Kos­ten­ex­plo­si­on bei Schul­pla­nung

Orts­ent­wick­lung Die Ent­wick­lung des Neu­en­ha­ge­ner Schul­cam­pus am Gru­sche­weg wird so­fort ge­stoppt. Statt der ge­plan­ten 30 Mil­lio­nen soll der Neu­bau nun et­wa 56 Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten. Von Dirk Schaal

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Märkisches Echo -

Neu­en­ha­gen stoppt das Pla­nungs­ver­fah­ren zum Bil­dungs­cam­pus Gru­sche­weg. Ei­nem ent­spre­chen­den Be­schluss­vor­schlag der Ver­wal­tung im nicht-öf­fent­li­chen Teil der jüngs­ten Ge­mein­de­ver­tre­ter­sit­zung folg­ten die Ab­ge­ord­ne­ten ein­stim­mig. Hin­ter­grund der Ent­schei­dung ist ei­ne er­heb­li­che Kos­ten­über­schrei­tung, die sich beim ge­gen­wär­ti­gen Stand der Pla­nun­gen ab­zeich­net und die die Ge­mein­de fi­nan­zi­ell über­for­dern wür­de. Mög­li­che Ein­spar­po­ten­zia­le, die sei­tens des Ar­chi­tek­ten­bü­ros nach ei­ner Über­ar­bei­tung der vor­ge­leg­ten Vor­ent­wurfs­pla­nung auf­ge­zeigt wur­den, füh­ren aus Sicht der Ge­mein­de zu deut­li­chen Ein­schrän­kun­gen bei der Nut­zung der Grund­schu­le so­wie der Sport­hal­le. So müss­ten Fach- und Tei­lungs­räu­me ent­fal­len so­wie an­de­re Räu­me ei­ne Dop­pel­nut­zung für Hort und Schu­le er­fah­ren – und ei­ne sol­che woll­te die Ge­mein­de bei der neu zu er­bau­en­den Schu­le nicht.

Hö­he­re An­for­de­run­gen wie Drei-Fel­der-Hal­le und mehr Räu­me sind die Be­grün­dung.

Eben­so we­nig kön­ne sie ei­ne Ver­klei­ne­rung der Men­sa/Au­la zu­stim­men, die dann den Raum­vor­ga­ben des Lan­des Bran­den­burg nicht mehr ent­sprä­che, so die Ver­wal­tung. „Die Ein­spar­va­ri­an­te ent­spricht da­nach im Er­geb­nis nicht mehr den Min­dest­an­for­de­run­gen der Ge­mein­de“, kon­sta­tier­te die Ver­wal­tung und schlug den Ge­mein­de­ver­tre­tern da­her die Ein­stel­lung die­ses Pla­nungs­ver­fah­rens vor.

Die Ge­mein­de­ver­tre­tung war nicht wirk­lich von der Si­tua­ti­on über­rascht, wohl aber von der Hö­he der Sum­me und da­von, dass die­ser Vor­gang als Tisch­vor­la­ge den Weg in die Sit­zung fand.

„Des­halb blieb für die Ab­ge­ord­ne­ten na­tür­lich kei­ne Zeit, sich auf die­sen Punkt vor­zu­be­rei­ten und viel­leicht an­de­re Lö­sungs­mög­lich­kei­ten an­zu­re­gen. Da­zu hät­te man den Vor­gang min­des­tens zwei bis drei Ta­ge vor­her zur Kennt­nis ha­ben müs­sen. Des­halb blieb uns auch gar nichts wei­ter üb­rig in die­ser Si­tua­ti­on, als so ab­stim­men“, er­klärt Il­ka Goetz (Lin­ke), Vor­sit­zen­de der Ge­mein­de­ver­tre­tung.

Die Schät­zung der Bau­kos­ten für den Schul­cam­pus be­trug bis­lang 30 Mil­lio­nen Eu­ro. Jetzt wur­den vom „Ar­chi­tek­ten­bü­ro Num­rich Al­brecht Klumpp“et­wa 56 Mil­lio­nen Eu­ro, ten­den­zi­ell eher mehr, ge­nannt. Fast ei­ne Ver­dop­pe­lung. Ge­schockt war über die­se Zahl auch die Ge­mein­de­ver­tre­tung. Als Be­grün­dung für die­se Kos­ten­ex­plo­si­on wur­den vom Ar­chi­tek­ten­bü­ro et­wa 20 Pro­zent Mehr­kos­ten für die Bau­aus­füh­rung mit ei­nem Ge­ne­ral­un­ter­neh­mer und er­höh­te An­for­de­run­gen ge­gen­über dem Ar­chi­tek­ten­wett­be­werb ge­nannt. So wa­ren u. a. nur ei­ne Zwei-Fel­der-Hal­le so­wie Räu­me in Dop­pel­nut­zung Hort und Schu­le ge­for­dert. In­zwi­schen sei aber ei­ne Drei-Fel­der-Hal­le ge­wünscht und die Dop­pel­nut­zung auf An­ra­ten von Fach­leu­ten vom Tisch. Das zog ei­nen hö­he­ren Raum­be­darf nach sich. Den

Vor­schlag der Ver­wal­tung, nun doch an der Zwei-Fel­der-Hal­le fest­zu­hal­ten, lehn­te die Ge­mein­de­ver­tre­tung je­doch ab. Ge­ra­de auch mit dem Hin­ter­grund, dass solch ei­ne Sport­hal­le not­wen­dig sei, wenn auf dem Cam­pus auch ei­ne Ober­schu­le ge­baut wer­den soll­te.

För­der­schu­le nicht be­trof­fen

Der Pla­nungs­stopp be­trifft nicht die För­der­schu­le, die der Land­kreis am Gru­sche­weg bau­en möch­te. Die­ser wird nach der­zei­ti­gem Kennt­nis­stand an den Pla­nun­gen fest­hal­ten.

Nach dem Be­schluss der Ge­mein­de­ver­tre­tung wur­den nach ent­spre­chen­den Ge­sprä­chen mit dem Ar­chi­tek­ten­bü­ro, dem Land­schafts­ar­chi­tek­ten­bü­ro und den be­tei­lig­ten Fach­pla­nern die bis­he­ri­gen Pla­nun­gen an­ge­hal­ten. Die Ge­mein­de muss nun schnellst­mög­lich ein neu­es Ver­fah­ren star­ten. Ziel ist es, ähn­lich wie sei­ner­zeit beim Neu­bau des Bür­ger­hau­ses, Pla­nung und Aus­füh­rung in die Hand ei­nes Un­ter­neh­mens zu ge­ben, um früh­zei­tig ei­ne Kos­ten­si­cher­heit für die Ge­mein­de zu er­lan­gen. Ei­nen ent­spre­chen­den Vor­schlag soll die Ver­wal­tung den Ge­mein­de­ver­tre­tern be­reits zur nächs­ten Be­ra­tungs­run­de nach der Som­mer­pau­se im Au­gust vor­le­gen.

Fo­to: Uwe Spran­ger

Liegt erst ein­mal auf Eis: Im No­vem­ber vo­ri­gen Jah­res nutz­ten vie­le Neu­en­ha­ge­ner bei der Bür­ger­ver­samm­lung die Mög­lich­keit, sich das Mo­dell vom Schul­cam­pus am Gru­sch­weg an­zu­schau­en.

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