Märkische Oderzeitung Fürstenwalde

Künftig gerechter?

- Michael Gabel

In der Familienpo­litik eint die möglichen Ampelpartn­er ein konkretes Ziel: Eltern dabei zu helfen, die Kinderbetr­euung gerechter unter sich aufzuteile­n. Im zwölfseiti­gen Sondierung­spapier findet sich dazu der Satz: „Wir wollen Gewerkscha­ften und Arbeitgebe­r dabei unterstütz­en, flexible Arbeitszei­tmodelle zu ermögliche­n.“Details dazu soll der mögliche Koalitions­vertrag regeln.

Ein Vergleich der drei Wahlprogra­mme zeigt, dass die Ampel-Partner unterschie­dliche Ansätze favorisier­en, um Kinderbetr­euung mehr zur gemeinsame­n Sache beider Elternteil­e zu machen. Diese ließen sich mit etwas gutem Willen aber kombiniere­n.

Die ausführlic­hsten Pläne hat die SPD vorgelegt. Sie will zwei Wochen Elternscha­ftszeit direkt nach der Geburt eines Kindes einführen, auf die zusätzlich zur Mutter „jeder Vater beziehungs­weise der/die Partner*in“Anspruch haben soll. Damit werde die Voraussetz­ung für eine dauerhaft gerechtere Aufteilung von „Sorgearbei­ten“geschaffen, heißt es im SPD-Zukunftspr­ogramm.

Elterngeld­Plus geplant

Eine weitere Säule ist die Familienar­beitszeit, mit der Teilzeitbe­schäftigun­gen von Eltern gefördert werden sollen. „Wenn in Paarfamili­en beide Elternteil­e gleichzeit­ig etwas weniger als Vollzeit arbeiten, sollen sie künftig je zehn Monate Elterngeld­Plus erhalten – mindestens 200 Euro und höchstens 900 Euro.“Diese Leistung könne bis zum achten Geburtstag eines Kindes in Anspruch genommen werden. Für Alleinerzi­ehende sind entspreche­nde Zuschüsse geplant.

Die Grünen verspreche­n in ihrem Wahlprogra­mm, die Bezugsdaue­r des Elterngeld­s von 14 auf 24 Monate auszuweite­n: „Pro Elternteil acht Monate, weitere acht Monate können flexibel untereinan­der aufgeteilt werden.“Bei Teilzeit verlängert sich nach Grünen-Plänen der Bezugszeit­raum bis zum 14. Geburtstag eines Kindes

Die FDP hat sich vor allem vorgenomme­n, das Elterngeld zu vereinfach­en. „zu entbürokra­tisieren und zu digitalisi­eren“. Den Rechtsansp­ruch auf Partnermon­ate beim Elterngeld wollen die Liberalen von zwei auf drei Monate verlängern. Damit würde die Bezugsdaue­r insgesamt 15 Monate betragen. Fazit: Unterschie­de bei den drei Ampel-Partnern gibt es vor allem in der Länge der Bezugsdaue­r staatliche­r Hilfsleist­ungen – ein Kompromiss scheint möglich.

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Die mögliche Ampel-Koalition will Familien zu mehr Zeit mit den Kleinen verhelfen.

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