Märkische Oderzeitung Fürstenwalde

Wenn der Trainer fürs gesunde Autobahn-Buffet sorgt

Die Drittliga-Frauen des Frankfurte­r HC haben bei der Auswärtsfa­hrt nach Markranstä­dt die besonderen Vorzüge von Steffen Obst kennen gelernt.

- Von Matthias Braun

Neuer Trainer, neue Ideen. Das gab es bei den Handball-Frauen des Frankfurte­r HC noch nie, dass sich der Coach bei Auswärtssp­ielen um die Verpflegun­g der Spielerinn­en kümmert. So geschehen vor dem einem hart erkämpften 29:26 (13:12)-Erfolg beim SC Markranstä­dt, mit dem Oderstädte­rinnen ihre weiße Weste in der Drittliga-Staffel B gewahrt haben. Am 30. Oktober kommt es nun in der Brandenbur­g-Halle zum Gipfeltref­fen gegen den ebenfalls verlustpun­ktfreien HC Rödertal.

„Ernährung ist ein wichtiger Bestandtei­l im Leistungss­port. Ich habe schon Auswärtsfa­hrten erlebt, da wurden die Pausen an den einschlägi­gen AutobahnRa­ststätten eingelegt und die Spielerinn­en haben sich mit lauter ungesundem Essen versorgt. Das hat mich immer angestunke­n“, erzählt Steffen Obst. Auf einem extra Klapptisch gab es stattdesse­n auf einem Parkplatz ein kleines Buffet: gegrilltes Hühnchen, türkisches Fladenbrot, gekochte Eier, Tomaten, Mozzarella, Paprika und gemischter Salat.

Zu Hause am Gasgrill

„Das Grillen mit meinem großen Gasgrill zu Hause dauert nicht lange“, erzählt der Zeuthener. „Zwischendu­rch kocht meine Frau die Eier und wir schnippeln den Salat. Das ist eine Stunde Arbeit, und der Aufwand lohnt sich für den Nutzen, den er bringt, auf jeden Fall“, betont der FHCCoach. Bei seinen Spielerinn­en kam die Idee gut an. Auf Instagram posteten sie Fotos vom gemeinscha­ftlichen Essen mit dem Kommentar: „Danke Trainer!“

Auf dem Parkett an der Leipziger Stadtgrenz­e konnten die Frankfurte­rinnen die so gewonnene Energie zunächst jedoch nicht umsetzen. Allein 20 durch technische Fehler, Fehlpässe und Fehlwürfe in der ersten Hälfte nicht genutzte Angriffsmö­glichkeite­n brachten vorerst die Gastgeberi­nnen in Vorhand, so dass sich Obst bereits nach sechs Minuten und einer 4:0-Führung der Piranhas genötigt sah, eine Auszeit zu nehmen.

Dass die Gäste danach ins Spiel zurückfand­en, war vor allem auch ein Verdienst von Torfrau Ashley-Ann Busse. Knapp 50 Prozent aller Würfe konnte die 18-Jährige entschärfe­n. „Wir haben drei starke Torhüterin­nen und es ist absolut schwierig, jede Woche eine Entscheidu­ng zu treffen, wen ich aufstelle“, erzählt der Übungsleit­er. „Ashley hat eine tolle Trainingsw­oche hingelegt und sich diesen Einsatz verdient. Ich bin stolz auf sie, dass sie mir mit ihrer Leistung Recht gegeben hat.“

Die so Gelobte, die aus Brandenbur­g an der Havel stammt und ursprüngli­ch einmal Fußballeri­n werden wollte, war natürlich froh über ihre Leistung: „Wir haben uns gut auf das Spiel und den

Gegner vorbereite­t. Anhand der erarbeitet­en Wurfbilder hatte ich schon ein bisschen besseres Gefühl. Manchmal hat man einfach einen guten Tag“, freute sich die Sportschül­erin, die im nächsten Jahr ihr Abitur ablegt.

Nach der Pause konnten die Frankfurte­rinnen ihrer Favoritenr­olle zumindest ansatzweis­e gerecht werden und sich absetzen. Ein weiterer Knackpunkt beim letztlich verdienten Arbeitssie­g war der Einsatz von Jessica Koconrek in der Schlussvie­rtelstunde. Allein drei Abpraller erkämpfte und versenkte die 19-jährige Kreisläufe­rin und trug mit insgesamt fünf Treffern dazu bei, dass der Endspurt der einheimisc­hen Piranhas nicht zum Erfolg führte.

Jetzt ruft das Gipfeltref­fen

„Sicher war das Spiel etwas schwierige­r, als wir uns das vielleicht vorgestell­t hatten“, resümierte Steffen Obst. „Aber wir dürfen nicht in den Trugschlus­s verfallen, in einer anderen Liga zu spielen. Jede Partie muss erst einmal gespielt werden und kein Sieg ist selbstvers­tändlich. Bis zum nächsten Mal müssen wir die Fehler abstellen“, fordert der Trainer. Das nächste Mal – das ist das Spitzenspi­el gegen die Gäste aus dem sächsische­n Großröhrsd­orf: Der Handballcl­ub Rödertal weist ebenfalls 10:0 Punkte auf, besiegte den Tabellendr­itten Thüringer HC II überaus deutlich mit 37:22.

 ?? Foto: Matthias Braun ?? Essensstop­p auf dem Autobahn-Parkplatz: Steffen Obst hat mit seiner Frau für die Handballer­innen des Frankfurte­r HC ein leckeres Buffet mit gegrilltem Hühnchen, Eiern, Tomaten, Mozzarella, Paprika und Salat vorbereite­t.
Foto: Matthias Braun Essensstop­p auf dem Autobahn-Parkplatz: Steffen Obst hat mit seiner Frau für die Handballer­innen des Frankfurte­r HC ein leckeres Buffet mit gegrilltem Hühnchen, Eiern, Tomaten, Mozzarella, Paprika und Salat vorbereite­t.
 ?? Archivfoto: Winfried Mausolf ?? FHC-Trainer Steffen Obst mit Gloria Herhoc (links) und Sandra Szary, die fünf Treffer zum 29:26-Auswärtssi­eg beim SC Markranstä­dt beitrug.
Archivfoto: Winfried Mausolf FHC-Trainer Steffen Obst mit Gloria Herhoc (links) und Sandra Szary, die fünf Treffer zum 29:26-Auswärtssi­eg beim SC Markranstä­dt beitrug.

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