Pro oder con­tra Ddr-re­gime

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - FRANKFURTE­R STADTBOTE -

Zum In­ter­view mit Dr. Karl-lud­wig von Klit­zing (Stadt­bo­te vom 7. No­vem­ber: Er­staun­lich an dem In­ter­view fin­de ich vor al­lem, dass Dr. von Klit­zing von dem „furcht­ba­ren Angst­re­gime in der DDR“sprach, wäh­rend er sich zu­vor aus­drück­lich zur Deut­schen De­mo­kra­ti­schen Re­pu­blik be­kann­te.

Er cha­rak­te­ri­sier­te „uns Exd­dr-deut­sche (als) ein­fühl­sa­mer, na­tur­ver­bun­de­ner, nicht so ame­ri­ka­ni­siert, ka­me­rad­schaft­li­cher, de­mü­ti­ger und ein­fach of­fe­ner“im Ver­gleich zu West­deut­schen. Nun heißt es aber, „Die Um­welt formt den Men­schen“. Er­go, man­ches muss in der DDR wohl so­gar bes­ser zur For­mung und Cha­rak­ter­bil­dung der Men­schen ge­eig­net ge­we­sen sein, als in der ka­pi­ta­lis­ti­schen BRD. Dr. von Klit­zing for­dert da­her, der Ka­pi­ta­lis­mus müs­se mo­ra­lisch be­glei­tet wer­den – was im­mer er da­mit meint.

Schließ­lich scheint mir frag­lich, was der Arzt von der „furcht­ba­ren Not“ei­nes Sta­si-of­fi­ziers er­fah­ren ha­ben will. Da­hin­ter set­ze ich Fra­ge­zei­chen – wie üb­ri­gens auch zu man­chen Ver­trau­lich­kei­ten von Pa­ti­en­ten ihm ge­gen­über, die er als Erlebnisse ei­nes Me­di­zi­ners in sei­nem Buch „Atem­los“prä­sen­tiert. Man­ches hier emp­fin­de ich nur als pein­lich und möch­te ich dar­an er­in­nern, dass es ei­ne ärzt­li­che Schwei­ge­pflicht gibt, von der er of­fen­bar nicht son­der­lich viel hält. Vol­ker Link

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