Rück­bau des Kraft­werks dau­ert län­ger

Der Zeit­plan für den Ab­bau des 1966 er­bau­ten AKW ist nicht zu hal­ten. Auf­wand ist grö­ßer als ur­sprüng­lich ge­plant.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - WIRTSCHAFT REGIONAL -

Rheins­berg.

Der Rück­bau des still­ge­leg­ten Kern­kraft­werks in Rheins­berg ist auf­wen­di­ger, als bis­her an­ge­nom­men. Der Plan, das Re­ak­tor­ge­bäu­de und Tur­bi­nen­haus bis 2025 ab­zu­bau­en, lässt sich nicht mehr auf­recht­er­hal­ten. Das teil­te Pro­jekt­trä­ger Jörg Möl­ler mit, der den Rück­bau für das Ent­sor­gungs­werk für Nu­kle­ar­an­la­gen (EWN) lei­tet.

Das letz­te Kon­zept für den Rück­bau aus dem Jahr 2016 sah vor, dass in der fi­na­len Pha­se das Re­ak­tor­ge­bäu­de durch Stahl­trä­ger, die ei­ne Art Exo­s­ke­lett bil­den, ge­stützt wird, wenn es ent­kernt wird. Wo­mög­lich ist aber noch viel mehr Auf­wand nö­tig. „Das Gan­ze hat sich als kom­ple­xer er­wie­sen als ge­dacht“, so Möl­ler.

Hal­le für Re­ak­tor­ge­bäu­de

Nun wird über­prüft, wel­che wei­te­ren Schrit­te not­wen­dig sind. Laut Möl­ler ist es durch­aus denk­bar, dass das Re­ak­tor­ge­bäu­de kom­plett von ei­ner rie­si­gen Hal­le um­schlos­sen wer­den muss. Schon frü­her muss­te für den Rück­bau ei­nes Be­ton­de­pots ei­ne Hal­le er­rich­tet wer­den – al­ler­dings deut­lich klei­ner Auf die­se Wei­se soll ver­hin­dert wer­den, dass beim Ab­riss be­las­te­ter Staub frei­ge­setzt wird. Die Schwie­rig­keit beim Rück­bau ist, dass stets ge­prüft wer­den muss, wie tief Strah­lung in die Bau­sub­stanz ein­ge­drun­gen ist. Erst dann ent­schei­det sich, wie die je­wei­li­ge Stel­le de­mon­tiert und der Schutt ent­sorgt wer­den muss.

Stark strah­len­de Kom­po­nen­ten wie der Re­ak­tor sind be­reits de­mon­tiert und ab­trans­por­tiert wor­den. Sie lie­gen in ei­nem Zwi­schen­la­ger bei Greifs­wald. Un­klar ist, was mit dem Kon­troll­raum; der so­ge­nann­ten Block­war­te ge­schieht. Die Idee, da­für ein Kkw-mu­se­um zu er­rich­ten wur­de we­gen der ge­schätz­ten Kos­ten von sie­ben Mil­lio­nen Eu­ro ver­wor­fen. Laut Möl­ler gibt es Ge­s­päche mit dem Tech­nik­mu­se­um Ber­lin. Das denk­mal­ge­schütz­te Ver­wal­tungs­ge­bäu­de wird in­des ste­hen blei­ben.

Das KKW ging 1966 in Be­trieb, wur­de 1990 still­ge­legt und wird seit 1995 zu­rück­ge­baut. bk

Fo­to: dpa

Ging 1966 ans Netz: das AKW Rheins­berg

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