Bes­ser kämp­fen mit LSD

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Vorderseit­e - Gui­do Boh­sem

Die ame­ri­ka­ni­sche Re­gie­rung hat ei­ne lan­ge und wech­sel­vol­le Ge­schich­te mit LSD. Be­reits 1953 be­gann der Ge­heim­dienst CIA mit der Su­che nach ei­nem Wahr­heits­se­r­um und ver­ab­reich­te den Pro­ban­den da­bei – oh­ne sie zu fra­gen – auch Ly­serg­säu­re­diet­hyl­amid. Nach gut 20 Jah­ren wur­de das Pro­gramm MK Ul­tra ein­ge­stellt, weil sich kei­ne Er­fol­ge ein­stell­ten. Was wohl auch dar­an lag, dass die meis­ten Ex­pe­ri­men­te von Mit­ar­bei­tern durch­ge­führt wur­den, die kei­ner­lei wis­sen­schaft­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on be­sa­ßen.

Meh­re­re Ver­suchs­per­so­nen tru­gen schwe­re kör­per­li­che und psy­chi­sche Schä­den da­von, ei­ner starb. Das vom Schwei­zer Che­mi­ker Al­bert Hof­mann ent­deck­te LSD wur­de ver­bo­ten, doch ganz weg war es nie. Durch die Tech-Gu­rus im Si­li­con Val­ley er­lebt das Hal­lu­zi­no­gen ei­nen neu­en Auf­schwung. In noch deut­lich klei­ne­rer Do­sie­rung ge­nom­men, soll es leis­tungs­fä­hi­ger und krea­ti­ver ma­chen.

Das wie­der­um brach­te den Ma­ri­ne-Ma­jor Em­re Al­bay­rak auf den Plan. Im ver­gan­ge­nen Jahr schlug er in ei­nem viel­be­ach­te­ten Auf­satz vor, den Teil­neh­mern von Ge­heim­dienst-Tref­fen ei­ne sol­che Mi­kro-Do­sis zu ver­pas­sen. So fal­le es ih­nen leich­ter, ver­bor­ge­ne Zu­sam­men­hän­ge zu er­ken­nen und krea­ti­ve Lö­sun­gen zu fin­den. Die Ma­tro­sen fan­den das of­fen­bar ei­ne gu­te Idee, denn jetzt re­agier­te die Kri­mi­nal­ab­tei­lung der Ma­ri­ne und warn­te die Sol­da­ten da­vor, LSD im In­ter­net zu be­stel­len.

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