Spit­zen­kür am En­de des Jah­res

No­mi­nie­rung Im De­zem­ber will die SPD die Kan­di­da­ten für Ab­ge­ord­ne­ten­haus- und Bun­des­tags­wahl be­stim­men.

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Berlin -

Ber­lin. Fran­zis­ka Gif­fey soll die Ber­li­ner SPD nach der Ära Mül­ler zu neu­en Ufern füh­ren. In wel­chen Rol­len, steht of­fi­zi­ell noch nicht end­gül­tig fest. Das soll sich aber in ab­seh­ba­rer Zeit än­dern. Bis Jah­res­en­de wol­len die So­zi­al­de­mo­kra­ten wich­ti­ge Per­so­na­li­en für das Wahl­jahr 2021 klä­ren. Auf ei­nem Par­tei­tag am 19. De­zem­ber soll der Spit­zen­kan­di­dat für die Ab­ge­ord­ne­ten­haus­wahl und auf ei­ner Ver­tre­ter­ver­samm­lung am sel­ben Tag der Spit­zen­kan­di­dat für die Bun­des­tags­wahl ge­wählt wer­den. Dar­auf ver­stän­dig­te sich der SPD-Lan­des­vor­stand ein­stim­mig, wie es am Frei­tag aus Par­tei­krei­sen hieß.

Für die Spit­zen­kan­di­da­tur im Land hat Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Fran­zis­ka Gif­fey die größ­ten Aus­sich­ten. Sie soll zu­nächst am 31. Ok­to­ber auf ei­nem Par­tei­tag ge­mein­sam mit Frak­ti­ons­chef Ra­ed Sal­eh zur SPD-Lan­des­vor­sit­zen­den ge­wählt wer­den. Das ist mit dem bis­he­ri­gen Par­tei­chef Mi­cha­el Mül­ler so ver­ein­bart, der wie­der­um vor­aus­sicht­lich bis zum En­de der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode Re­gie­ren­der Bür­ger­meis­ter bleibt. Zu wei­te­ren Per­so­nal­fra­gen ha­ben sich die Be­tei­lig­ten bis­lang nicht er­klärt.

Zu­letzt war spe­ku­liert wor­den, ob Mül­ler an­ge­sichts ge­wach­se­ner Zu­stim­mungs­wer­te auf­grund sei­nes Agie­rens in der Co­ro­na-Kri­se län­ger im Ro­ten Rat­haus blei­ben und wie­der als Spit­zen­kan­di­dat an­tre­ten will. Gleich­zei­tig wird ihm nach­ge­sagt, in den Bun­des­tag wech­seln und auf Platz eins die­ser Lis­te kan­di­die­ren zu wol­len. Hier wür­de er mit dem Ju­so-Bun­des­vor­sit­zen­den Ke­vin Küh­nert kon­kur­rie­ren.

Ge­sagt hat Mül­ler zu all dem bis­lang nichts. In meh­re­ren In­ter­views tat er zu­letzt le­dig­lich kund, dass er mit sei­nen 55 Jah­ren wei­ter Po­li­tik ma­chen wol­le.

In schwie­ri­ger La­ge

Bis­her gab es in der Ber­li­ner SPD auch Stim­men, die vor­schlu­gen, die Per­so­nal­fra­gen bis Mai 2021 zu klä­ren – und da­mit rund vier Mo­na­te vor der Wahl. Dem Ver­neh­men nach mach­ten sich Gif­fey und Sal­eh für ei­nen frü­he­ren Zeit­punkt stark, da­mit die Par­tei ge­schlos­sen in das wich­ti­ge Wahl­jahr star­tet. Da­nach kön­ne sie sich ziel­ge­rich­tet auch pro­gram­ma­tisch auf die Wahl vor­be­rei­ten, hieß es.

Hin­ter­grund der in­ner­par­tei­li­chen De­bat­ten ist die seit län­ge­rem schwie­ri­ge La­ge der SPD, die Ber­lin seit 2016 ge­mein­sam mit Lin­ken und Grü­nen re­giert. Wäh­rend sie sei­ner­zeit noch stärks­te Par­tei war, ran­giert sie seit vie­len Mo­na­ten nur noch auf Platz drei oder vier. Die Wen­de, so die Hoff­nung vie­ler in der Par­tei, soll Strah­le­frau Gif­fey brin­gen, die bis 2018 Be­zirks­bür­ger­meis­te­rin von Neu­kölln war. dpa

Fo­to: dpa

Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin: Fran­zis­ka Gif­fey soll die Ber­li­ner SPD füh­ren.

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