Schon wie­der Al­lein­gän­ge

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Vorderseit­e - Dietrich Schröder zu den wei­te­ren Grenz­schlie­ßun­gen

Na­he­zu al­le Ex­per­ten und auch die in die­ser Zeit so wich­ti­gen Vi­ro­lo­gen sind sich ei­nig, dass Grenz­sper­run­gen in­ner­halb der EU zwar der Wirt­schaft schwe­re Schä­den zu­fü­gen, ge­gen die Aus­brei­tung des Co­ro­na­vi­rus aber kaum ei­nen spür­ba­ren Ef­fekt ha­ben. Als sich in der ver­gan­ge­nen Wo­che Rie­sen­staus an den Grenz­über­gän­gen nach Po­len bil­de­ten, hat sich die Bun­des­kanz­le­rin die Fin­ger wund te­le­fo­niert, um al­len Nach­bar­län­dern klar zu ma­chen, welch un­sin­ni­ge Fol­gen ein­sei­ti­ge Maß­nah­men ha­ben.

Und doch ha­ben es Po­len und Tsche­chi­en jetzt oh­ne Vor­war­nung wie­der ge­tan. Zehn­tau­sen­de Be­rufs­pend­ler dür­fen nicht mehr nach Deutsch­land kom­men, ob­wohl sie hier drin­gend ge­braucht wer­den. Und die Pend­ler selbst ver­lie­ren jetzt zum Teil ih­re Jobs, ob­wohl sie et­wa auch von Kurz­ar­bei­ter­re­ge­lun­gen hät­ten pro­fi­tie­ren kön­nen.

Es ist gut, wenn in Bran­den­burg und an­de­ren Bun­des­län­dern jetzt fran­zö­si­sche und ita­lie­ni­sche Co­ro­na-Pa­ti­en­ten be­treut wer­den, um de­ren Le­ben zu ret­ten. Um­so un­er­freu­li­cher ist es, wenn un­se­re öst­li­chen Nach­barn Maß­nah­men in Al­lein­gän­gen tref­fen, oh­ne sich vor­her ab­zu­spre­chen.

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