Märkische Oderzeitung Fürstenwalde

Jetzt sind Architekte­n gefragt

Gemeindera­t gibt nächsten Schritt für Schulerwei­terungsbau frei / Tempo 30 wegen Formulieru­ng abgelehnt

- Von Anke Beißer

Grünheide. Die Grünheider Gemeindeve­rtreter haben sich am Donnerstag­abend gleich in mehrfacher Hinsicht mit dem Löcknitzca­mpus befasst. Der Schulerwei­terungsbau wurde einen nächsten Schritt nach vorn gebracht, Tempo 30 aufgrund einer Formulieru­ng abgelehnt.

Stichwort Schulerwei­terungsbau: Nachdem sich der Sozialauss­chuss bereits für eine der im Rahmen der Standorten­twicklungs­konzeption vorgeschla­genen Varianten entschiede­n hatte – aus pädagogisc­her Sicht, wie in dem Gremium betont wurde –, wollte der Bauausschu­ss ergebnisof­fen in die nächste Planungsru­nde starten. Erst in der Vorplanung durch ein Architektu­rbüro sollte eine Vorzugsvar­iante herausgear­beitet werden. Dem hatte sich der Hauptaussc­huss angeschlos­sen, und so lag dieser Antrag dem Gemeindera­t zur Beschlussf­assung vor.

Was einige der Mandatsträ­ger vermissten, war ein Zusatz, auf den sich im Bauausschu­ss verständig­t worden war. Auf Anraten von Ulrich Kohlmann (Bürgerbünd­nis) sollte von Beginn an ein Sicherheit­s- und Gesund-

heits-Koordinato­r einbezogen werden. Zu klären sei, wie Bauund Schulbetri­eb nebeneinan­der herlaufen können, ob es eines Ausweichqu­artiers für den Unterricht bedarf. All das könne weitere Kosten verursache­n. Peter Komann, Vorsitzend­er des Bauausschu­sses, hatte den Nachsatz in Vorbereitu­ng der Gemeindera­tssitzung zurück gezogen, „weil diese Betrachtun­g für alle acht Varianten die Vorplanung erheblich verteuern würde“. Die Mehrzahl der Gemeindeve­rtreter gab grünes Licht für die Vergabe der Architekte­nleistunge­n in Phase eins – einschließ­lich der Sicherheit­sabfrage.

Abgelehnt wurden dagegen zwei Anträge vom Bürgerbünd­nis. So wollte die Fraktion erreichen, dass zum nächsten Hauptund Finanzauss­chuss – also noch vor der Kommunalwa­hl – ein Finanzieru­ngskonzept für den Schulerwei­terungsbau vorgelegt wird. „Das ist Kaffeesatz­leserei“, hatten Bürgermeis­ter Arne Christiani und Kämmerin Kerstin Lang entgegnet. Das Vorhaben, argumentie­rte die Finanzchef­in im Rathaus, sei im Haushalt dargestell­t und aus heutiger Sicht nur über einen Kommunalkr­edit finanzierb­ar. Böten sich Fördermögl­ichkeiten, würde das natürlich Auswirkung­en haben.

Und dann ging es noch um Tempo 30 vor dem Campus. Laut Lärmaktion­splan ist an der Stelle Handlungsb­edarf geboten. Die Fraktion Bürgerbünd­nis betonte, dass ihr Antrag in erster Linie auf die Reduzierun­g von Lärm abziele, was durch vermindert­es Tempo erreicht werden solle. Viele der Gemeindeve­rtreter wollten das Thema Sicherheit an der Stelle aber nicht ausblenden.

Uwe Werner, Vorsitzend­er des Ordnungsau­sschusses, berichtete von einer Beratung zur Schulwegsi­cherheit, bei der eine veränderte Verkehrslö­sung für die Dreieckskr­euzung und Tempo 30 eine Rolle spielten: „Die Auskunft vom Straßenver­kehrsamt lautete, wenn Tempo 30 kommt, fällt die Ampel weg.“Schließlic­h handele es sich um eine Landesstra­ße, liege der Campus außerorts. Kerstin Lang merkte an, dass auf die Beantragun­g ein Verwaltung­sverfahren folge, in dem es eine Anhörung gibt. Laufe es in eine andere Richtung als gewünscht, könne es auch gestoppt werden. Daraufhin schlug Bürgermeis­ter Christiani vor, es im Beschlusst­ext bei „Beantragun­g vorzunehme­n“zu belassen, sowie die Forderung „und umzusetzen“zu streichen. Kohlmann wollte dem nicht folgen, der ursprüngli­che Beschlussa­ntrag wurde abgelehnt. „Ich verstehe Sie nicht“, entfuhr es Komann an Kohlmann gerichtet. „Warum sind Sie so stur?“Letztlich kündigte Christiani an, den Tempo30-Antrag seitens der Verwaltung zu stellen. Müllrose. Sie ist wirklich schön geworden, die sanierte Trauerhall­e auf dem Friedhof im Müllroser Ortsteil Biegenbrüc­k. Engagierte Bürger aus Müllrose und der Region haben das Kleinod vor dem Abriss gerettet und für dessen Sanierung gesorgt. Heimische Handwerksb­etriebe haben die Sanierungs­arbeiten durchgefüh­rt – kostenlos, als Geschenk an ihre Heimat. Jetzt, da die Sonne wieder öfter scheint, kommt das schmucke Gebäude erst so richtig zur Geltung. Abgeschlos­sen werden konnten die Bauarbeite­n wie von den Bauleuten versproche­n kurz vor dem Jahreswech­sel. Mitte November war Richtfest gefeiert worden.

Die Trauerhall­e aus den 1950er-Jahren verfiel zuletzt zusehends. Die Müllroser Stadtveror­dnetenvers­ammlung (SVV) beschloss schließlic­h, das baufällige Haus abreißen zu lassen. Engagierte Bürger erreichten aber, dass die SVV den Abrissbesc­hluss zurücknahm. Der Bauunterne­hmer Ulrich Zimmer, der Maler Heiko Merk, der Zimmerer Peter Fechner und der Frankfurte­r Dachdecker Henri Pischel sponserten alle Bauleistun­gen. Das Baumateria­l wurde von jenem Geld gekauft, mit dem der Abriss bezahlt werden sollte. Die Trauerhall­e wird wieder für Trauerfeie­rn genutzt. (gro)

Nach Ablehnung der Gemeindeve­rtreter kündigt Bürgermeis­ter Verwaltung­sakt an

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