der 72 Ver­an­stal­tun­gen beim 9. eat! Berlin vom 20. Fe­bru­ar bis 1. März 2020 sind breit ge­fä­chert, auch die Ört­lich­kei­ten. Denn die 100 Kö­che – mit mehr als 700 Punk­ten im Gault&mil­lau und 55 Mi­che­lin-ster­nen aus­ge­zeich­net – so­wie über 50 Win­zer wir­beln bei die­sem Fein­schme­cker­fes­ti­val nicht nur am Re­stau­ran­therd, son­dern eben­so an un­ge­wöhn­li­chen Or­ten wie dem Ro­ten Rat­haus, dem Schloss­park­thea­ter und in ei­ner Por­zel­lan­ma­nu­fak­tur. Treff­punkt sind eben­so die Schwei­zer Bot­schaft, ei­ne ehe­ma­li­ge Bank-schal­ter­hal­le und ein Thea­ter­zelt. Zu­dem heißt es an zwölf Aben­den eat!berlin im Kiez.

Be­ne­fiz­abend im Koch­zim­mer

Da­bei zieht das Gour­met-fes­ti­val ein­mal mehr auch ins Um­land, kon­kret in drei Pots­da­mer Lo­ka­li­tä­ten. Ins Baye­ri­sche Haus kom­men drei Kö­che und ein Wein­be­glei­ter mit dem sel­ben his­to­ri­schen Vor­na­men – so lag es na­he, den Abend mit „Alex­an­der die Gro­ßen“zu über­schrei­ben. Zwei von ih­nen sind über die Kö­che­ver­ei­ni­gung Jeu­ne Re­stau­ra­teurs ver­bun­den: Alex­an­der Dres­sel hat das Amt als-prä­si­dent an Alex­an­der Hu­bert über­ge­ben.

Die Vil­la Kel­ler­mann er­lebt ih­re Pre­mie­re mit dem Mot­to „Der ge­deck­te Tisch von Oma Raue“. Koch Tim Raue, der bei eat!berlin mehr­fach Aben­de ge­stal­tet, prä­sen­tiert Ge­rich­te sei­ner Oma Ger­da, dar­un­ter Schweins­kopfsül­ze, Schil­ler­lo­cken und Grie­s­pud­ding. Mo­de­ra­tor Gün­ther Jauch kom­men­tiert da­zu Wei­ne aus drei Jahr­zehn­ten Fa­mi­li­en­ge­schich­te. Und Jörg Fran­ken­häu­ser vom Koch­zim­mer lädt zum Be­ne­fiz­abend „ An die Ta­fel bit­te“ein. Der ge­sam­te Um­satz des von den Schau­spie­lern Isa­bell Gersch­ke und Tho­mas Ar­nold mo­de­rier­ten Abends wird an die Pots­da­mer Ta­fel ge­hen. Die Fes­ti­val­ma­cher un­ter­stütz­ten die­se Idee gern.

Wie im­mer ho­len sich die Haupt­städ­ter Kö­che wie­der Gäs­te­kol­le­gen in ih­re Häu­ser. Ein kur­zer Weg steht Frank Schrei­ber aus dem Re­stau­rant „Gol­de­ner Hahn“in Fins­ter­wal­de be­vor. Er wird mit Spy&skrei ein ge­hei­mes Din­ner im Spio­nage­mu­se­um ser­vie­ren, das durch ei­ne Mu­se­ums­füh­rung so­wie Ge­sprä­che mit Hel­mut Mül­ler-en­bergs, dem Lei­ter der Spio­na­ge­ab­wehr in Berlin, und den eins­ti­gen Top-agen­ten Rai­ner und Chris­ti­ne-ann Rupp wei­te­re Span­nung ver­spricht. Aus Ös­ter­reich und der Schweiz sind Kö­che eben­so ein­ge­la­den wie aus Frank­reich. Ei­ne wei­te An­rei­se ha­ben der Us-ame­ri­ka­ner Ro­ber­to Cor­tez, der durch sehr auf­wän­di­ge Din­ner-ins­ze­nie­run­gen be­kannt wur­de, und die Süd­ko­rea­ne­rin Jeong Kwan, die ei­ne ei­ge­ne Fol­ge in der Net­flix-se­rie „Chefs Ta­ble“hat­te.

Gas­tro­no­mie lockt auch ins Ro­te Rat­haus, in ei­ne Bot­schaft und Por­zel­lan­ma­nu­fak­tur.

In­va­si­ve Ar­ten auf dem Tisch

Die Fes­ti­val­ma­cher um Lei­ter Bern­hard Mo­ser und Ge­schäfts­füh­re­rin Sina Mo­ser ho­len sich gern im­mer wie­der neue Re­stau­rants mit ins Boot, ge­nau­ge­nom­men, an den Tisch. Und so sind erst­mals un­ter an­de­rem die Fa­b­rik 23, Cell, Le Fau­bourg, Char­lot­te & Fritz, The Grand, Wes­tin Grand, Ma­la­keh und Prism da­bei. Zum The­ma Neu­es passt die Tour de Cui­sine in­va­si­ve Ar­ten. Hier kön­nen Be­su­cher in vier Lo­ka­li­tä­ten ne­ben Sumpf­kreb­sen aus dem Tier­gar­ten auch Nil­gans und Nu­tria so­wie ein Knö­te­rich-des­sert pro­bie­ren.

Für Bern­hard Mo­ser, zum „Gas­tro­no­mi­schen In­no­va­tor 2019“ge­wählt, passt dies al­les zu sei­nem An­lie­gen, in­no­va­tiv zu blei­ben: „Wir wer­den ein­fach nicht da­mit auf­hö­ren, laut zu sein und fest­zu­stel­len, dass Spit­zen­gas­tro­no­men Kul­tur­schaf­fen­de sind und dass es nicht nur um Es­sen und Trin­ken geht, son­dern dar­um, ge­mein­sam schö­ne Mo­men­te zu er­le­ben, von de­nen man zu­min­dest ein Jahr lang zehrt.“

Fo­to: Chris­ti­an Kiel­mann

Wel­che Rol­le spielt Spio­na­ge noch in Berlin? Und spio­nie­ren Haupt­stadt­kö­che in Bran­den­burg Re­zep­te aus? Bei Spy&skrei im Spio­nage­mu­se­um ha­ben Hel­mut Mül­ler-en­bergs (v.l.), Frank Schrei­ber und Mo­de­ra­tor Klaus-pe­ter Grap ei­ni­ges zu er­zäh­len.

Fo­to: Ni­no Halm

Der Ro­te Ame­ri­ka­ni­sche Sumpf­krebs kommt mit auf den Tisch.

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