Der ge­plan­te Wind­park Ki­en­baum-Han­gels­berg er­fährt hef­ti­gen Wi­der­spruch.

Ener­gie­ver­sor­gung In ei­nem Wald­ge­biet zwi­schen Han­gels­berg und Ki­en­baum will ein Pro­jekt­ent­wick­ler 18 Rä­der auf­stel­len. Bei der Dis­kus­si­on im zu­stän­di­gen Aus­schuss der Ge­mein­de tra­gen An­woh­ner ih­ren Un­mut vor. Von Ma­ra Kaem­mel

Märkische Oderzeitung Fürstenwalde - - SPREE-JOURNAL - Don­ners­tag, 14. No­vem­ber 2019

Die Dis­kus­si­on um den ge­plan­ten „Wind­park Ki­en­baum-Han­gels­berg“wird hef­tig ge­führt. Die Mit­glie­der des Aus­schus­ses für Ord­nung, Na­tur, Um­welt­schutz, Tou­ris­mus, Ge­wer­be und Ver­kehr der Ge­mein­de Grün­hei­de ha­ben am Di­ens­tag ei­ne Be­schluss­vor­la­ge zur Bil­li­gung ei­nes Vor­ent­wurfs zum ent­spre­chen­den Be­bau­ungs­plan durch die Ge­mein­de­ver­tre­tung vor­erst ab­ge­lehnt.

Mit dem Teil­re­gio­nal­plan „Wind­ener­gie“der Re­gio­na­len Pla­nungs­ge­mein­schaft Oder­land-Spree wur­de im ver­gan­ge­nen Jahr ein rund 370 Hekt­ar gro­ßes Wald­ge­biet zwi­schen Han­gels­berg und Ki­en­baum rechts­kräf­tig als Wind­ener­gie­ge­biet und da­mit als ge­eig­ne­te Flä­che für ei­nen Wind­park aus­ge­wie­sen – trotz ab­schlä­gi­ger Stel­lung­nah­me der Ge­mein­de. Für die­ses Ge­biet plant der Pro­jekt­ent­wick­ler eno ener­gy mit Sitz

Hö­he und Platz­be­darf ste­hen noch nicht fest.

in Ros­tock nun ei­nen Park mit 18 Wind­rä­dern. Ste­phan Wink­ler vom be­auf­trag­ten Pla­nungs­bü­ro er­klär­te den Mit­glie­dern des Aus­schus­ses, dass ein aus­führ­li­cher Um­welt­be­richt er­stellt wor­den sei. Da aber der An­la­gen­typ und da­mit die Hö­he und der Platz­be­darf der Wind­rä­der noch nicht fest­ste­he, kön­ne auch der Ein­griff in den Wald noch nicht ge­nau be­stimmt wer­den.

Der Aus­schuss­vor­sit­zen­de To­bi­as Thie­me (Die Lin­ke) er­laub­te Wort­mel­dun­gen von Bür­gern – und die wa­ren hef­tig. Denn für den ge­plan­ten Wind­park mit­ten im Kie­fern­wald müs­sen nicht nur Bäu­me ge­fällt wer­den, er liegt zu­dem nur rund ei­nen Ki­lo­me­ter von den nächs­ten Häu­sern ent­fernt. Hoch­mo­der­ne Wind­rä­der sind bis zu 250 Me­ter lang. „Kri­mi­nell“, „Schwei­ne­rei“und „Pro­test!“rief ei­ner der An­we­sen­den em­pört. Ste­phan Wink­ler be­müh­te sich, die Wo­gen zu glät­ten und ver­wies auf das Be­tei­li­gungs­ver­fah­ren, das die Bür­ger nut­zen soll­ten.

Auch ei­ne Ver­tre­te­rin der eno ener­gy, die ih­ren Na­men nicht nen­nen woll­te, warb um Ver­ständ­nis für das Pro­jekt: „Die Bun­des­re­gie­rung hat Kli­ma­zie­le fest­ge­legt. Zwei Pro­zent der Flä­chen sind des­halb für den Aus­bau der Wind­ener­gie fest­zu­le­gen.“Nach Ab­wä­gung al­ler har­ten und wei­chen Fak­to­ren sei un­ter an­de­rem die­ses Ge­biet üb­rig ge­blie­ben. „Die Grün­de da­ge­gen ha­ben nicht ge­reicht.“Ihr Un­ter­neh­men wol­le mit der Ge­mein­de ei­nen Ver­trag schlie­ßen und wer­de die Kos­ten für die Pla­nung und die ge­for­der­ten Aus­gleichs- und Er­satz­maß­nah­men über­neh­men.

Kat­ja Schram­ma, Orts­vor­ste­he­rin von Ki­en­baum, for­der­te Ein­sicht in den Ver­trag. Ul­rich Kohl­mann (Bür­ger­bünd­nis-FDP) gab ei­ne Stel­lung­nah­me zu Pro­to­koll, weil es Be­den­ken zum Ver­wal­tungs­han­deln ge­be. Er warf meh­re­re Fra­gen auf: War­um wer­de nur mit ei­nem Vor­ha­ben­trä­ger ver­han­delt? Wel­che Vor­ga­ben ha­be die Bau­ver­wal­tung zur Hö­he, zum Schall­schutz, dem Ab­stand zur Be­bau­ung, dem Land­schafts­bild ge­macht? Und wie ste­he es mit dem Na­tur­schutz? „Uns fehlt die Sach­kun­de“, sag­te er. Die Hil­fe ei­nes un­ab­hän­gi­gen Sach­ver­stän­di­gen sei ge­bo­ten.

Fo­to: Ma­ra Kaem­mel

Sorgt für Dis­kus­sio­nen: ein ge­plan­ter Wind­park bei Han­gels­berg.

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