Wo der Tod lau­er­te

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Leserbrief­e -

Zum Zwei­ten Welt­krieg

Mit dem Nä­her­rü­cken der Front brach bei den meis­ten Ost-Ar­bei­tern und den so­wje­ti­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen nicht nur hel­le Freu­de aus. Die ei­nen hat­ten für den Feind ar­bei­ten müs­sen, die an­de­ren hat­ten nicht bis zum letz­ten Atem­zug ge­gen die Fa­schis­ten ge­kämpft, wie Sta­lin es ih­nen be­foh­len hat­te.

Nun muss­ten sehr vie­le die­ser Per­so­nen­grup­pen nach der Be­frei­ung und Re­pa­tri­ie­rung zur Stra­fe in ei­nes der vie­len Ar­beits­und Straf­la­ger (Gu­lag) in den Wei­ten Mit­tel­asi­ens und Si­bi­ri­ens, wo oft­mals der Tod lau­er­te. Dort­hin wa­ren be­reits vie­le ih­rer Lands­leu­te de­por­tiert wor­den, zu­erst die Wol­ga-Deut­schen, dann Tsche­tsche­nen, In­gu­schen, Krim­ta­ta­ren, Ka­rat­scha­jer, Kal­mü­cken und Bal­ka­ren, weil sie im Krieg an­geb­lich al­le mit dem Feind kol­la­bo­riert hat­ten.

Die Ukrai­ner hät­te das­sel­be Schick­sal er­eilt, wä­ren sie nicht so zahl­reich ge­we­sen, so Ch­ruscht­schow 1956 in sei­ner Ge­heim­re­de. Die La­ger wa­ren nie so gut ge­füllt wie in der Nach­kriegs­zeit. Da­zu ka­men noch mil­lio­nen­fach deut­sche Kriegs­ge­fan­ge­ne und Re­pa­ra­ti­ons­ver­schlepp­te, vor al­lem Frau­en aus den deut­schen Ost­ge­bie­ten, zum Wie­der­auf­bau. Gün­ter Fromm, Ei­sen­hüt­ten­stadt

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