„Fleisch ist kei­ne Ram­schwa­re“

Tier­wohl Uni­ons-Frak­ti­ons­vi­ze Ge­org Nüß­lein (CSU) sucht nach Mög­lich­kei­ten, Wer­bung mit Bil­lig­prei­sen zu ver­bie­ten.

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Themen Des Tages/politik -

Ber­lin. Ge­org Nüß­lein (CSU), stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der Uni­ons­frak­ti­on im Bun­des­tag, will Bil­lig­preis-Wer­bung für Fleisch ver­bie­ten.

Herr Nüß­lein, will die CSU den Ver­brau­chern Fleisch ma­dig ma­chen?

Ganz im Ge­gen­teil: Fleisch soll schme­cken. Wir kön­nen et­was da­für tun, dass Qua­li­tät stär­ker im Vor­der­grund steht.

Sie for­dern ein Preis­wer­be­ver­bot für Fleisch. War­um sol­len sich da­durch die Hal­tungs­be­din­gun­gen für die Tie­re ver­bes­sern?

Das ist nicht nur Sym­bol­po­li­tik, son­dern es geht die Wur­zeln des Pro­blems an. Fleisch wird vom Han­del für Lock­vo­ge­l­an­ge­bo­te ge­nutzt, um mit Bil­lig­prei­sen die Ver­brau­cher in die Su­per­märk­te zu lo­cken und ih­nen noch an­de­re Din­ge zu nor­ma­len Prei­sen zu ver­kau­fen. Das hal­te ich für un­ethisch, weil da­für Tie­re ge­schlach­tet wer­den. Zu­dem wird Druck auf­ge­baut, weil das Fleisch ir­gend­wo her­kom­men muss.

Oh­ne Bil­lig­prei­se – be­hält nicht der Han­del das Geld, und bei den Bau­ern kommt nichts an?

Bil­lig­prei­se zu ver­hin­dern, ist nicht un­ser ein­zi­ger Plan. Fleisch darf nicht als Ram­schwa­re miss­braucht wer­den. Gleich­zei­tig wol­len wir Sor­ge tra­gen, dass die

Tier­wohl­ab­ga­be, die es mo­men­tan auf frei­wil­li­ger Ba­sis gibt, ver­pflich­tend wird und hö­her aus­fällt. Das soll die Hal­tungs­be­din­gun­gen ver­bes­sern. Au­ßer­dem for­de­re ich schon lan­ge, die Trans­port­we­ge zu ver­kür­zen. Mo­men­tan dür­fen die Tie­re 24 St­un­den trans­por­tiert wer­den. Das müs­sen wir än­dern. Dann kom­men wir auch wie­der zu klei­ne­ren Schlacht­be­trie­ben, die mit Blick auf die Le­bens­mit­tel- und

Ver­sor­gungs­si­cher­heit wich­tig sind.

Passt ein Wer­be­ver­bot über­haupt zur Markt­wirt­schaft?

Wir ha­ben ei­ne so­zia­le Markt­wirt­schaft, und da gibt es Leit­plan­ken und Ein­schrän­kun­gen. Wir ha­ben bei Le­bens­mit­teln schon das Ver­bot des Ver­kaufs un­ter Ein­stands­preis ge­setz­lich ver­an­kert. Da­her hal­te ich das durch­aus für um­setz­bar.

Kommt das Wer­be­ver­bot 2021?

So weit sind wir noch nicht. Wir müs­sen erst se­hen, wie wir es ju­ris­tisch sau­ber fas­sen. Das ist nicht ein­fach. Mo­men­tan sind wir mit dem Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um an Vor­ar­bei­ten. Dann müs­sen wir um Mehr­hei­ten wer­ben und ins­be­son­de­re un­se­re Wirt­schafts­po­li­ti­ker über­zeu­gen, dass das ei­ne Gü­ter­ab­wä­gung ist, die in die rich­ti­ge Rich­tung geht.

Macht die SPD mit?

Da ha­be ich po­si­ti­ve Si­gna­le. Die­ter Kel­ler

Fo­to: Volk­mar Kön­ne­ke

Ge­org Nüß­lein.

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