Heim­spiel für Bun­des-Chef der Lin­ken

Wahl­kampf Bun­des­vor­sit­zen­der Bernd Ri­ex­in­ger un­ter­stützt Land­tags­kan­di­da­ten Gre­gor Weiß in Rü­ders­dorf und Straus­berg und er­hält Zu­stim­mung. Von Jens Sell

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Vorderseit­e -

Straus­berg. Der Bun­des­vor­sit­zen­de der Lin­ken, Bernd Ri­ex­in­ger, hat den Wahl­kreis 32 be­sucht. Da­zu ge­hör­te auch ei­ne Stipp­vi­si­te in der Se­nio­ren­re­si­denz jen­seits des Sees. Ri­ex­in­ger un­ter­stützt den Land­tags­kan­di­da­ten Gre­gor Weiß vor Ort.

En­er­gi­schen Wi­der­spruch muss­ten der Bun­des­vor­sit­zen­de der Lin­ken, Bernd Ri­ex­in­ger, und der Land­tags­kan­di­dat Gre­gor Weiß bei ih­rem Wahl­kampf­auf­tritt im Ca­fé der ProCu­rand-Se­nio­ren­re­si­denz Jen­seits des Sees nicht be­fürch­ten: Die dort ver­sam­mel­ten Nut­zer des Se­nio­ren­woh­nens wa­ren un­ver­kenn­bar Sym­pa­thi­san­ten oder Mit­glie­der ih­rer Par­tei. Als sie am Mitt­woch­nach­mit­tag zur Kaf­fee­run­de ein­tra­fen, hat­ten sie schon ei­ne In­for­ma­ti­ons­tour­nee durch den Wahl­kreis 32 hin­ter sich. „Der Mu­se­ums­park der Bau­stoff­in­dus­trie in Rü­ders­dorf hat mich sehr be­ein­druckt, so ein gro­ßes Denk­mal der In­dus­trie und zugleich Kul­tur­zen­trum ist wohl ein­zig­ar­tig“, lob­te Bernd Ri­ex­in­ger.

Lob für lin­ke Lan­des­po­li­tik

Und auch zum Kran­ken­haus Mär­kisch-Oder­land äu­ßer­te er sich po­si­tiv: „Dort sieht man, dass lin­ke Lan­des­po­li­tik bei der För­de­rung von In­ves­ti­tio­nen in Mo­der­ni­sie­rung und Neu­bau der Häu­ser viel Gu­tes be­wirkt. Und mit der Öff­nung der Am­bu­lan­zen, mit den bei­den Me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gungs­zen­tren, leis­tet das Kran­ken­haus auch ei­nen wich­ti­gen Bei­trag, um die me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung der Men­schen spür­bar zu ver­bes­sern.“Er ha­be aber im Ge­spräch mit der Ge­schäfts­füh­re­rin An­ge­la Krug auch den Auf­trag an die Bun­des­po­li­tik mit­ge­nom­men, in kur­zer Zeit den Pfle­ge­be­ruf auf­zu­wer­ten und wirk­sa­me Schrit­te ge­gen den Pfle­ge­not­stand her­bei­zu­füh­ren.

Das sei aber Kern lin­ker So­zi­al­po­li­tik, sag­te Ri­ex­in­ger: Pfle­ger in Kran­ken­häu­sern und Pfle­ge­hei­men wür­den über­las­tet und nicht aus­rei­chend ent­lohnt. Dort wi­der­sprach ihm al­ler­dings Do­mi­nik Bin­der nach­drück­lich. Er ist seit ei­nem hal­ben Jahr Lei­ter der Se­nio­ren­re­si­denz und sag­te, dass Al­ten­pfle­ger mit Brut­to­ge­häl­tern von 2600 bis 3000 Eu­ro durch­aus mehr ver­dien­ten als Ar­beit­neh­mer im Ein­zel­han­del oder an Bank­schal­tern: „Wenn sie auch durch Schicht­dienst und Ar­beit an Sonn- und Fei­er­ta­gen grö­ße­re Ar­beits­be­las­tun­gen hin­neh­men müs­sen.“Der Al­ten­pfle­ger­be­ruf ge­nie­ße nicht den Stel­len­wert, der ihm zu­kom­me, er sei ei­ne per­so­nen­be­zo­ge­ne Di­enst­leis­tung oh­ne Lob­by und kos­te Geld. Ob man sei­ne Kri­se durch Geld lö­sen kön­ne, be­zwei­fel­te Bin­der, zu­mal man nicht wis­se, wo es her­kom­men sol­le.

Spe­zia­list für Al­ten­pfle­ge

Der Straus­ber­ger Lin­ken-Land­tags­kan­di­dat Gre­gor Weiß stand da im Stoff. Als Lei­ter der So­wi-Schu­le für Al­ten­pfle­ge und Phy­sio­the­ra­pie und Mit­glied des Lan­des­pfle­ge­aus­schus­ses ha­be er mit den Kran­ken­kas­sen Pfle­ge­satz­ver­hand­lun­gen ge­führt: „Es ist Grund­idee lin­ker Po­li­tik, Geld für bes­se­re Pfle­ge aus dem Rüs­tungs­etat zu neh­men: Dort sol­len die Mit­tel ge­ra­de na­he­zu ver­dop­pelt wer­den.“Gre­gor Weiß hat­te auch kri­ti­sche Nach­fra­gen aus dem Pu­bli­kum zu be­ant­wor­ten. So woll­te Bri­git­te Putz­ger von ihm als Vor­sit­zen­dem des Kul­tur­aus­schus­ses der Stadt wis­sen, wie er die für Sonn­abend ge­plan­te De­mons­tra­ti­on der neu­en Kul­turof­fen­si­ve für Straus­berg se­he: „Dort wird un­ter­stellt, lau­te Tech­nomu­sik al­lein sei Kul­tur, aber das blen­det doch aus, was es sonst noch an viel­fäl­ti­ger Kul­tur in Straus­berg gibt!?“Gre­gor Weiß sieht vor al­lem Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­ble­me zwi­schen Ver­an­stal­tern und Ver­wal­tung als Ur­sa­che für das Auf­be­geh­ren: „Wir müs­sen aber ein­räu­men, dass so­wohl die Stadt­ver­ord­ne­ten als auch die Ver­wal­tung nicht über ei­ne Kon­zep­ti­on für den Kul­tur­park nach­ge­dacht ha­ben, so­lan­ge der durch ei­nen Ver­ein ver­wal­tet wur­de.“

Fo­to: Gerd Mar­kert

Wur­de mit Bei­fall will­kom­men ge­hei­ßen: Bernd Ri­ex­in­ger (Die Lin­ke) be­grüßt Karl-Heinz Lau (81) bei ei­nem Be­such in der Straus­ber­ger ProCu­rand-Se­nio­ren­re­si­denz Jen­seits des Sees. Ver­sam­melt hat­ten sich vor al­lem Sym­pa­thi­san­ten und Mit­glie­der der Lin­ken.

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