Ton­nen­wei­se Be­ton­krü­mel

Au­to­bahn 10 Trotz Ur­laubs­ver­kehr und Co­ro­na, der Neu­bau der Fahr­bahn nach Nor­den zwi­schen Erk­ner und Rü­ders­dorf liegt im Zeit­plan. Ab Ok­to­ber soll der Ver­kehr wie­der un­ge­hin­dert rol­len kön­nen. Von An­net­te He­rold

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Märkisches Echo -

Au­to­fah­rer brau­chen der­zeit Ge­duld, wenn sie zwi­schen Erk­ner und Rü­ders­dorf auf dem Ber­li­ner Ring un­ter­wegs sind. Höchs­tens Tem­po 80 ist er­laubt, und statt sechs Fahr­spu­ren gibt es nur vier, al­le­samt auf der Fahr­bahn, die ei­gent­lich nur in Rich­tung Sü­den führt. Ne­ben­an wird ge­baut. Die Stra­ße gleicht ei­nem schlech­te­ren Land­weg. Da­mit ist Andre­as Mül­ler, Chef der Au­to­bahn­meis­te­rei Erk­ner, ganz zu­frie­den. Die Bau­ar­bei­ten lie­gen im Plan, wie er sagt. Ab 7. Ok­to­ber soll der Ver­kehr wie­der re­gu­lär rol­len.

Wenn die Au­to­fah­rer schon Ge­duld brau­chen, muss Ste­fan Schulz die Lang­mut in Per­son sein. Au­tos pas­sie­ren die acht Ki­lo­me­ter lan­ge Bau­stel­le bin­nen ein paar Mi­nu­ten. Der Ma­schi­nist braucht mit dem Be­ton­bre­cher, den er von sei­nem Bag­ger aus mit ei­ner Fern­be­die­nung steu­ert ei­nen gan­zen Ar­beits­tag für ge­ra­de mal 100 Me­ter. Und ei­ne gan­ze Men­ge Be­ton, wie er be­rich­tet: Täg­lich zer­brö­selt die rie­si­ge Ma­schi­ne 1300 bis 1500 Ton­nen da­von. Je nach Be­darf wird der Be­ton auf Krü­mel­grö­ße oder in grö­ße­re Stü­cke zer­mah­len. Ein Teil da­von wird ab­ge­fah­ren, aber ei­ne nicht un­be­trächt­li­che

Men­ge bleibt nach Wor­ten von Andre­as Mül­ler gleich auf der Bau­stel­le und wird als Un­ter­bau für die neue Fahr­bahn ver­wen­det.

Be­vor der Neu­bau star­ten kann, ha­ben Ma­schi­nist Schulz und sei­ne Kol­le­gen noch mit der De­mon­ta­ge der al­ten Fahr­bahn zu tun. Die be­steht zum Teil aus Be­ton, zum Teil aus As­phalt und zum drit­ten Teil aus Be­ton mit dün­ner As­phalt­de­cke. Weil sich dar­in im­mer mehr Ris­se ent­wi­ckel­ten, her­vor­ge­ru­fen durch die als Be­ton­krebs be­kann­te Al­ka­li-Kie­sel­säu­re-Re­ak­ti­on, hat sich der Lan­des­be­trieb Stra­ßen­we­sen zum Neu­bau der Tras­se ent­schlos­sen. Im nächs­ten Jahr soll auf der Ge­gen­fahr­bahn das sel­be pas­sie­ren.

Wer von Erk­ner aus auf die Au­to­bahn will, kann der­zeit nur in Rich­tung Sü­den star­ten – und an Ab- und Auf­fahrt wie­der kehrt ma­chen, wenn sein Ziel im Nor­den

liegt. Es gibt über­dies ei­ne aus­ge­schil­der­te Um­lei­tung zur Auf­fahrt Ber­lin-Hel­lers­dorf.

Kei­ne nen­nens­wer­ten Staus

Bis­her ha­be es kei­ne grö­ße­ren Pro­ble­me des­halb ge­ge­ben, sagt Au­to­bahn­meis­te­rei-Chef Mül­ler, kei­ne nen­nens­wer­ten Staus und auch kaum Be­hin­de­run­gen durch lie­gen­ge­blie­be­ne Au­tos oder Un­fäl­le in der Bau­stel­le. Auch von der Erk­ne­ra­ner Auf­fahrt Rich­tung Spree­au, an der Au­to­fah­rer der­zeit we­gen ei­nes Stopp­schil­des so­zu­sa­gen aus dem Stand auf die Au­to­bahn müs­sen, wis­se er nichts von mas­si­ve­ren Schwie­rig­kei­ten. Und dass, ob­wohl der Ver­kehr mit den Co­ro­na-Lo­cke­run­gen und dem Fe­ri­en­start spür­bar zu­ge­nom­men ha­be. „Mehr Lkw sind es nicht“, er­zählt Andre­as Mül­ler. „Aber es fah­ren deut­lich mehr Pkw.“Der öst­li­che Ber­li­ner Ring wird viel für die Rei­se an die Ost­see ge­nutzt.

Die Bau­stel­len-Zeit nutzt der Lan­des­be­trieb gleich noch für wei­te­re Ar­bei­ten. So wird auch die Ent­wäs­se­rung im nörd­li­chen Be­reich der Bau­stel­le er­neu­ert. Zu­dem läuft die Kom­plett­sa­nie­rung der Toi­let­ten­häus­chen auf den Park­plät­zen Kalk­ber­ge und Kra­nichs­berg.

Ma­schi­nist steu­ert den Be­ton­bre­cher per Fern­be­die­nung von sei­nem Bag­ger aus.

Fo­to: An­net­te He­rold

Ton­nen­schwe­res Ge­rät: Der Be­ton wird ab­ge­tra­gen. Kurz hin­ter der Au­to­bahn-Auf­fahrt Erk­ner gleicht die Au­to­bahn der­zeit eher ei­nem St­ein­bruch.

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