Hol­ly­woods Cha­mä­le­on wird 70

Vom Du­de in „The Big Le­bow­ski“zum Os­car-preis­trä­ger mit „Cra­zy He­art“: Jeff Bridges kann al­les.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - KULTUR - dpa

Los Angeles.

Jeff Bridges heiz­te im Ja­nu­ar Spe­ku­la­tio­nen über ei­nen wei­te­ren „Du­de“-auf­tritt kräf­tig an. Auf Twit­ter pos­te­te er ein Vi­deo, in dem er mit Strick­ja­cke, Son­nen­bril­le und lan­ger Mäh­ne in die Ka­me­ra lacht. War das die lang er­hoff­te An­kün­di­gung ei­ner Fort­set­zung des Kult­films „The Big Le­bow­ski“(1998), mit Bridges als Jef­frey Le­bow­ski, der am liebs­ten mit ei­nem Jo­int, Drinks und ein paar Freun­den auf der Bow­ling­bahn ab­hängt?

Lei­der nicht. Der Schau­spie­ler, der heu­te 70 Jah­re alt wird, lös­te we­ni­ge Ta­ge spä­ter das Rätsel. Es war nur ein Bier-wer­be­spot für das Su­per-bowl-end­spiel. Mit der Darstel­lung des Ver­lie­rer­ty­pen ist Bridges un­trenn­bar ver­bun­den. Doch in sei­ner 50-jäh­ri­gen Kar­rie­re ließ er sich nie auf ei­nen Rol­len­typ fest­le­gen. Das ist schon an der Band­brei­te sei­ner sie­ben Os­car-no­mi­nie­run­gen zu er­ken­nen. Die ers­te gab es 1972 für sei­ne Ne­ben­rol­le in „Die letz­te Vor­stel­lung“von Pe­ter Bog­da­no­vich.

Wei­te­re No­mi­nie­run­gen folg­ten für die Ac­tion­ko­mö­die „Die Letz­ten bei­ßen die Hun­de“(1975), den Sci­ence-fic­tion-film „St­ar­man“(1985) und 2001 für den Po­lit­thril­ler „Ruf­mord – Jen­seits der Moral“. Erst im fünf­ten An­lauf ge­wann er Gold für sei­nen Auf­tritt als ab­ge­half­ter­ter Coun­try-sän­ger in „Cra­zy He­art“(2010). Die Rol­le ei­nes trunk­süch­ti­gen Mar­shalls in dem „True Grit“-wes­tern der Co­en-brü­der brach­te ihm 2011 ei­ne wei­te­re No­mi­nie­rung ein. Zu­letzt hat­te er 2017 Os­car-chan­cen als te­xa­ni­scher Po­li­zist, der in „Hell or High Wa­ter“zwei Bank­räu­ber ver­folgt.

Viel­sei­tig ist Bridges nicht nur als Schau­spie­ler. Er hat meh­re­re Plat­ten her­aus­ge­bracht, dar­un­ter das Coun­try-al­bum „Jeff Bridges“. Seit Jahr­zehn­ten bringt er sei­ne Wi­de­lux-ka­me­ra zu Dreh­ar­bei­ten mit. Im Ok­to­ber brach­te er ein Fo­to­buch mit Schwarz-weiß-auf­nah­men von Sets und Co-stars wie Me­ryl Streep, Ge­or­ge Cloo­ney und Eliz­a­beth Banks her­aus.

Der Ka­li­for­ni­er wirkt bei Um­welt­schutz­ak­tio­nen mit, im Kampf ge­gen die Plas­tik­ver­schmut­zung der Mee­re und den Kli­ma­wan­del. 2018 pro­du­zier­te er „Li­ving In The Fu­ture’s Past“. Mit sei­ner Reib­ei­sen­stim­me spricht er da­rin über Kli­ma­kri­sen und Res­sour­cen-knapp­heit.

Fo­to: dpa

Kann auch sin­gen: Jeff Bridges 2012 beim Ca­ro­li­na­fest

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