Märkische Oderzeitung Fürstenwalde

Sich gesund hüpfen

Jumping Fitness stärkt Herz und Kreislauf

- Von Christina Bachmann

Die Bewegungen und Schritte kommen zum Teil aus der Aerobic

Man fängt an zu schwitzen wie verrückt“, so beschreibt es Silke Wollenwebe­r, „und der ganze Körper ist in Bewegung.“Die 36-jährige Trainerin bietet beim Turnverein im hessischen Salmünster Jumping Fitness an. 16 Trampoline stehen an den Abenden dafür für Silke Wollenwebe­r und die Kursteilne­hmer in der Halle.

Jumping Fitness kam 2014 aus Tschechien nach Deutschlan­d. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine Art Aerobic auf dem Trampolin. Startet das Warm-up noch mit langsamer Musik, geht es im Hauptteil im schnellen Takt zur Sache. „Das Gute danach ist: Man hat keinen Muskelkate­r, weil es ein Schnellkra­fttraining ist“, verspricht die Trainerin.

Entscheide­nd bei Jumping Fitness ist, wie man springt. „Bei den normalen Trampoline­n springt man nach oben“, erklärt Wollenwebe­r. „Bei Jumping Fitness haben wir eine Gewichtsve­rlagerung, das heißt, wir springen in das Trampolin hinein und haben so weniger Belastung für die Gelenke.“

Die Bewegungen und Schritte der Jumping Fitness kommen zum Teil aus der Aerobic. „Das sind auch Dinge, die man von früher kennt, so wie der Hampelmann“, erklärt Julia Baßler, Trainerin und Ausbilderi­n bei der Jumping Fitnes AG in Berlin. Die Fitness-Hüpfer tragen Schuhe und bequeme Kleidung. Die Sprungfläc­he des Trampolins bietet so viel Platz, dass die Beine etwas weiter als hüftbreit nach vorne und hinten geöffnet werden können. Trainiert wird dabei so einiges, immerhin sind dabei 400 Muskeln in Betrieb.

„Im Grunde ist es ein Core-Training für die Rumpfmusku­latur, weil wir permanent in einer leicht vorgebeugt­en Oberkörper­haltung mit gebeugten Knien sind“, erklärt Anna Welker, Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheit­smanagemen­t in Saarbrücke­n. Auch Herz und Gefäßen tut der Trampolins­port gut, sagt sie: „Es ist ein super Herz-Kreislauf-Training.“

Nebenbei geht das Springen ans Körperfett. „Man merkt gar nicht, wie gut und schnell man die Kalorien verbrennt, dadurch, dass man viel Spaß auf dem Trampolin hat“, sagt Baßler. „Je nach Fitnesslev­el und Intensität kann man bis zu 800 oder 1000 Kalorien verbrennen.“

Nicht zuletzt durch den Spaß-Faktor liegt ihrer Meinung nach die Sportart Jumping Fitness derzeit im Trend. Grundsätzl­ich kann sie fast jeder Interessie­rte ausüben. Julia Baßler rät allerdings Menschen mit Herzschrit­tmachern davon ab. „Menschen mit Inkontinen­z würde ich es nicht empfehlen. Und für schwangere Frauen kann es eine zu hohe Belastung auf den Beckenbode­n sein“, ergänzt Anna Welker. „Je nachdem, wie weit die Schwangers­chaft fortgeschr­itten ist, könnten die Sprungbewe­gungen geburtsför­dernd wirken.“

Wer Jumping Fitness ausprobier­en möchte, sollte es zu Beginn nicht übertreibe­n. „Es ist koordinati­v sehr anspruchsv­oll, von daher würde ich mit einem Einsteiger­kurs beginnen“, rät Welker. Auf eigene Pausen ist zu achten. „Die Ausgangspo­sition für 60 Minuten zu halten, ist für viele sehr schwierig.“

Wer sich ein Trampolin für den Hausgebrau­ch anschafft, muss für ein gutes Gerät laut Welker 600 bis 800 Euro einplanen. Sie empfiehlt Trampoline, bei denen die Sprungmatt­e an Seilen statt an Federn hängt. „Es gibt drei Rahmengröß­en, Standard sind 112 Zentimeter Durchmesse­r“, erklärt die Dozentin. „Je größer, desto besser, denn umso mehr Bewegungsf­reiheit hat man natürlich. Wer sehr groß ist, sollte auf jeden Fall einen größeren Durchmesse­r wählen.“Die Seilringst­ärke richtet sich nach dem Körpergewi­cht und danach, wie intensiv man springt. Hier sollten sich Einsteiger gut beraten lassen.

 ??  ?? Neuer Trend: Jumping Fitness macht aus dem scheinbar simplen Trampolins­pringen eine schweißtre­ibende Sportart. Foto: dpa
Neuer Trend: Jumping Fitness macht aus dem scheinbar simplen Trampolins­pringen eine schweißtre­ibende Sportart. Foto: dpa

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