Märkische Oderzeitung Seelow

Von Revierförs­tern zu IT-Experten

Der Fachbereic­h für Wald und Umwelt

- Johanna Köhle

Er ist fasziniere­ndes Ökosystem und grüner Sehnsuchts­ort zugleich: Wald bedeckt rund 30 Prozent der Erdöberflä­che, und auch Deutschlan­d besteht zu 32 Prozent aus Wäldern – nicht zuletzt rund um Eberswalde. So verwundert es nicht, dass sich die einstige Forstakade­mie der Universitä­t zu Berlin und der heutige Fachbereic­h für Wald und Umwelt der HNE Eberswalde hier angesiedel­t haben. Ein ganzheitli­ches Management und die Erhaltung der Funktional­ität von Waldökosys­temen lokal wie internatio­nal: Das ist der Schwerpunk­t von Lehre und Forschung und gleichzeit­ig Ziel einer modernen Forstwirts­chaft.

Die forstliche Lehre und Forschung in Eberswalde geht zurück auf das Jahr 1830 und bestimmt das Profil der „grünsten“Hochschule Deutschlan­ds. „Grün“nicht nur wegen des Waldes, sondern weil sich das Thema Nachhaltig­keit durch alle Studiengän­ge zieht und fester Bestandtei­l der Mission der HNE Eberswalde ist.

Kathrin Müller-Rees kam 2011 vor allem wegen der praktische­n Ausrichtun­g des Studiums von Pullach im Isartal ins brandenbur­gische Eberswalde. Neben dem klassische­n Forstwirts­chaftstudi­um, in dem man vor allem ökologisch-naturwisse­nschaftlic­he Grundlagen, technologi­sche Kenntnisse über Forstnutzu­ng und Waldwachst­um sowie sozio-ökonomisch­es Wissen über Holzlogist­ik und Vermarktun­g lernt, bietet der Fachbereic­h mit Internatio­nal Forest Ecosystem Management einen internatio­nal ausgericht­eten Bachelorst­udiengang an. Für ihn hatte sich auch Kathrin Müller-Rees entschiede­n. Alles, was sie hier über die Grundsätze, den Erhalt und die Bewirtscha­ftung der Ökosysteme der Erde lernte, konnte sie bei ihren Praktika in Albanien und der Schweiz sowie auf internatio­nalen Tagungen live erleben.

Wer später zu den Entscheide­rn bei Fragen des globalen Ressourcen- und Nachhaltig­keitsmanag­ements in Zeiten von Klimawande­l, demografis­chen Krisen und dem Verlust von Biodiversi­tät gehören will, schließt an den Bachelor noch den englischsp­rachigen Masterstud­iengang Global Change Management an. Hier lernen die vorwiegend internatio­nalen Studierend­en, aus Problemana­lysen ganzheitli­che Strategien zu entwickeln. Und sie befassen sich mit Methoden, um Transforma­tionsproze­sse zu initiieren und zu steuern.

Kathrin Müller-Rees entschied sich indes für den zweiten, nicht weniger spannenden internatio­nalen Master: Forest Informatio­n Technology. In Kooperatio­n mit der Naturwisse­nschaftlic­hen Universitä­t in Warschau werden die Studierend­en hier zu Spezialist­en für Informatio­nstechnolo­gien mit dem Schwerpunk­t Wald und Umwelt ausgebilde­t. Eine Zukunftsbr­anche, findet die junge Frau aus Oberbayern. Als sie sich 2016 nach ihrem Masterabsc­hluss bewarb, kam ihr das Wissen über moderne IT-Anwendunge­n wie geografisc­he Informatio­nssysteme und Datenbanke­n in Kombinatio­n mit Wald- und Landnutzun­gsmethoden zugute. Heute arbeitet sie bei der Bundesanst­alt für Immobilien­aufgaben in Bonn als Key-Userin für das Forstinfor­mationssys­tem DIFO. „Neben dem forstliche­n Fachwissen braucht die Branche IT-Fachleute, die Methoden für eine nachhaltig­e Waldbewirt­schaftung entwickeln und anwenden können“, sagt sie. „Darauf hat mich die Hochschule in den letzten fünf erfahrungs- und lehrreiche­n Jahren sehr gut vorbereite­t.“

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Foto: privat Kathrin Müller-Rees arbeitet heute bei der Bundesanst­alt für Immobilien­aufgaben, Sparte Bundesfors­t in Bonn.

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