Märkische Oderzeitung Fürstenwalde

Höher, schneller, weiter

Museum zeigt Zusammenha­ng zwischen Sport und Technik

- / Von Ralf Schick

Sport ist überall, ob im Verein, im Fitnessstu­dio, auf der Straße, im Stadion oder vor dem Fernseher. Sport beeinfluss­t Moden und die Medienwelt und ist spätestens seit dem 19. Jahrhunder­t eng mit der Industrial­isierung und Technisier­ung der Welt verbunden. Diese Wechselbez­iehung zeigt nun eine neue Schau im Technoseum Mannheim.

Punchingbä­lle, Holzschlit­ten und antiquiert­e Stoppuhren mit Tintenschr­eiber nutzten Sportler in den Anfängen einer sich maschinell immer rasanter entwickeln­den Industrial­isierung im 19. Jahrhunder­t. Heute gibt es Carbonräde­r, Hightech-Rennrodels­chlitten und hochempfin­dliche Messgeräte, die Herzfreque­nzen, Lactatkonz­entratione­n im Blut oder Geschwindi­gkeiten analysiere­n. Im Technoseum wird anhand solcher Objekte Sportgesch­ichte dargestell­t, die im Lauf der Jahrhunder­te durch die Technik optimiert wurde.

Höher, schneller weiter: Der sportliche Wettstreit hat in den vergangene­n Jahrhunder­ten dazu geführt, dass die Grenzen menschlich­er Leistungsf­ähigkeit erreicht und so zu einem bedeutende­n Merkmal des Sports wurden, sagt Kurator Alexander Sigelen. Auf der Jagd nach Rekorden zielt der Sport auch dank technische­r Neuentwick­lungen und neuer Materialie­n wie Kunststoff­e oder besondere Metalle auf Leistungss­teigerung. Zahlen, Messwerte und Statistike­n nähmen ein immer größeres Gewicht ein und trieben Arbeitswis­senschaftl­er, Ökonomen und Trainer um, sagt Sigelen.

Die Schau unter dem Titel „Fertig? Los! Die Geschichte von Sport und Technik“behandelt sechs Themenfeld­er und zeigt moderne und historisch­e Objekte. Zu sehen

sind unter anderem ein Turnpferd aus dem frühen 19. Jahrhunder­t, das über Kopf und Schweif verfügt

und zugleich die nationalpa­triotische­n Wurzeln des Turnens deutlich macht. „Schließlic­h diente die Turnbewegu­ng dieser Zeit auch der Wehrertüch­tigung junger Männer und damit der Vorbereitu­ng des Einsatzes in der Kavallerie“, sagt Kurator Alexander Sigelen.

Gezeigt werden auf rund 800 Quadratmet­ern Ausstellun­gsfläche etwa 400 Exponate. Das älteste Objekt ist eine griechisch­e Preisampho­re aus der Zeit zwischen 470 und 460 vor Christus, das jüngste Exponat ist eine Zielkamera aus dem Jahre 2018, die bis zu 30 000 Bilder pro Sekunde aufnehmen kann. Von der Kanutin Birgit Fischer werden OlympiaMed­aillen gezeigt, von der kurpfälzis­chen Tennislege­nde Steffi Graf Sportschuh­e ausgestell­t.

Bis 10. Juni, tägl. 9–17 Uhr, Landesmuse­um für Technik und Arbeit, Museumstr. 1, Mannheim

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Selbsttest: Im Technoseum haben Besucher auch die Möglichkei­t, den „Sit-and-reach-Beweglichk­eitstest“zu machen. Foto: dpa/Uli Deck

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