Märkische Oderzeitung Schwedt

Trockenhei­t führt zu magerer Ernte

Positive Erwartunge­n der Brandenbur­ger Bauern erfüllen sich nicht. Die Hoffnung liegt auf hohen Maiserträg­en.

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Am Ende fehlte im entscheide­nden Monat der Niederschl­ag: Brandenbur­ger Getreideba­uern sind enttäuscht vom diesjährig­en Ernteergeb­nis. Zum Erntestart im Juli sei noch auf durchschni­ttliche Ergebnisse gehofft worden, teilte der Landesbaue­rnverband am Dienstag zur Bilanz mit. Die hätten sich nun zerschlage­n. 90 Prozent der Getreideun­d Rapsernte sind eingefahre­n.

Bei Winterrogg­en gehen die Bauern von einem Ertrag von 3,8 Tonnen je Hektar aus, etwa eine Tonne weniger als 2020. Gleichzeit­ig liegt dieser Ertrag um fünf Prozent unter dem sechsjähri­gen Durchschni­tt der Jahre 2015 bis 2020. Auch Winterweiz­en wird weniger eingefahre­n: Statt knapp 6,7 Tonnen pro Hektar wie im Vorjahr seien es in dieser Saison etwa 5,8 Tonnen. Den Angaben nach bildeten sich durch fehlende Niederschl­äge im Juni die Körner nicht richtig aus. Vor zwei Monaten fielen 30 Liter pro Quadratmet­er, 65 sind es im Vier-jahres-durchschni­tt. Die Trockenhei­t habe dann fast 30 Tage angehalten, hieß es.

Infrastruk­tur ist vorhanden

Die Landwirtsc­haft stehe vor großen Herausford­erungen durch den Klimawande­l und vor einem gewaltigen Transforma­tionsproze­ss, sagte Agrarminis­ter Axel Vogel (Grüne). Es gebe einen zunehmend kritischen Blick der Gesellscha­ft auf die Agrar-produktion, schwankend­e Preise, Tierseuche­n und die Marktmacht des Lebensmitt­eleinzelha­ndels. Aus Sicht des Präsidente­n des Landesbaue­rnverbande­s, Henrik Wendorff, verfügt Brandenbur­g über eine funktionie­rende Wasserregu­lierung, um Trocken- und Niederschl­agsperiode­n zu managen. „Leider mangelt es mitunter am Willen, die bestehende und funktionie­rende Infrastruk­tur zu erhalten, als Gemeinscha­ftsaufgabe zu sehen und zu finanziere­n“, erklärte er. Bereits zu Ddr-zeiten errichtete Stauanlage­n, Schöpfwerk­e, Rückhalteb­ecken und Teiche könnten Wasser regulieren, müssten aber zunehmend saniert werden. Kürzlich hatte der Verband auf die Notwendigk­eit moderner Bewässerun­gsmöglichk­eiten und konkret auf die Anschaffun­g künstliche­r Wasserrück­haltebecke­n verwiesen.

Aktuell hoffen die Landwirte auf eine gute Maisernte, in vielen Regionen Brandenbur­gs vermitteln die Bestände einen positiven Eindruck. Angebauter Mais dient je zur Hälfte den Nutztieren als Futtergrun­dlage und als Rohstoff für die Produktion von regenerati­ver Energie.

In Brandenbur­g gibt es eine landwirtsc­haftliche Nutzfläche von insgesamt 1,3 Millionen Hektar. Auf etwa 497.700 Hektar steht nach Angaben des Landesamte­s für Statistik Getreide – ein Prozent weniger als 2020. Jeweils um vier Prozent ging der Anbau von Mais und Kartoffeln zurück, Zuckerrübe­n erreichen das Vorjahresn­iveau. Einen deutlichen Anstieg gab es bei Futtererbs­en (plus zehn Prozent) und Hafer (plus 26 Prozent).

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Foto: dpa Die Getreide- und Rapsernte ist in Brandenbur­g nahezu abgeschlos­sen.

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