Er­mitt­ler mit be­grenz­ten Mög­lich­kei­ten

Ex-Staats­an­walt Sjors Kam­s­tra meint, der Kampf ge­gen die Clan­kri­mi­na­li­tät sei nicht end­gül­tig zu ge­win­nen.

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Berlin -

Ber­lin. Der Kampf ge­gen die Clan­kri­mi­na­li­tät ist nach Ein­schät­zung des lang­jäh­ri­gen Ber­li­ner Ober­staats­an­walts Sjors Kam­s­tra nicht end­gül­tig zu ge­win­nen. „Ich sa­ge ganz deut­lich: Wir sind nicht in der La­ge, die­ses Phä­no­men aus­zu­rot­ten“, sag­te Kam­s­tra, der Che­f­er­mitt­ler ge­gen or­ga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät war und seit An­fang Ju­li im Ru­he­stand ist, dem Sen­der RBB. „Wir kön­nen als Staats­an­wäl­te nur ver­su­chen zu zei­gen, dass der Staat kei­nes­falls wehr­los ist, und dass man den Cl­an­leu­ten mit dem Set­zen von ei­ni­gen Eck­punk­ten zu­min­dest zei­gen kann: Ir­gend­wann ist mal Schluss.“

Da­zu bräuch­te die Po­li­zei aber noch mehr „ge­sell­schaft­li­che und po­li­ti­sche Un­ter­stüt­zung“, be­ton­te Kam­s­tra und kri­ti­sier­te et­wa das An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­ge­setz, das sein bis­he­ri­ger Di­enst­herr, Jus­tiz­se­na­tor Dirk Beh­rendt (Grü­ne), durch­ge­setzt hat­te. Das Ge­setz stel­le die Po­li­zei un­ter Ge­ne­ral­ver­dacht. Kam­s­tra for­der­te statt­des­sen wei­ter­rei­chen­de ge­setz­li­che Mög­lich­kei­ten für Po­li­zei und Staats­an­walt­schaft im Kampf ge­gen die Clan­kri­mi­na­li­tät: bei der Ein­zie­hung von Ver­mö­gen, bei der Vi­deo-Be­fra­gung von Op­fern und Zeu­gen und beim Ab­hö­ren von Ver­däch­ti­gen in Woh­nun­gen. „Der Ge­setz­ge­ber tut sich manch­mal schwer und das ver­wun­dert mich.“dpa

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