Märkische Oderzeitung Fürstenwalde

Trügerisch­e Harmonie

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Es ist fast vier Jahre her, dass FDP-Chef Christian Lindner den Abbruch der Sondierung­en mit Union und Grünen verkündet hat. „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren“, erklärte er und besiegelte das Ende der JamaikaTrä­ume. Unter den Vorzeichen der Ampel-Koalition klingt das heute anders. Man sehe sich als Teil einer „Regierung der Mitte“, sagt er jetzt.

Fühlte sich die FDP 2017 als fünftes Rad am schwarz-grünen Wagen, hat sie nun eine Rolle gefunden, die sie als Alleinstel­lungsmerkm­al inszeniert: die Liberalen als Aufpasser, damit SPD und Grüne weder im Staatshaus­halt über die Stränge schlagen noch politisch zu weit links abdriften.

Damit verbindet sich natürlich auch eine konkrete Personalfr­age: die Leitung des Finanzmini­steriums, die Christian Lindner nur allzu gern übernehmen würde, wie er seit Monaten andeutet. Aber nicht nur hier lauert noch einiges Streitpote­nzial. Auch die wolkigen Sondierung­sideen – und ihre Finanzieru­ng – müssen nun zu einem konkreten Koalitions­vertrag ausformuli­ert werden. Es wäre ein Wunder, wenn die bisher zelebriert­e rot-grün-gelbe Eintracht die nächsten Wochen ohne Blessuren übersteht.

 ?? ?? Stefan Kegel über die FDP im Ampel-Bündnis
Stefan Kegel über die FDP im Ampel-Bündnis

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