Ma­cron er­nennt Je­an Cas­tex zum neu­en Pre­mier

Frank­reich Nach dem Rück­tritt von Édouard Phil­ip­pe will der Prä­si­dent mit ei­ner ver­än­der­ten Mann­schaft wei­ter­ar­bei­ten. Ziel nach der Co­ro­na-Kri­se ist der öko­lo­gi­sche Auf­bau des Lan­des.

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Themen Des Tages/politik -

Pa­ris. Frank­reichs Prä­si­dent Em­ma­nu­el Ma­cron hat den 55 Jah­re al­ten Je­an Cas­tex zum neu­en Pre­mier­mi­nis­ter er­nannt. Zu­vor wa­ren Pre­mier Édouard Phil­ip­pe und die Mit­te-Re­gie­rung ge­schlos­sen zu­rück­ge­tre­ten. Cas­tex ist bis­her in der Co­ro­na-Kri­se da­für zu­stän­dig, die Lo­cke­run­gen zu ko­or­di­nie­ren. Der Ver­trau­te des frü­he­ren kon­ser­va­ti­ven Prä­si­den­ten Ni­co­las Sar­ko­zy ist Bür­ger­meis­ter der Stadt Pra­des in Süd­west­frank­reich.

Der Rück­tritt der Re­gie­rung war nicht über­ra­schend ge­kom­men. Ma­cron will sei­ne Po­li­tik neu aus­rich­ten und des­halb mit ei­ner an­de­ren Re­gie­rungs­mann­schaft ar­bei­ten. „Öko­lo­gi­scher Wie­der­auf­bau“ist nun ei­nes sei­ner Schlag­wor­te. Der 42-Jäh­ri­ge be­ton­te in In­ter­views mit Re­gio­nal­zei­tun­gen aber auch: „Ich glau­be, dass der Kurs, den ich 2017 ein­ge­schla­gen ha­be, nach wie vor rich­tig ist.“Er wol­le künf­tig aber noch viel mehr auf Dia­log set­zen.

Vor­be­rei­tung auf den Herbst

Ma­cron strebt nach der Co­ro­nak­ri­se ei­nen Wie­der­auf­bau des Lan­des an – das be­trifft nach sei­nen Wor­ten die Wirt­schaft, das So­zia­le, den Um­welt­schutz und die Kul­tur. Der Herbst wer­de schwie­rig wer­den „und wir müs­sen uns dar­auf vor­be­rei­ten“, sag­te er in ei­nem In­ter­view von Re­gio­nal­zei­tun­gen. Gro­ße Sor­gen macht ihm, dass im Herbst bis zu 900 000 jun­ge Men­schen auf den

Ar­beits­markt kom­men und mög­li­cher­wei­se vor ver­schlos­se­nen Pfor­ten ste­hen wer­den.

Ma­cron war nach der End­run­de der Kom­mu­nal­wah­len En­de Ju­ni er­heb­lich un­ter Druck ge­ra­ten, da sich sein Mit­te-La­ger bis auf we­ni­ge Aus­nah­men nicht in gro­ßen Städ­ten durch­set­zen konn­te. Statt­des­sen gab es ei­ne „grü­ne Wel­le“– Grü­ne und ih­re Ver­bün­de­ten er­ober­ten gro­ße Städ­te wie Lyon, Straß­burg oder Bor­deaux. In der süd­west­fran­zö­si­schen Stadt Per­pi­gnan setz­te sich ein Kan­di­dat der Rechts­au­ßen­par­tei Ras­sem­ble­ment Na­tio­nal (RN – frü­her Front Na­tio­nal) durch.

Phil­ip­pe hat­te die Mit­te-Re­gie­rung seit Mai 2017 ge­führt. Der ur­sprüng­lich aus dem La­ger der bür­ger­li­chen Rech­ten stam­men­de Po­li­ti­ker hat­te En­de Ju­ni als Bür­ger­meis­ter­kan­di­dat die Kom­mu­nal­wahl in der nord­fran­zö­si­schen Ha­fen­stadt Le Hav­re für sich ent­schie­den – dort war er schon ein­mal Bür­ger­meis­ter. Über sei­ne po­li­ti­sche Zu­kunft war mo­na­te­lang spe­ku­liert wor­den. Phil­ip­pe hat­te in der Co­ro­na-Kri­se, die Frank­reich mit rund 30 000 To­ten schwer traf, als ru­hig wir­ken­der Kri­sen­ma­na­ger deut­lich an Sta­tur ge­won­nen. In Be­liebt­heits­um­fra­gen schnei­det er we­sent­lich bes­ser ab als Ma­cron. Pre­mier­mi­nis­ter ha­ben in Frank­reich ge­ne­rell ei­nen schwie­ri­gen Stand, da üb­li­cher­wei­se der Staats­prä­si­dent im Ram­pen­licht steht und die gro­ßen Li­ni­en vor­gibt. dpa

Fo­to: Gon­za­lo Fu­en­tes/Pool/ afp

Neu­er Pre­mier in Frank­reich: Je­an Cas­tex.

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