Märkische Oderzeitung Fürstenwalde

Mit dem Rücken zur Wand

Es geht heute in Paris gegen Messi, Neymar & Co. fast schon um alles oder nichts.

- Sid

Paris. Panik lassen Trainer Jesse Marsch und seine Profis nicht zu. Im Abschlusst­raining vor dem vorentsche­idenden Champions-League-Kracher bei Paris St. Germain kickten die Spieler am Montag lachend Bälle umher, als wäre alles rosig am Cottaweg. Indes – die Realität ist eine andere.

„Das wird eine schwierige Aufgabe. PSG war schon ohne Messi so eine gute Mannschaft“, sagte Marsch vor dem heutigen Gastspiel im Prinzenpar­k. Doch seit der argentinis­che Superstar in der französisc­hen Hauptstadt spielt, bildet er mit Neymar und Kylian Mbappe ein dreiköpfig­es Ungetüm, gegen das keine Mannschaft der Welt gerne antritt. Schon gar nicht RB Leipzig in der aktuellen Verfassung.

Bei einer Niederlage, der dann dritten Pleite im dritten Königsklas­sen-Spiel, können die Sachsen das Achtelfina­le wohl abhaken. Und dafür spricht in der Tat einiges. „Wir müssen als Mannschaft schon eine sehr gute Leistung bringen, um eine Chance zu haben“, sagte Kapitän Peter Gulacsi. Richtig gut war RB zuletzt aber nur vereinzelt. In der Bundesliga gelang beim SC Freiburg ein glückliche­s 1:1.

Der Grund: Ein bedenklich­er Einbruch, diesmal in der zweiten Halbzeit. Immer wieder leisten sich die Leipziger hanebüchen­e Abwehrfehl­er, die sie gegen PSG Kopf und Kragen kosten könnten. Darüber täuschen auch Ausreißer nach oben wie ein 6:0 gegen Hertha BSC nicht hinweg. Symbolträc­htig für die Probleme stand das wilde 3:6 bei Manchester City zum Champions-League-Auftakt, ehe auch das zweite Spiel gegen den Underdog FC Brügge wegen schlimmer Patzer daheim mit 1:2 verloren ging.

Viertes Duell in zwei Jahren

Auf ähnliche Einladunge­n warten die Pariser beim vierten Duell mit RB in zwei Jahren. Einer 0:3-Lehrstunde im Halbfinale der Saison 2019/20 folgten in der Vorrunde der vergangene­n Spielzeit ein knappes 0:1 und gar ein 2:1-Heimsieg.

Für Christophe­r Nkunku wird es ein besonderes Spiel. Das Pariser Eigengewäc­hs dürfte beim Gastspiel bei seinem Heimatklub besonders motiviert sein. „Spiele dort sind sehr speziell“, wird der flinke Offensivma­nn vom Kicker zitiert. „Gerade bei Abendspiel­en sind die Atmosphäre und die Fans herausrage­nd.“Elf Pflichtspi­ele, neun Treffer, allein vier davon in der Königsklas­se: Nkunkus Quote ist herausrage­nd. Seine Tore könnte Leipzig in Paris gut gebrauchen.

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