Ers­te eu­ro­päi­sche Zu­las­sung für ein Co­ro­na-Arz­nei­mit­tel

Pan­de­mie Me­di­ka­ment kön­ne schwer­kran­ken Pa­ti­en­ten hel­fen, sa­gen Ex­per­te. Doch die USA ha­ben sich ei­nen Groß­teil der Pro­duk­ti­on ge­si­chert.

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Vorderseit­e -

Das Me­di­ka­ment Rem­de­si­vir des US-Her­stel­lers Gi­lead wird in Eu­ro­pa als ers­te Arz­nei zur Be­hand­lung von Co­ro­na-Pa­ti­en­ten zu­ge­las­sen. Die EU-Kom­mis­si­on er­teil­te am Frei­tag ent­spre­chend der Emp­feh­lung der Eu­ro­päi­schen Arz­nei­mit­telagen­tur (EMA) und nach Zu­stim­mung der Mit­glied­staa­ten ei­ne be­ding­te Markt­zu­las­sung. „Die­se Ge­neh­mi­gung kommt we­ni­ger als ei­nen Mo­nat nach An­trags­ein­rei­chung“, er­klär­te Ge­sund­heits­kom­mis­sa­rin Stel­la Ky­riak­ides.

Das sei ein wich­ti­ger Schritt im Kampf ge­gen das Vi­rus.

Die EMA emp­fiehlt die Zu­las­sung von Rem­de­si­vir aus­schließ­lich für die Be­hand­lung von Er­wach­se­nen und Ju­gend­li­chen ab zwölf Jah­ren, die an ei­ner Lun­gen­ent­zün­dung lei­den und mit Sau­er­stoff ver­sorgt wer­den müs­sen. Die Be­wer­tung fußt im We­sent­li­chen auf ei­ner Stu­die des US-In­sti­tuts für All­er­gi­en und In­fek­ti­ons­krank­hei­ten. Dar­in heißt es, dass Rem­de­si­vir die Be­hand­lung von Co­ro­na er­heb­lich be­schleu­ni­gen kön­ne.

Rem­de­si­vir wur­de von dem US-Kon­zern Gi­lead ei­gent­lich zur Be­hand­lung von Ebo­la ent­wi­ckelt. In den USA und Ja­pan er­hielt das Me­di­ka­ment be­reits Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen für die Be­hand­lung von In­fek­tio­nen mit dem neu­ar­ti­gen Co­ro­na­vi­rus. Die EU-wei­te Ver­sor­gung mit dem Mit­tel ist al­ler­dings frag­lich. Die US-Re­gie­rung hat­te An­fang der Wo­che mit­ge­teilt, sich na­he­zu die ge­sam­te Pro­duk­ti­on des Mit­tels für die nächs­ten Mo­na­te ge­si­chert zu ha­ben. Prä­si­dent Do­nald Trump ha­be ei­nen „un­glaub­li­chen Deal“er­zielt, da­mit je­der US-Pa­ti­ent, der Rem­de­si­vir be­nö­ti­ge, Zu­gang zu dem Me­di­ka­ment er­hal­te, er­klär­te Ge­sund­heits­mi­nis­ter Alex Azar.

Laut Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um ist das Mit­tel in Deutsch­land den­noch in aus­rei­chen­dem Ma­ße ver­füg­bar, weil es Re­ser­ven ge­be. Zu­dem sei mit der Zu­las­sung auch ei­ne Ver­pflich­tung ver­bun­den, „in ei­nem an­ge­mes­se­nen Um­fang“Rem­de­si­vir nach Eu­ro­pa zu lie­fern. Das Mi­nis­te­ri­um ge­he da­von aus, dass der Phar­ma­her­stel­ler dem nach­kom­men wer­de.

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